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FAQs zur beruflichen Bildung – BERUFSBILDENDE SCHULEN (BBS)

Wann besucht man in Deutschland die berufsbildenden Schulen?

In Deutschland muss man mindestens 9 Jahre eine allgemein bildende Schule besuchen, bevor man an einer berufsbildenden Schule aufgenommen werden kann.

Berufsbildende Schulen bieten verschiedene Schulformen an, je nachdem, welches schulische oderberufliche Ziel man hat.

Schülerinnen und Schüler, die keinen Schulabschluss haben, können die Berufseinstiegsschule besuchen. Dort wird auf eine Berufsausbildung vorbereitet und die Sprachkompetenz in Deutsch besonders gefördert.

Wer einen Ausbildungsvertrag mit einem Betrieb abgeschlossen hat, besucht die Berufsschule.

Darüberhinaus gibt es berufsbildende Schulformen, in denen man einen höheren allgemein bildenden Abschluss erwerben kann, eine schulische Berufsausbildung machen kannoder sich nach einer ersten Berufsausbildung weiterbilden kann.


Wie unterscheidet sich das ukrainische Berufsbildungssystem vom deutschen dualen System?

Im deutschen dualen Ausbildungssystem arbeiten Betrieb und Schule eng zusammen. In Deutschland findet die Ausbildung einheitlich statt. Ordnungsmittel (wie Ausbildungsordnung, Ausbildungsrahmenplan, Rahmenlehrplan für den berufsbezogenen Unterricht) regeln die Ausbildung. Die Prüfungen werden durch die zuständigen Stellen durchgeführt.

Das ukrainische Bildungssystem ist dagegen dreistufig:

1. Stufe: Die berufliche Anfangsausbildung dauert bis zu einem Jahr. Die Ausbildung findet bei Berufsbildungseinrichtungen der ersten Stufe statt, dies können auch Berufsbildungskurse bei Trägern sein.

2. Stufe: Sie endet mit dem Diplom „Qualifizierter Arbeiter“ und ermöglicht die Ausübung eines Berufs. Die Ausbildung findet in Berufsschulen, in spezialisierten technischen Berufsschulen und in Bildungs- und Produktionszentren statt; sie dauert 1,5 bis 4 Jahre.

3. Stufe: Sie endet auch mit dem Diplom „Qualifizierter Arbeiter“ oder mit einem Diplom „Junior Spezialist“. Die Ausbildung findet an spezialisierten Colleges statt; sie dauert 1,5 bis 4 Jahre bzw. 2 Jahre bei Hochschulreife.

Eine betriebliche Ausbildung ist nicht vorgesehen.

Quelle: https://www.bq-portal.de/db/L%C3%A4nder-und-Berufsprofile/ukraine , abgerufen am 15.03.2022

Hinweis:
Wer sich über die Anerkennung oder Teilanerkennung einer bereits absolvierten oder begonnen Berufsausbildung in der Ukraine informieren möchte, sollte sich jenach Beruf an die zuständige Stelle für die Berufsanerkennung wenden. Diese findet man unter:
https://www.anerkennung-in-deutschland.de


Wie können ukrainische Schülerinnen und Schüler der berufsbildenden Schulen durch die Arbeitsagentur unterstützt werden?

Ob ein Förderangebot bei der Arbeitsagentur beantragt werden kann hängt davon ab, ob

  • eine Registrierung als Flüchtling aus der Ukraine erfolgt ist,
  • Kenntnisse in der deutschen Sprache vorhanden sind und
  • die Schulpflicht erfüllt ist.

Alle Jugendlichen mit Wunsch nach Arbeit oder Ausbildung:

Vermittlungsbudget: Menschen, die sich bewerben möchten, können finanzielle Unterstützung bei Kosten für die Bewerbung, für Fahrten, Übersetzung und Anerkennung von Zeugnissen bekommen.

Jugendliche vor bzw. in einer beruflichen Ausbildung:

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB): Eine BvB hilft, wenn man Probleme hat, eine Ausbildung zu finden oder eine Ausbildung abgebrochen hat. Bis man diese Ausbildung beginnt sammelt man Erfahrung in unterschiedlichen Berufen und bekommt Unterricht zur Vorbereitung auf die Ausbildung.

Assistierte Ausbildung (AsA): Die Menschen, die an einer Berufsausbildung teilnehmen, werden durch Förderunterricht und Begleitung unterstützt. Auch wenn sie an einer Einstiegsqualifizierung (EQ) teilnehmen, können sie durch die AsA unterstützt werden.

Jugendliche mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen:

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB siehe oben) in spezieller Form sowie weitere spezielle Förderangebote entsprechend dem individuellen Bedarf an Unterstützung.

Weitere Informationen bekommt man in der PDF „Förderinstrumente der BA für geflüchtete Menschen aus der Ukraine“ oder direkt bei der Arbeitsagentur auf den Seiten

Masern-Schutz

Personen, die keinen gültigen Masern-Schutz vorweisen können oder bei denen der vorgelegte Nachweis fraglich ist, und die einer gesetzlichen Schulpflicht unterliegen, können zunächst in die Schule gehen, müssen aber von der Schulleitung an das Gesundheitsamt gemeldet werden. Das Gesundheitsamt berät dann die Eltern und entscheidet über das weitere Vorgehen.

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