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Online zum Abitur auf dem zweiten Bildungsweg: Modellversuch „Blended Learning“ geht an Abendgymnasien in Göttingen, Hannover und Osnabrück an den Start

Online zum Abitur: Die Abendgymnasien in Göttingen, Hannover und Osnabrück starten im Schuljahr 2016/2017 mit dem Modellversuch „Blended Learning", bei dem Studierende einen Teil des Unterrichts von zu Hause aus ableisten können. In dem Modellversuch werden Präsenztage in der Schule mit den Möglichkeiten des Lernens vom heimischen Computer aus kombiniert. Insbesondere beruflich eingespannten Studierenden und Personen mit familiären Verpflichtungen kann der Weg zum Abitur auf dem zweiten Bildungsweg erleichtert werden, wie Kultusministerin Frauke Heiligenstadt mitteilt.

„Für manche Berufsgruppen ist es schwierig bis unmöglich, nach der Arbeit noch fünf Abende in der Schule präsent zu sein. Ich denke da zum Beispiel an Angestellte in der Gastronomie, Krankenschwestern und Schichtarbeiter, aber auch an alleinerziehende Mütter und Väter oder an Personen, die Angehörige pflegen. Diesen Menschen können wir mit den modernen Methoden des E-Learning eine Chance auf gymnasiale Bildung ermöglichen. Das ist ein weiterer Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit und Bildungsteilhabe in Niedersachsen", so die Ministerin.

Das E-Learning-Konzept „Blended Learning" für die Abendgymnasien Göttingen, Hannover und Osnabrück sieht vor, dass die Studierenden an zwei Tagen der Woche in der Schule anwesend sind und an den übrigen drei Tagen von ihren privaten digitalen Endgeräten aus am Unterricht teilnehmen. Auf dem Niedersächsischen Bildungsserver (NiBiS) wird den Studierenden eine Lernplattform zur Verfügung gestellt, auf der die jeweiligen Unterrichtsmaterialien zugänglich sind. Die Lehrkräfte stehen den „Distanzschülern" für Fragen zum Unterrichtsstoff im Rahmen von Online-Sprechstunden zur Verfügung. Der pädagogische Vorteil des Distanzlernens liegt vor allem darin, dass die Studierenden ihr Lerntempo individuell gestalten und auf ihre sonstige Arbeitszeit im Berufsleben abstimmen können.

Der auf vier Jahre ausgelegte Modellversuch wurde intensiv vorbereitet. Die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe des Niedersächsischen Kultusministeriums ermöglichten es nun, die Rahmenbedingungen für den Start und die Durchführung des Modellversuchs zu schaffen. Die beiden weiteren niedersächsischen Abendgymnasien in Braunschweig und Oldenburg haben bereits Interesse bekundet, im kommenden Schuljahr ebenfalls „Blended Learning" anzubieten. In der kommenden Woche findet eine erste landesweite Fortbildungsveranstaltung zum Modellversuch statt. Mit dabei sind dann die beteiligten Lehrkräfte der drei Abendgymnasien Göttingen, Hannover und Osnabrück sowie der Abendgymnasien, die im nächsten Schuljahr mit dem Online-Abitur starten wollen.

Niedersachsen hat bereits gute Erfahrungen mit dem „Lernen aus der Ferne" gesammelt. So erteilt das Niedersächsische Internatsgymnasium Esens über ein hochwertiges Videokonferenz-System auf allen Inselschulen Fernunterricht in Naturwissenschaften und Bedarfsfächern, um die Inselschülerinnen und -schüler auf die gymnasiale Oberstufe auf dem Festland vorzubereiten. In dem Projekt „Digital Deutsch Lernen" engagiert sich das Land, damit Kinder und Jugendliche in Erstaufnahmeeinrichtungen und Schulen per Videokonferenz Grundkenntnisse der deutschen Sprache erwerben. Zur Durchführung internetgestützter Kurse werden auf dem Niedersächsischen Bildungsserver (NiBiS) Lern- und Kooperationsplattformen (nline) für den Einsatz in Schulen, Schulbehörden, Projektgruppen und Fortbildungsvorhaben kostenlos zur Verfügung gestellt. Zurzeit sind über 1.400 Plattformen in Betrieb.

Heiligenstadt: „ Mit dem Modellversuch Blended Learning erweitern wir unser Angebot in der digitalen Bildung. Gerade für ein großes Flächenland ist es von Bedeutung, die Kompetenzen in diesem Bereich zu erweitern, damit allen Lernwilligen ein gutes Bildungsangebot gemacht werden kann."

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Artikel-Informationen

10.08.2016

Ansprechpartner/in:
Sebastian Schumacher

Nds. Kultusministerium
Pressesprecher
Schiffgraben 12
30159 Hannover
Tel: 05 11/1 20-71 48

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