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Beirat konstituiert sich: Neues Fach „Islamische Religion“ soll in Niedersachsen 2013 starten

HANNOVER. Heute hat im Kultusministerium in Hannover der neue „Beirat für den islamischen Religionsunterricht in Niedersachsen" zum ersten Mal getagt. Der von den islamischen Verbänden Ditib und Schura gegründete Beirat übernimmt die Funktion des Ansprechpartners für das Land Niedersachsen, der aus rechtlichen Gründen für die geplante Einführung von islamischem Religionsunterricht als ordentliches Unterrichtsfach notwendig ist. Geplant ist die stufenweise Einführung des neuen Fachs „Islamische Religion" unter staatlicher Aufsicht für die rund 49.000 Schülerinnen und Schüler islamischen Glaubens in Niedersachsen ab dem Schuljahr 2013/14 in den Grundschulen und ab 2014/15 im Sekundarbereich I (Klasse 5 bis 10). Die Einführung soll aufsteigend ab dem 1. bzw. ab dem 5. Schuljahrgang erfolgen. Ein entsprechender Antrag der beiden Verbände zur Einführung des Fachs wird derzeit bearbeitet. Das reguläre Unterrichtsfach wird aufbauend auf dem seit 2003 bestehenden Modellversuch eingeführt.

„Mit der Gründung des gemeinsamen Beirats ist der Weg für das neue Fach „Islamische Religion" in Niedersachsen geebnet. Unser Dank gilt den Vertreterinnen und Vertretern von Ditib und Schura. Mit beiden Verbänden haben wir konstruktiv zusammengearbeitet", sagte Kultusminister Dr. Bernd Althusmann. „Wir wollen den muslimischen Kindern und Jugendlichen in Niedersachsen einen bekenntnisorientierten Unterricht anbieten. Derzeit erhalten Schülerinnen und Schüler christlichen, jüdischen, orthodoxen und alevitischen Glaubens bereits entsprechenden Unterricht. Das Land Niedersachsen will in unseren Schulen damit einen Beitrag zur Integration und zur religiösen Bildung leisten: Der Unterricht wird in deutscher Sprache, mit hier ausgebildeten Lehrkräften und auf Basis unseres Grundgesetzes erteilt werden. Die Lehrkräfte unterrichten nach in Niedersachsen entwickelten Lehrplänen", sagte der Kultusminister.

Der Beirat wurde laut Beiratsordnung ins Leben gerufen, um „die Durchführung eines islamischen Religionsunterrichts im Sinne von Artikel 7 Absatz 3 des Grundgesetzes an den öffentlichen Schulen Niedersachsens zu ermöglichen und zu unterstützen". Zu seinen Aufgaben zählt unter anderem die Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium bei der Lehrplanerstellung.

Der Schulversuch „Islamischer Religionsunterricht" war am 1. August 2003 mit zunächst acht Schulen gestartet - inzwischen sind landesweit 43 Grundschulen beteiligt. Schon jetzt werden mehr als 2.000 Kinder islamischen Glaubens in diesem Fach unterrichtet. Die Erfahrungen in dem nun schon mehr als acht Jahre andauernden Schulversuch bilden die Grundlage für die stufenweise Einführung des neuen Fachs „Islamische Religion".

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