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Niedersachsen stärkt „das Platt“: Netzwerk „Plattdeutsche Schulen“ wächst auf 40 Schulen, 16 Schulen starten neues Modellprojekt „Niederdeutsch im Sekundarbereich I“

Die Pflege des „Platt“ nimmt in Niedersachsens Schulen einen immer höheren Stellenwert ein. Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat heute (Mittwoch) im Studienseminar Osnabrück sieben weitere Schulen als „Plattdeutsche Schulen“ ausgezeichnet. Damit gibt es nunmehr 40 Schulen, die den begehrten Titel tragen und sich in besonderer Weise um den Erwerb und die Förderung der niederdeutschen Sprache verdient machen. „Mehrsprachigkeit wirkt sich positiv auf das Lernen aus. Und Mehrsprachigkeit bezieht sich ausdrücklich auch auf Sprachen wie Niederdeutsch und Saterfriesisch“, so Niedersachsens Kultusminister. Tonne: „Schulen, die den Erwerb dieser Sprachen ermöglichen, fördern zum einen ihre Schülerinnen und Schüler, zum anderen tragen sie mit dazu bei, diese Sprachen zu erhalten und als Schatz des Landes Niedersachsen zu bewahren. Ich freue mich über das große Interesse am Platt!“

Die sieben neuen „Plattdeutsche Schulen“ erhielten aus den Händen des Kultusministers Plaketten für ihre Schulgebäude, mit denen ihr Engagement für „das Platt“ hervorgehoben wird, sowie eine Urkunde - je nach regionaler Variante in typischer Aussprache und Schreibweise. Diese Auszeichnungen hatten in der Vergangenheit bereits sieben Schulen erhalten, deren Zertifizierung als „Plattdeutsche Schulen“ heute verlängert wurde.

Liste der neuen Schulen und der Schulen deren Auszeichnung verlängert wird:

Schule

Schulform

Region

Hermann-Löns-Schule, Lüneburg

Grundschule (GS)

Regionalabteilung (RA) Lüneburg

Landkreis (LK) Lüneburg

Grundschule Golzwarden

Golzwarden

Grundschule (GS)

RA Osnabrück

LK Wesermarsch

Grundschule Moorriem

Elsfleth

Grundschule (GS)

RA Osnabrück

LK Wesermarsch

Grundschule Eilvese

Neustadt a.Rbge

Grundschule (GS)

RA Hannover

LK Hannover

Hugo-Friedrich-Hartmann Oberschule, Bardowick

Oberschule (OBS)

RA Lüneburg

LK Lüneburg

KGS Tarmstedt,

Tarmstedt

Kooperative Gesamtschule (KGS)

RA Lüneburg

LK Rotenburg (Wümme)

BBS Wittmund

Berufsbildende Schule (BBS)

RA Osnabrück

LK Wittmund

Schule

Schulform

Region

Grundschule Nordholz

Grundschule (GS)

RA Lüneburg

LK Cuxhaven

Grundschule Moordorf

Grundschule (GS)

RA Osnabrück

LK Aurich

Grundschule Höner Mark

Grundschule (GS)

RA Osnabrück

LK Vechta

Grundschule Holtermoor

Grundschule (GS)

RA Osnabrück

LK Leer

Grundschule Constantia

Grundschule (GS)

RA Osnabrück

LK Emden

Grundschule Wiesmoor-Mitte

Grundschule (GS)

RA Osnabrück

LK Aurich

Marienschule Strücklingen

Grundschule (GS)

RA Osnabrück

LK Cloppenburg

Neben der Förderung der „Plattdeutschen Schulen“ stärkt das Land Niedersachsen die Regionalsprachen mit einem neuen Modellprojekt: „Niederdeutsch im Sekundarbereich I“ hat zum Ziel, „das Platt“ an weiterführenden Schulen auszubauen. Zudem sollen die in dem Projekt gesammelten Erkenntnisse dabei helfen, die Einführung des Faches „Niederdeutsch“ als reguläres Unterrichtsangebot als zweite Fremdsprache im Sekundarbereich I vorzubereiten. Kultusminister Tonne begrüßte 16 Schulen des Sekundarbereichs I aus ganz Niedersachsen, die seit Beginn des laufenden Schuljahres an „Niederdeutsch im Sekundarbereich I“ teilnehmen. Mehr als die Hälfte dieser Schulen bietet bereits in diesem Schuljahr Wahlpflichtkurse Plattdeutsch in verschiedenen Jahrgangsstufen an. Die Wahlpflichtkurse werden benotet. Dies ist für die Zukunft der Regionalsprache in der Schule von besonderer Bedeutung. „Den Teilnehmerschulen, den Lehrkräften und Schulleitungen danke ich, dass Sie sich an dem Modellprojekt beteiligen. Ihre Erfahrungen sind ein wichtiger Baustein, um unsere sprachliche Vielfalt zu erhalten und didaktisch aufbereitet weiterzugeben“, so der Kultusminister.

Für das Projekt sowie zur Unterstützung des Ausbaus der niederdeutschen und saterfriesischen Sprache im Sekundarbereich I werden zehn zusätzliche Lehrerstellen zur Verfügung gestellt sowie in diesem Jahr einmalig 100.000 Euro für die Erarbeitung und den Erwerb von geeigneten Unterrichtsmaterialien.

Die 16 Teilnehmerschulen am Modellprojekt „Niederdeutsch im Sekundarbereich I“ :

  • OBS Edewecht

  • KGS Haage-Norden

  • KGS Tarmstedt

  • OBS Bardowick

  • IGS Ihlow

  • RS Möörkenschule Leer

  • GOBS Ludgerusschule Rhede

  • Gymnasium Warstade Hemmoor

  • OBS Uchte

  • RS Diepholz

  • GOBS Oerel

  • IGS Bodenfelde

  • OBS Ahlerstedt

  • HRS Collhusen

  • OBS Borssum

  • Gymnasium Nordhorn

Hintergrund:

Die Regionalsprache Niederdeutsch und die Minderheitensprache Saterfriesisch sind Ausdruck von sprachlicher und kultureller Vielfalt in Deutschland. Sie werden durch die Europäische Sprachencharta besonders geschützt. Die kleinen Sprachen sind wichtige Bestandteile der Mehrsprachigkeit. Wer zweisprachig mit Hochdeutsch / Niederdeutsch aufwächst, lernt erwiesenermaßen leichter weitere Fremdsprachen. Die Verbindung zum Englischen ist so eng, dass sehr schnell die Sprachenverwandtschaft aufgezeigt werden kann. Darüber hinaus sind die kleinen Sprachen in ihren regionalen Ausprägungen wichtige Bestandteile der regionalen Identität und sind in Familien-, Flur-, Straßen- und Ortsnamen dauerhaft erhalten.

In Niedersachsen gibt es den „Plattdeutschen Lesewettbewerb“ mit landesweit etwa 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern; außerdem in Zusammenarbeit mit den Landschaften und Landschaftsverbänden die Aktion“ Freedag is Plattdag“, um die Regionalsprache in die Ohren und auf die Zunge der Menschen zu bringen („Platt-is-cool“). Postkarten, Lernkarten und ein kleines Heft mit einer neuen Geschichte von "Lüttje Muus" in verschiedenen Plattdeutsch-Varianten sind an alle 2700 Schulen und über die Landschaftsverbände verteilt worden.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne   Bildrechte: MK

Kultusminister Grant Hendrik Tonne

Artikel-Informationen

04.03.2020

Ansprechpartner/in:
Sebastian Schumacher

Nds. Kultusministerium
Pressesprecher
Hans-Böckler-Allee 5
30173 Hannover
Tel: 05 11/1 20-71 48

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