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Besondere Verdienste bei Erwerb und Förderung der niederdeutschen Sprache – Sechs weitere Schulen in Niedersachsen erhalten Titel „Plattdeutsche Schule“

Sechs weitere Schulen in Niedersachsen dürfen ihr Gebäude künftig mit der Plakette „Plattdeutsche Schule“ schmücken. Im Rahmen einer Feierstunde im Forum der Ostfriesischen Landschaft in Aurich fand die vierte landesweite Titelverleihung statt. Die Schulen erhielten die Auszeichnung in Form einer Urkunde und eines Gebäudeschildes – je nach regionaler Variante in typischer Aussprache und Schreibweise:


Plattdüütsche School

Edewechter Oberschule

Breeweg 42

26188 Edewecht


Plattdütsche Schaule

Grundschule Garrel

St.-Johannes-Straße 21

49681 Garrel


Plattdüütsk School

Schule am Extumer Weg
Förderschule für Körperliche und Motorische Entwicklung

Extumer Weg 63

26605 Aurich


Plattdüütsk School

Grundschule Middels
Ogenbarger Kirchstraße 6

26607 Aurich


Plattdütske Schaule

Grundschule St.-Franziskus

Hauptstraße 25

49751 Werpeloh


Plattdütsche Schaule


St.-Heinrich-Grundschule
Ellenstedter Straße 3

49424 Goldenstedt

„Ich gratuliere den sechs Schulen ganz herzlich zu dieser Auszeichnung. Sie haben sich im und außerhalb des Unterrichts um den Erwerb und die Förderung der niederdeutschen Sprache verdient gemacht und in besonderer Weise die Sprachbegegnung gefördert“, betont Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt, die wegen des Landtagsplenums die Auszeichnung nicht selbst übergeben konnte.

Niedersächsische Schulen können sich seit dem Jahr 2013 um den Titel bewerben. Landesweit gibt es mit den jetzt ausgezeichneten insgesamt 23 „Plattdeutsche Schulen“ und zwei „Saterfriesische Schulen“. Auch dieser Titel kann Schulen verliehen werden. In diesem Jahr hatte sich jedoch keine entsprechende Schule für diesen Titel beworben.

Die Pflege der beiden Regional- bzw. Minderheitensprachen wird in Niedersachsens Schulen besonders gefördert: Seit dem Schuljahr 2006/2007 ist die Sprachbegegnung mit dem Niederdeutschen für alle Schulen und Schulformen im Primar- und Sekundarbereich I verbindlich. 2011 ist zudem der Erlass „Die Region und ihre Sprache im Unterricht“ in Kraft getreten. Er eröffnet den Schulen auch Möglichkeiten des Spracherwerbs im Pflichtunterricht. Beispielsweise können Schulen danach in ausgewählten Fächern Unterricht auf Plattdeutsch oder Saterfriesisch erteilen. Das Niedersächsische Kultusministerium stellt der Landesschulbehörde zur Förderung der Sprachbegegnung und des Spracherwerbs zudem ein Stundenkontingent von insgesamt 265 Stunden pro Schuljahr zur Verfügung. Beraterinnen und Berater für Niederdeutsch bzw. Saterfriesisch der Niedersächsischen Landesschulbehörde unterstützen die Schulen etwa bei der Umsetzung von Projekten oder beim Start neuer Aktivitäten. Die Förderung erfolgt an den Grundschulen im Regelunterricht und im Sekundarbereich darüber hinaus auch im Wahlpflichtunterricht, in Arbeitsgemeinschaften oder in Projekten. Die Schulen nehmen beispielsweise an Lesewettbewerben, Theateraufführungen oder anderen öffentlichen Veranstaltungen teil.

Niederdeutsch und Saterfriesisch wurden in die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen aufgenommen. Als zwei der sogenannten kleinen Sprachen Niedersachsens zählen sie zu den wichtigen Kulturgütern. Plattdeutsch wird nahezu überall in Niedersachsen in unterschiedlichen regionalen und örtlichen Dialekten gesprochen, Saterfriesisch nur in der Gemeinde Saterland im Landkreis Cloppenburg.

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Artikel-Informationen

13.12.2016

Ansprechpartner/in:
Sebastian Schumacher

Nds. Kultusministerium
Pressesprecher
Hans-Böckler-Allee 5
30173 Hannover
Tel: 05 11/1 20-71 48

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