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18 Millionen Euro zur Stabilisierung der Berufsausbildung – Aktionsplan Ausbildung für Niedersachsen startet

Die duale Berufsausbildung ebnet vielen jungen Menschen den Weg in eine sichere und gut bezahlte Arbeit und ist zugleich der Schlüssel gegen den Fachkräftemangel. Rund die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen beginnen nach ihrer schulischen Laufbahn eine berufliche Ausbildung. Dieses erfolgreiche System ist durch die Covid 19-Pandemie unter Druck geraten.

Mit einem „Aktionsplan Ausbildung“ für Niedersachsen will die Landesregierung bestehende Ausbildungsplätze schützen und neue Ausbildungsverträge fördern. 18 Millionen Euro hat das Land über den zweiten Nachtragshaushalt dafür bereitgestellt. Diese Mittel ergänzen die Regelangebote der Agenturen für Arbeit und die Maßnahmen des Bundes und der zuständigen Stellen.

Hier informieren wir Sie über die Fördermöglichkeiten, Rahmenbedingungen und erforderlichen Anträge.

Folgende Förderungen können bei der NBank (www.nbank.de), beantragt werden. Dort sind auch die Fördervoraussetzungen sowie das Antragsverfahren beschrieben. (Anträge zu den Richtlinien Entlastung und Mobilität können aus technischen Gründen erst ab dem 11.11.2020 gestellt werden!).


Richtlinie „Entlastung und Insolvenzauszubildende“:

https://www.nbank.de/Unternehmen/Ausbildung-Qualifikation/index.jsp

Richtlinie „Mobilität“

https://www.nbank.de/Privatpersonen/Ausbildung-Qualifikation/index.jsp

Die Richtlinie „Überbetriebliche Ausbildung – Kosten senken“ (ÜLU 2) richtet sich an die Handwerkskammern.


Die zentrale Bestandteile des Aktionsplans sind:

- eine Mobilitätsprämie für Jugendliche

- eine Vermittlungsoffensive für junge Menschen aus den BBS heraus

- eine Einmalzahlung in Höhe von 1.000 Euro für Betriebe, die zusätzliche

Ausbildungsplätze über die Probezeit hinaus zur Verfügung stellen

- eine Prämie für Ausbildungsbetriebe, die Ausbildungsverträge verlängern, weil die

Abschlussprüfung pandemiebedingt verschoben wurde

- Zudem werde die überbetriebliche Ausbildung im Handwerk sowie der Landwirtschaft und

der Bauwirtschaft in dieser Krise gezielt zusätzlich gefördert, um Ausbildungsbetriebe kurzfristig zu entlasten und Qualität in der Ausbildung zu sichern.

Das bedeutet konkret:

Für Ausbildungsbetriebe:


  • Ausbildungsverträge verlängern (RL Entlastung): Niedersächsische Betriebe, die Ausbildungsverträge verlängern, weil die Abschlussprüfung pandemiebedingt verschoben wurde und nicht innerhalb der regulären Ausbildungsdauer abgelegt werden kann oder weil die Prüfungsteilnehmenden durch die Prüfung fallen, erhalten für ihr Engagement eine Prämie i. H. v. 500 Euro.
  • Ausbildungsverträge zusätzlich abschließen (RL Entlastung): Um niedersächsische Ausbildungsbetriebe zu unterstützen, die zusätzliche Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen, ergänzt das Land die Maßnahmen des Bundes für KMU, die nicht im Sinne der Bundesförderung in erheblichem Umfang von der Covid-19-Krise betroffen sind, mit einer betrieblichen Einmalzahlung von 1.000 Euro, sofern die Probezeit erfolgreich beendet wurde.
  • Übernahme aus Insolvenzbetrieben: die bestehende Förderrichtlinie wird um einen weiteren Fördertatbestand ergänzt: künftig können auch Betriebe von der Förderung profitieren, wenn die oder der aufgenommene Auszubildende aus einem Betrieb stammt, der pandemiebedingt den Vertrag lösen musste. Dies berücksichtigt auch die Betriebe, die auf Grund der geänderten Regelungen im Insolvenzrecht von der Pflicht zur Insolvenzanmeldung aktuell ausgenommen sind.
  • Ausbildungskosten senken (RL ÜLU 2): Die überbetriebliche Ausbildung im Handwerk sowie der Landwirtschaft sowie der Bauwirtschaft und -industrie ist integraler Bestandteil der dortigen betrieblichen Ausbildung. Diese durch den Lock-down getroffenen Ausbildungsstrukturen sind zu stützen. Mit Mitteln des Bundes, des ESF und des Landes werden die Maßnahmen bereits gefördert. Eine kurzfriste Erhöhung des Landesanteils für 2021 – bezogen auf die bisherige „Drittelfinanzierung“ der anerkannten Lehrgangskosten entlastet die Ausbildungsbetriebe deutlich und honoriert ihre Ausbildungsleistung.

Für Auszubildende:

Mobilität und Flexibilität (RL Mobilität) wird belohnt: Die Mobilität von niedersächsischen Jugendlichen, die ein Ausbildungsverhältnis außerhalb ihres Wohnortes (mindestens 45 km oder 1 Stunde mit ÖPNV entfernt) eingehen, wird mit einer Prämie honoriert (500 Euro). Dieselbe Leistung erhalten Jugendliche, die auf Grund dieser Entfernung umziehen. Damit kann regionalen Passungsproblemen in der Covid-19 – Pandemie entgegengetreten und gleichzeitig die Besetzung angebotener Ausbildungsplätze in niedersächsischen Ausbildungsbetrieben befördert werden. Die Probezeit muss vor Beantragung erfolgreich absolviert sein.


Eine junge Zahntechnikerin mit Gummihandschuhen arbeitet an einem Gebiss   Bildrechte: Aktion Modernes Handwerk.

Artikel-Informationen

erstellt am:
16.10.2020

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