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Rede des Niedersächsischen Kultusministers Grant Hendrik Tonne zu TOP 16 der Landtagssitzung am 29.01.2020 - Mobbing an Schulen bekämpfen – Anregungen zu gesamtgesellschaftlichem Handeln - ÄA SPD/CDU zur Drs. 18/1522


Es gilt das gesprochene Wort!


Anrede,

Mobbing und Cybermobbing konsequent entgegenzutreten ist der Landesregierung ein wichtiges Anliegen.

Der hier vorliegende Antrag unterstreicht erneut die Bedeutung und ermöglicht uns, die Schulen noch gezielter dabei zu unterstützen, eine Schulkultur der Achtsamkeit und Anerkennung zu etablieren und weiterzuentwickeln.

Ich begrüße daher ausdrücklich die gemeinsame Initiative der Fraktionen von SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP – dies ist ein gutes Signal für unsere Schulen.


Anrede,

es geht um die Gewährleistung eines gesunden und gewaltfreien Aufwachsens in den Schulen für alle Kinder und Jugendlichen in Niedersachsen.

Jedes Kind soll gerne in die Schule gehen! Und Schule muss ein sicherer Arbeitsplatz für Lehrkräfte und alle Beschäftigten sein.


Hierbei können wir das Thema „Mobbing und Cybermobbing unter Schülerinnen und Schülern“ nicht ernst genug nehmen.

Wir wissen: Mobbing zerstört den Selbstwert eines Menschen und erzeugt Angst und Einsamkeit.

Wir wissen auch, dass dort, wo sich Mobbingprozesse etablieren können, alle Beteiligten Schaden nehmen, ein Klima der Unsicherheit und des Misstrauens herrscht und grundlegende Werte, wie Respekt und Mitmenschlichkeit in Gefahr sind.

Dies alles erzeugt unabsehbare Folgen für die individuelle Bildungsbiographie, die Gesundheit und die Entwicklung der Persönlichkeit von Kindern und Jugendlichen.


Anrede,

einer solchen Entwicklung werden wir vehement entgegenstehen. Wir erleben zurzeit in unserer Gesellschaft eine Zunahme von hate-speech, vor allem im Internet, von Verrohung und Abnahme von Respekt im Umgang miteinander.

Hier sind wir alle aufgefordert, auch ganz persönlich, einen wertschätzenden und von Respekt getragenen Umgang vorzuleben. Denn: Werte und Haltungen brauchen Vorbilder.

Die Schule ist ein Spiegel der Gesellschaft.

Die Schule ist aber auch der Ort, an dem Kinder und Jugendliche lernen können, mit sich selbst und anderen achtsam und respektvoll umzugehen sowie Konflikte konstruktiv zu lösen.


Anrede,

in der Schule werden die Grundlagen für demokratische Haltungen und Einstellungen gelegt. Die Landesregierung unternimmt daher vielfältige Anstrengungen, um Schulen gerade auch in dieser Aufgabe zu unterstützen.

So arbeiten zur Stärkung der schulischen Prävention und Intervention derzeit rund 1.300 Beratungslehrkräfte und über 1.000 Sozialpädagoginnen und -pädagogen in niedersächsischen Schulen.

Weiter sind bereits in über 550 Schulen Mobbing-Interventions-Teams etabliert.

Darüber hinaus startete im Schuljahr 2019/20 die Kampagne „Demokratisch gestalten“.

Auch die Anlaufstelle für Opfer und Fragen sexuellen Missbrauchs und Diskriminierung in Schulen und Tageseinrichtungen für Kinder im Kultusministerium leistet seit 2012 erfolgreiche und hervorragende Arbeit.


Anrede,

der vorliegende fraktionsübergreifende Antrag unterstützt diese Initiativen - erweitert aber auch die Handlungsspielräume. Neben der konsequenten Weiterentwicklung von Beratungs- und Fortbildungsstrukturen und -formaten, müssen die Schülerinnen und Schüler selbst in noch stärkerem Maße aktiviert und in die Lage versetzt werden, sich für ein friedliches Miteinander selbstverantwortlich einzusetzen. Und nicht zuletzt müssen auch die Eltern gestärkt werden. Sie sind im Sinne einer guten Erziehungspartnerschaft mit der Schule wichtige Akteure bei der Bekämpfung von Mobbing und Cybermobbing.

Wir werden die Forderungen des Antrages sehr gerne in unsere Arbeit aufnehmen. Für die Weiterentwicklung einer Schulkultur der Anerkennung und Achtsamkeit sind damit die richtigen Weichen gestellt.

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.


Kultusminister Grant Hendrik Tonne  
Artikel-Informationen

30.01.2020

Ansprechpartner/in:
Jasmin Schönberger

Nds. Kultusministerium
Hans-Böckler-Allee 5
30173 Hannover
Tel: 0511 120 7198

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