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SPRINT-Projekt

Sprach- und Integrationsprojekt für jugendliche Flüchtlinge

Schulversuch zur Erprobung eines neuen pädagogischen und organisatorischen Konzeptes für zugewanderte Jugendliche


Bewerberinnen und Bewerber für SPRINT können sich unter www.eis-online-bbs.niedersachsen.de registrieren!

Das Niedersächsische Kultusministerium hat erhebliche Anstrengungen unternommen, um junge Flüchtlinge entsprechend qualifizierte Angebote auch im berufsbildenden Bereich vorzuhalten. Die sogenannte BVJ-Sprachförderklasse ist ein dauerhaftes Bildungsangebot. Es ist in der Verordnung über Berufsbildende Schulen (BBS-VO) geregelt und kann an allen Berufsbildenden Schulen angeboten werden. Der gesamte Unterricht, auch im berufsbezogenen Lernbereich bzw. in den Werkstätten, ist auf den Erwerb von Sprachkompetenz ausgerichtet.

Allein für die BVJ-Sprachförderklassen wurden im letzten Schuljahr fast zwei Millionen Euro für weiteres Personal zur Verfügung gestellt. Zusätzlich wurden Lehrerfortbildungen kurzfristig ermöglicht, um die Lehrkräfte auf ihre neue Aufgabe vorzubereiten. Darüber hinaus hat das Niedersächsische Kultusministerium kürzlich das Sprint-Modellprojekt (Sprint = Sprach- und Integrationsprojekt) für die öffentlichen berufsbildenden Schulen entwickelt, das jugendlichen Flüchtlingen in modularisierter Form helfen wird, Sprachbarrieren abzubauen und mit der Berufs- und Arbeitswelt vertraut zu werden. Dieses Projekt baut eine Brücke zwischen auslaufender Schulpflicht und Übergang in die Berufs- und Arbeitswelt. Der Wechsel in ein Regelangebot, z. B. in das BVJ, in die BEK oder in die BFS ist jederzeit möglich.

Unabhängig von Zuständigkeiten ist hier die Zielgruppe nicht mehr auf Schulpflichtige beschränkt, sondern auf Jugendliche bis zum 21. Lebensjahr erweitert worden, denn aufgrund der besonderen Situation kann es nicht mehr darum gehen, wer ist zuständig, sondern es muss heißen: Wer kann was leisten.

Das Projekt SPRINT gliedert sich in drei Schwerpunkte:

Modul I: Spracherwerb

Modul II: Einführung in die regionale Kultur- und Lebenswelt

Modul III: Einführung in das Berufs- und ArbeitslebenBewerberinnen und Bewerber für SPRINT können sich unter www.eis-online-bbs.niedersachsen.de registrieren.

Die Vermittlung der deutschen Sprache steht im Zentrum, somit bildet Modul I den Schwerpunkt des Projekts. Die Module II und III sind sprachoffensiv zu gestalten, so dass die erworbene Sprachkompetenz anwendungsbezogen trainiert und gefestigt werden kann. Unter Ausnutzung der regionalen Ressourcen bzw. Möglichkeiten, entwickelt die BBS eigenverantwortlich die Inhalte bzw. Förderpläne in Anlehnung an § 69 Abs. 4 S.3 NSchG, die aufgrund der unterschiedlichen Leistungsfähigkeit der Jugendlichen sehr individuell sein können.

Die Durchführung der Module kann in schuleigenen aber auch in außerschulischen Einrichtungen erfolgen. Die Einbindung anderer Einrichtungen, entsprechend § 69 Abs.4 S.2 NSchG, ist möglich. Im Rahmen von Modul III sollten betriebliche Praktika eingebunden werden.

Die Dauer eines Durchganges beträgt maximal ein Jahr und umfasst mindestens 25 Wochenstunden. Der Wechsel in ein Regelangebot, z. B. BVJ, BEK, BFS, ist jederzeit möglich. Dies gilt auch für nichtschulpflichtige Jugendliche. Ein Teil der zur Verfügung stehenden Personalstunden kann je nach Bedarf (z. B. Alphabetisierung, geringe schulische Grundbildung) für die Bildung von Lerngruppen, eine zeitweise Doppelbesetzung, Klassenteilung im Modul III oder für pädagogische Aufgaben im Rahmen des Übergangsmanagements verwendet werden. Maximal stehen 37 Personalstunden zur Verfügung.

Kultusministerin Heiligenstadt mit Schüler

Kultusministerin Heiligenstadt mit Morteza Maleake

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