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Besondere Verdienste bei Erwerb und Förderung der niederdeutschen Sprache - Fünf weitere Schulen in Niedersachsen erhalten Titel „Plattdeutsche Schule“

Fünf weitere Schulen in Niedersachsen dürfen ihr Gebäude künftig mit der Plakette „Plattdeutsche Schule" schmücken. Im Rahmen einer Feierstunde im Niedersächsischen Kultusministerium fand die dritte landesweite Titelverleihung statt. Die ausgezeichneten Schulen haben sich nachhaltig und in besonderer Weise nicht nur um die Sprachbegegnung verdient gemacht, im und außerhalb des Unterrichts bemühen sie sich zudem um den Erwerb und die Förderung der niederdeutschen Sprache. Die Schulen erhielten die Auszeichnung in Form einer Urkunde und eines Gebäudeschildes - je nach regionaler Variante in typischer Aussprache und Schreibweise:


Plattdütsche Schaule

Grundschule Huntetalschule

Marienstr. 2

49424 Goldenstedt

Plattdütsche Schaule

Katholische Grundschule Peheim

Markhauser Str. 14

49696 Peheim

Plattdüütsche School

Kirsten-Boie-Grundschule Wallhöfen

Wallhöfener Str. 12

27729 Vollersode

Plattdüütske School

Grundschule Rechtsupweg
Hauptstr. 30

26529 Rechtsupweg

Plattdüütsche Schaul

Grundschule Eversen

Zum Felde 6

29303 Bergen OT Eversen

Vorschaubild
Vorschaubild
Vorschaubild Grundschule Huntetalschule Goldenstedt
Vorschaubild Kirsten-Boie-Grundschule Wallhöfen
Vorschaubild Grundschule Eversen
Vorschaubild Katholische Grundschule Peheim
Vorschaubild Grundschule Rechtsupweg

Niedersächsische Schulen konnten sich im vergangenen Jahr zum ersten Mal um die Titel bewerben. Landesweit gibt es mit den jetzt ausgezeichneten insgesamt 17 „Plattdeutsche Schulen" und zwei „Saterfriesische Schulen". Auch dieser Titel kann Schulen verliehen werden. In diesem Jahr hatte sich jedoch keine entsprechende Schule für diesen Titel beworben.


Die Pflege der beiden Regional- bzw. Minderheitensprachen wird in Niedersachsens Schulen besonders gefördert: Seit dem Schuljahr 2006/2007 ist die Sprachbegegnung mit dem Niederdeutschen für alle Schulen und Schulformen im Primar- und Sekundarbereich I verbindlich, 2011 ist zudem der Erlass „Die Region und ihre Sprache im Unterricht" in Kraft getreten. Er eröffnet den Schulen auch Möglichkeiten des Spracherwerbs im Pflichtunterricht. Beispielsweise können Schulen danach in ausgewählten Fächern Unterricht auf Plattdeutsch oder Saterfriesisch erteilen. Das Niedersächsische Kultusministerium stellt der Landesschulbehörde zur Förderung der Sprachbegegnung und des Spracherwerbs zudem ein Stundenkontingent von insgesamt 265 Stunden pro Schuljahr zur Verfügung. Beraterinnen und Berater für Niederdeutsch bzw. Saterfriesisch der Niedersächsischen Landesschulbehörde unterstützen die Schulen in ihrem Bemühen, etwa bei der Umsetzung von Projekten oder beim Start neuer Aktivitäten. Die Förderung erfolgt an den Grundschulen im Regelunterricht und im Sekundarbereich darüber hinaus auch im Wahlpflichtunterricht, in Arbeitsgemeinschaften oder in Projekten. Die Schulen nehmen beispielsweise an Lesewettbewerben, Theateraufführungen oder anderen öffentlichen Veranstaltungen teil.


Niederdeutsch und Saterfriesisch wurden in die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen aufgenommen. Als zwei der sogenannten kleinen Sprachen Niedersachsens zählen sie zu den wichtigen Kulturgütern. Plattdeutsch wird nahezu überall in Niedersachsen in unterschiedlichen regionalen und örtlichen Dialekten gesprochen, Saterfriesisch nur in der Gemeinde Saterland im Landkreis Cloppenburg.

Schild mit Aufschrift Plattdüütske School

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