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Staatssekretärin Willamowius bei Delegiertenversammlung des VLWN: „Gemeinsam die berufliche Bildung in der Fläche stärken“


Mit einem Bündel an Maßnahmen werden die Berufsbildenden Schulen im Flächenland Niedersachsen gestärkt. Mit dem neuen „Regionalmanagement“ sei es auch bei einem Rückgang der Auszubildendenzahlen in bestimmten Berufen möglich, eine Beschulung der Auszubildenden möglichst in Fachklassen vor Ort sicherzustellen, betonte Kultusstaatssekretärin Gaby Willamowius heute auf der Delegiertenversammlung des Verbandes der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen Niedersachsen (VLWN). Das sei ein klares Signal für die „Gleichwertigkeit der beruflichen Bildung mit dem allgemein bildenden System und ein wichtiger Beitrag gegen den Fachkräftemangel“.

„Die berufliche Bildung ist eine tragende Säule, um Fachkräfte zu gewinnen, und bildet damit das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Berufliche Bildung ist immer auch regionale Struktur- und Wirtschaftspolitik. Deshalb braucht es auch neben der Standortgarantie in der Fläche die Einrichtung regionaler Berufsbildungsdialoge, in die sich die relevanten Akteure der beruflichen Bildung einbringen. Dies trägt wesentlich zur Verbesserung der Qualität der Berufsausbildung bei, was unmittelbar den jungen Menschen, aber auch den Ausbildungsbetrieben zugutekommt“, sagte Joachim Maiß, VLWN-Vorsitzender.

Willamowius: „In Niedersachsen erhalten wir so mit einem weiteren wichtigen Schritt die Schulstandorte der berufsbildenden Schulen und geben Schulen und Schulträgern mit dem Regionalmanagement einen Instrumentenkoffer an die Hand, Bildungsangebote budgetwirksam zu halten und ein qualitativ hochwertiges Angebot zu erhalten. Dabei bleibt es bei der Maßgabe von sieben Schülerinnen und Schülern pro Klasse, um noch einen Budgetanteil von 80% zu erwirken und einer Klassengröße von 22 Schülerinnen und Schülern für einen neuen Bildungsgang. Das Land scheut keine Kosten und Mühen, um auch aktuell weniger gefragte Ausbildungsgänge unter schwierigen Bedingungen aufrechtzuerhalten.“

Sinke die Zahl der Schülerinnen und Schüler in einer Berufsschulklasse unter den Wert von sieben, könne der Schulträger mit dem neuen „Regionalmanagement“ verschiedene Maßnahmen ergreifen: Als innerschulische Maßnahme können in den Grundstufen und in manchen Fachklassen aus verschiedenen, zueinander affinen, Ausbildungsberufen Gruppen gebildet werden, die gemeinsam beschult werden. „In der letzten Woche ist dazu die „Liste der affinen Berufe“ erstmalig veröffentlicht worden, um aufzuzeigen, welche Ausbildungsberufe in den Fachklassen gemeinsam beschult werden können. Diese Liste wird zukünftig jährlich aktualisiert werden. Somit wird klassenübergreifender Unterricht im selben Berufsbereich ermöglicht und die Budgets der Schulen werden geschont“, erläuterte die Staatssekretärin.

Weitere gemeinsame Beschulungsmöglichkeiten könnten zudem vor Ort vereinbart werden, ebenso, wie Auszubildende im ersten Ausbildungsjahr nunmehr in einer Berufsfachschulklasse des gleichen Berufsbereichs einer Berufsfachschulklasse oder Schwerpunktes gemeinsam unterrichtet werden könnten, um lange Schulwege zu ersparen.

Viel Lob im Gepäck hatte Staatssekretärin Willamowius für die Digitalisierungsfortschritte der berufsbildenden Schulen. Hier sei während der Corona-Pandemie der Distanzunterricht besonders schnell, pragmatisch und kreativ umgesetzt worden. Willamowius: „Gerade den berufsbildenden Schulen ist es gelungen, den Unterricht in kürzester Zeit auf die neuen Anforderungen umzustellen. Das ist bemerkenswert und dafür sage ich herzlichen Dank!“ Sie wisse, dass insbesondere in Hinblick auf die technische Ausstattung und den Umgang mit Digitalisierung noch einiges zu tun sei. In diesem Zusammenhang sei erfreulich, dass die Zusatzvereinbarung zum Digitalpakt „Leihgeräte für Lehrkräfte“ von den Schulträgern nahezu vollständig ausgeschöpft wurde. Sie sei der Überzeugung, dass das Tempo weiter hochgehalten werden müsse, um den Schub, den die Corona-Pandemie bei der Digitalisierung ausgelöst habe, beizubehalten. Das Land werde die berufsbildenden Schulen weiter bei ihrem Engagement unterstützen, unter anderem durch Fortbildungen zum Distanzunterricht an berufsbildenden Schulen und zur E-Didaktik, das Fortbildungsformat „Unterricht mit digitalen Medien – BBS“ und die Einrichtung des „Portals für berufliche Bildung“ im Rahmen der Kultusministerkonferenz.

Fortschritte sind derweil auch bei der Verbesserung der Unterrichtsversorgung im BBS-Bereich zu verzeichnen, wusste die Kultusstaatssekretärin zu berichten. Die unterschiedlichen Werbemaßnahmen für den Lehrkräfteberuf, die Ausweitung der Studienkapazitäten für die beruflichen Fachrichtungen Sozialpädagogik und Pflegewissenschaften, die „Lehrer-Schüler-Akademie“ sowie das Projekt „Weichensteller“ seien erfolgreiche Bausteine in der Gesamtstrategie des Landes, die Tätigkeit als Berufsschullehrkraft in seiner gesellschaftlichen Wertschätzung zu steigern und attraktiver zu machen. So sei bei der Unterrichtsversorgung zuletzt ein Wert von 92,3 Prozent erreicht worden, was eine Verbesserung um 4,2 Prozentpunkte seit 2016 darstelle. „Diese stetige Verbesserung soll aber nicht dazu verleiten, sich auf dem Erreichten auszuruhen. Fachkräfte fehlen in vielen Bereichen und damit kommt nach wie vor der Stärkung der beruflichen Bildung eine bedeutende Rolle zu. Aus diesem Grund arbeiten wir daran, auch für die beruflichen Fachrichtungen und Unterrichtsfächer, in denen es bundesweit schwierig ist, Studierende zu gewinnen, geeignete Lehrkräfte in der erforderlichen Zahl zu finden. Wir werden dabei nicht nachlassen“, versicherte Willamowius.

Sie warb abschließend für eine weiterhin gute Zusammenarbeit zwischen VLWN und dem Kultusministerium: „Ihr Verband gilt seit langem als kritisch-konstruktiver Begleiter der Bildungspolitik in Niedersachsen und somit als wichtiger Partner des Niedersächsischen Kultusministeriums in allen Fragen der Berufsbildung. Gerne setzen wir die Tradition der guten Zusammenarbeit mit Ihnen fort.“


Staatssekretärin  

Artikel-Informationen

erstellt am:
07.10.2021

Ansprechpartner/in:
Sebastian Schumacher

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