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Gemeinsames Statement von MWK und MK zum „Bildungsmonitor 2014“ vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Der Bildungsmonitor 2014 der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft beinhaltet aus Sicht der rot-grünen Landesregierung Niedersachsens keine neuen Informationen. Die Datengrundlagen sind überwiegend Angaben, die sich auf das Jahr 2012, also die Zeit der Vorgängerregierung beziehen.

Die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur kommentiert die Hochschulen und Studium betreffenden Bewertungen wie folgt:

Eine besondere Stärke weist Niedersachen laut Bildungsmonitor in den Handlungsfeldern Zeiteffizienz (4. Platz im Ländervergleich) und Ausgabenpriorisierung (4. Platz) auf. Das heißt, im niedersächsischen Bildungssystem wird effizient mit Zeit umgegangen, und pro Studierendem setzt Niedersachsen im Ländervergleich das meiste Geld ein. Verbesserungsbedarf besteht im Vergleich zu anderen Ländern laut Bildungsmonitor besonders im Bereich Internationalisierung sowie Hochschule und MINT. „Die Niedersächsische Landesregierung setzt genau da an: Die rot-grüne Landesregierung hat als erstes die Studiengebühren abgeschafft, um mehr jungen Menschen ein Studium zu ermöglichen und Niedersachsen als Studienort attraktiver zu machen. Die Intensivierung der Internationalisierung wurde als zentraler Baustein der institutionellen Profilbildung im Hochschulentwicklungsvertrag mit allen Hochschulen vereinbart. Darüber hinaus hat sich die Landesregierung zum Ziel gesetzt, die Abbrecherquote bei den Studierenden zu senken – und die Studienerfolge vor allem im Bereich der naturwissenschaftlich-technischen Studiengänge zu stärken“, sagt die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf die Fachtagung „MINTdenken - Strategien für erfolgreiche MINT-Studienabschlüsse“ am 8. Oktober in Hannover, veranstaltet von Kultus- und Wissenschaftsministerium zusammen mit der Zentralen Evaluations- und Akkreditierungsagentur Hannover und der Niedersächsischen Technischen Hochschule sowie mit Unterstützung der Stiftung NiedersachsenMetall, auf der entsprechende Programme und Maßnahmen vorgestellt und diskutiert werden.“

Für das Niedersächsische Kultusministerium erklärt Kultusstaatssekretär Peter Bräth:

„Der Ganztagsausbau ist das Herzstück niedersächsischer Bildungspolitik: Bis Ende 2017 sind allein dafür rund 260 Millionen Euro veranschlagt, die in die bessere Ausstattung der bisherigen und künftigen Ganztagsschulen in Niedersachsen fließen werden. Durch die zusätzlichen Ressourcen ist es möglich, künftig verstärkt Lehrkräfte im Ganztagsbereich einzusetzen, Unterricht und außerunterrichtliche Angebote besser miteinander zu verzahnen und Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern. Die Niedersächsische Landesregierung weist den Ganztagsschulen deutlich mehr Lehrerstunden zu und gibt ihnen dadurch mehr pädagogische Entwicklungsmöglichkeiten. Das ist ein großer Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit, Chancengleichheit und letztendlich auch zur Fachkräftesicherung.

Die im `Bildungsmonitor` geäußerte Kritik an einer 13-jährigen Schulzeitdauer bis zum Abitur wird ausdrücklich nicht geteilt. Seit der Einführung des Abiturs nach zwölf Jahren in Niedersachsen gab es aus Kreisen der Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schüler immer wieder Hinweise darauf, dass der Stress insbesondere an der gymnasialen Oberstufe zugenommen habe. Klagen darüber, dass der Unterrichtsstoff zu schnell durchgenommen werde, es zu wenig Zeit zum Lernen gäbe und dass Freizeitaktivitäten wie das Engagement in Vereinen viel zu kurz kämen. Das Land Niedersachsen hat sich daher nach einem intensiven Dialog- und Beteiligungsprozess auf den Weg zu einem neuen modernen Abitur nach 13 Jahren gemacht: Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte werden zum 1. August 2015 deutlich entlastet, gleichzeitig wird die hohe Qualität des niedersächsischen Abiturs gesichert, die Einhaltung der Bildungsstandards garantiert und der länderübergreifende Abiturvergleich nicht beeinträchtigt. Wir geben den niedersächsischen Schülerinnen und Schülern wieder mehr Zeit zum Leben und Lernen. Dieser Weg ist für Niedersachsen richtig, er ist im Konsens gefallen und von den Bildungsakteuren gemeinsam vorbereitet worden. Niedersachsen macht damit das Gymnasium fit für die Zukunft. Mit der Intensivierung und Verankerung der Studienorientierung im modernen Abitur wird Studienabbrüchen im Vorfeld entgegengewirkt. Niedersachsen möchte aber auch mehr Abiturientinnen und Abiturienten für die duale Ausbildung begeistern – darum wird die Berufsorientierung fester Teil des Gymnasiums. Wir setzen damit eine entsprechende Forderung des Wissenschaftsrates um. Beide Maßnahmen bereiten Schülerinnen und Schüler besser auf das (Berufs-) Leben vor.

Das Land Niedersachsen verbessert ab dem 1. Januar 2015 den Personalschlüssel in Krippengruppen und finanziert die so genannte „Dritte Kraft“. Im Rahmen eines Stufenplanes erhalten Träger künftig Finanzhilfe in Form einer Pauschale für eine entsprechende Fachkraft. Wir setzen damit ein deutliches Zeichen für mehr Qualität in der frühkindlichen Bildung. Der Mittelbedarf des Landes wächst danach von rund 39 Millionen Euro in 2015 über 50 Millionen Euro (2016) und 65 Millionen Euro (2017) bis auf etwa 142 Millionen Euro im Jahr 2021 an. Weiterhin werden für zusätzliche Krippenplätze und qualitative Investitionen in Kindertageseinrichtungen rund 51 Millionen Euro aus Bundesmitteln bereitgestellt.

Mit diesen Maßnahmen setzt die Landesregierung ein deutliches Zeichen für gleiche Bildungschancen, begegnet dem demografischen Wandel und leistet einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung.“

Logo Bildrechte: Land Niedersachsen

Artikel-Informationen

erstellt am:
19.08.2014
zuletzt aktualisiert am:
20.08.2014

Ansprechpartner/in:
Sebastian Schumacher

Nds. Kultusministerium
Pressesprecher
Hans-Böckler-Allee 5
30173 Hannover
Tel: 05 11/1 20-71 48

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