Nds. Kultusministerium klar

Rede des Niedersächsischen Kultusministers Grant Hendrik Tonne zu TOP 18 b) der Landtagssitzung am 17.05.2018 Aktuelle Stunde: Brennpunktschulen in Niedersachsen - Droht der Flächenbrand?

Drs. 18/879 Fraktion der AfD



Es gilt das gesprochene Wort!

Anrede,

unsere Schulen in Niedersachsen sind vielfältig! Unsere Schulen sind so heterogen wie die gesamte Gesellschaft und: jedes Kind, jede Schülerin und jeder Schüler ist anders! Kinder und Jugendliche unterscheiden sich grundlegend in ihrer Art, ihren Lernvoraussetzungen und in ihren jeweiligen Stärken und Begabungen.

Besondere lokale Herausforderungen, soziale Ungleichgewichte und die Erwartungshaltung an die Gewährleistung von Chancengerechtigkeit durch Bildungsteilhabe gewinnen mehr und mehr an Bedeutung.

Und unsere Schulen stellen sich diesen Herausforderungen und leisten einen hervorragenden, nicht zu ersetzenden Beitrag auch für den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Engagierte Schulleitungen, Lehrkräfte, Pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen sich in unseren Schulen jeden Tag und immer mehr dieser Aufgabe und sie erledigen sie engagiert und umsichtig. Dafür gebührt ihnen unser ausdrücklicher Dank!

In einigen Schulen braucht es allerdings doch noch einen besonderen Blick auf ihre Rahmenbedingungen. Dort, wo sich soziale Problemlagen in Orten und Städten bündeln,

spiegelt sich das soziale Umfeld auch im Schulalltag wieder. Was sehen wir an diesen (wiederum unterschiedlichen) Standorten?

Ich habe gerade in den letzten Tagen eine solche Schule besucht. Ich habe mir unmittelbar einen Eindruck verschaffen können, wo die besonderen Herausforderungen dieser Schule liegen und wie das Kollegium einen bemerkenswerten Einsatz leistet, aber auch an seine Grenzen kommt. Diese Schulen brauchen eine besondere und zielgerichtete Unterstützung und diese bekommen sie auch!

Diese Schulen und auch wir als Kultusministerium und Schulbehörden werden diese Schwierigkeiten aber nicht im Alleingang lösen können. Dazu braucht es das Zusammenwirken vor allem mit den betroffenen Kommunen als Schulträger und vielen zivilgesellschaftlichen Einrichtungen im Umfeld. Genau darauf zielen unsere Überlegungen ab und so haben wir uns bei meinen Besuchen auch verständigt.

Wer hier von einem „Flächenbrand" spricht, hat keine Ahnung von der Wirklichkeit im Land. Es geht ihm nur um Panikmache, die bildungspolitisch und gesellschaftlich unverantwortlich ist. So helfen wir diesen Schulen kein Stück weiter - im Gegenteil!

Anrede,

Jede Schule hat andere Bedingungen und Herausforderungen und wir unterstützen unsere Schulen vielfältig. Wir wollen aber noch flexibler werden. Mit den Ganztagsangeboten können wir intensiver die Aktivitäten in den Schulen mit ihrem sozialen Umfeld verbinden. Die Schulentwicklungsberatung, die Sprachbildungszentren, die Schulpsychologie sind nur Beispiele des umfassenden Beratungs- und Unterstützungssystems, auf das unsere Schulen zurückgreifen können. Und mit der Einführung der schulischen Sozialarbeit stärken wir zusätzlich die sozialen Kompetenzen in unseren Schulen. Alles wichtige Schritte, die auch diesen Schulen helfen.

Wir werden uns um Schulen, die besonders gefordert sind, besonders kümmern und dort Schulentwicklung gezielt vorantreiben. Dazu braucht es bildungspolitische Kenntnis, Kreativität und konstruktive Vorschläge! Die Schule hat exemplarisch ihre konkreten Wünsche auf den Tisch gelegt. Wir werden die nächsten Wochen nutzen, um gemeinsam mit den Beteiligten diese Wünsche mit unseren Möglichkeiten abzugleichen, die Unter- stützung dieser und vergleichbarer Schulen noch weiter zu verstärken und unsere Anstren-


gungen sowie die Arbeit in den betroffenen Kommunen weiter zu verzahnen.

Wir werden kein Kind verloren geben, sondern für Chancengerechtigkeit und Bildungsteilhabe für jedes Kind und jeden Jugendlichen kämpfen.

Ihre Panikmache hilft dabei nicht weiter - schon gar nicht den betroffenen Schulen.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne  
Artikel-Informationen

17.05.2018

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