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KMK-Ländervergleich 2012 – Heiligenstadt: „Bildungsstandards in Mathematik und Naturwissenschaften erreicht, Studie zeigt aber auch Handlungsbedarf!“

Niedersachsens Neuntklässlerinnen und Neuntklässler erfüllen in den Fächern Mathematik, Biologie, Physik und Chemie die Anforderungen der Bildungsstandards und schneiden im Vergleich mit anderen Ländern nicht signifikant besser oder schlechter ab als der Bundesdurchschnitt. Zu diesem Ergebnis kommt der Ländervergleich 2012, den die Kultusministerkonferenz am (heutigen) Freitag vorgestellt hat. Signifikant überdurchschnittliche Kompetenzstände in allen Fächern werden insbesondere in den neuen Bundesländern erreicht. Im KMK-Ländervergleich 2012 wurde überprüft, inwieweit Schülerinnen und Schüler des 9. Schuljahrgangs die Bildungsstandards im Fach Mathematik und Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Physik) erreicht haben. Im Fach Mathematik wurden alle Kompetenzbereiche, in den Naturwissenschaften die Kompetenzbereiche Fachwissen und Erkenntnisgewinnung überprüft.

„Niedersachsen belegt beim Ländervergleich Mathematik und Naturwissenschaften einen Platz im Mittelfeld. Damit wird der Bildungsstandard erreicht. Wir sind mit dem Abschneiden der Schülerinnen und Schüler zufrieden, die Lehrkräfte haben gute Arbeit geleistet. Doch die Studie zeigt uns noch Handlungsbedarfe auf", kommentierte die Niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt die Ergebnisse. Bemerkenswert sei, so die Ministerin, dass neben Bayern vor allem die ostdeutschen Länder Spitzenergebnisse erzielten: „Wir werden uns die Ergebnisse des Ländervergleichs ganz genau ansehen, denn wir wollen wissen, was andere besser machen und von ihnen lernen. Nach zehn Jahren schwarz-gelber Schulpolitik haben wir in Niedersachsen einiges aufzuholen. Dies wird uns nicht von heute auf morgen gelingen können, aber mit unserer ‚Zukunftsoffensive Bildung’ befinden wir uns auf dem richtigen Weg.“

Die Niedersächsische Landesregierung beabsichtigt, den Kultusetat bis 2017 um insgesamt eine Milliarde Euro zu erhöhen und hat für diesen Zeitraum ein 420 Millionen Euro umfassendes Bildungspaket aufgelegt. Damit soll unter anderem die Ausstattung der Ganztagsschulen verdreifacht, die frühkindliche Bildung gestärkt und weitere Qualitätsverbesserungen im Kultusbereich vorgenommen werden. Ziel müsse sein, so Heiligenstadt, alle Kinder bestmöglich und so früh wie möglich zu fördern, die Lernbedingungen flächendeckend zu verbessern und allen gleiche Bildungschancen zu ermöglichen. Schülerinnen und Schüler dabei nachhaltig für das Fach Mathematik und für Naturwissenschaften zu begeistern, sei in Anbetracht der großen Bedeutung des gesamten MINT-Bereichs für Studium, Ausbildung und Beruf eine wichtige Herausforderung. „Angesichts des Fachkräftemangels müssen wir uns hier besonders anstrengen“, so die Kultusministerin.

Das Land Niedersachsen setzt vielfältige Maßnahmen zur Stärkung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts um und entwickelt sie kontinuierlich weiter. So werden beispielsweise zum nächsten Schuljahr 2014/2015 neue Kerncurricula im Fach Mathematik sowie in den Fächern Biologie, Chemie und Physik für die Schuljahrgänge 5 bis 7 bzw. 8 des Gymnasiums eingeführt. Um nachhaltige mathematische Kompetenzen bei den Schülerinnen und Schülern zu verankern, wird es bei den zentralen Abschlussprüfungen am Ende des Sekundarbereichs I erstmals an allen Schulformen und in der zentralen Abiturprüfung 2014 auch Aufgabenformate geben, die hilfsmittelfrei gelöst werden müssen. Die zahlreichen schulischen Maßnahmen im MINT-Bereich – darunter u. a. gezielte Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote für Fachlehrkräfte in den Naturwissenschaften oder Kooperationen mit außerschulischen Einrichtungen in Schülerlabors – werden derzeit evaluiert, erste Ergebnisse sind voraussichtlich Ende 2014 zu erwarten.

Seit 2004 steht den Ländern mit der Verabschiedung der Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz für ausgewählte Fächer neben den verschiedenen internationalen Vergleichsstudien (PISA, IGLU, TIMSS) ein bundesweit geltender Referenzrahmen zur Verfügung. Seit dem Jahr 2009 bilden die Bildungsstandards der KMK die Grundlage für die Vergleiche der Länder. Für die Überprüfung des Erreichens der Bildungsstandards entwickelt das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der Humboldt-Universität zu Berlin auf der Basis von Länderstichproben zentrale Testverfahren. Der Ländervergleich 2012 ist nach 2009, wo die sprachlichen Kompetenzen getestet wurden, der zweite Ländervergleich im Sekundarbereich I. Bundesweit nahmen rund 45.000 Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe an mehr als 1.300 Schulen teil. In Niedersachsen wurde der Vergleichstest an 61 Schulen mit rund 2.300 Schülerinnen und Schülern durchgeführt.
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Artikel-Informationen

11.10.2013

Ansprechpartner/in:
Sebastian Schumacher

Nds. Kultusministerium
Pressesprecher
Hans-Böckler-Allee 5
30173 Hannover
Tel: 05 11/1 20-71 48
Fax: 05 11/1 20-74 51

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