Nds. Kultusministerium klar

Die ersten elf Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentren Inklusive Schule (RZI) gehen an den Start +++ Heiligenstadt: „Die RZI werden die Schwungräder für die Umsetzung der Inklusiven Schule in den Regionen sein“


Nach sechsmonatiger Planungsphase gehen heute die ersten elf Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentren Inklusive Schule (RZI) an den Start. Im Rahmen einer landesweiten Auftaktveranstaltung in Hameln führte die Niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt die Leiterinnen und Leiter der elf zum 1. August 2017 startenden RZI offiziell in ihr Amt ein. „Ich bin überzeugt, dass die Umsetzung der Inklusiven Schule nur gelingt, wenn wir sie aus den Regionen heraus entwickeln. Unsere Regionen sind unterschiedlich, auch in Bezug auf die Umsetzung der Inklusion in den Schulen. Hier gibt es viel Kompetenzen und Erfahrungen, die wir positiv nutzen möchten. Die neuen Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentren Inklusive Schule werden in diesem Sinne die Schwungräder für die Umsetzung der Inklusiven Schule in den Regionen sein", so die Ministerin. Heiligenstadt nannte den Start der ersten elf RZI einen „guten Tag für die Inklusive Schule in Niedersachsen". Zugleich kündigte die Ministerin einen beschleunigten Aufbau der RZI an: Bereits 2019 sollen demnach alle Landkreise und kreisfreien Städte in Niedersachsen über ein RZI verfügen - und damit zwei Jahre früher als geplant.

Die ersten elf RZI starten mit dem heutigen Tag in den Landkreisen Cuxhaven, Friesland, Hameln-Pyrmont, Lüchow-Dannenberg, Osnabrück, Osterholz, Schaumburg und Uelzen sowie in den kreisfreien Städten Braunschweig, Oldenburg und Wolfsburg. Sie sind Teil der Niedersächsischen Landesschulbehörde und werden zukünftig als zentrale Anlaufstelle für alle Fragen der sonderpädagogischen Beratung und Unterstützung der inklusiven Schule in der jeweiligen Region dienen. Mit ihren Beratungs- und Unterstützungsleistungen stehen sie Schulen, schulischem Personal, Schülerinnen und Schülern, Eltern, Schulträgern und Studienseminaren zur Verfügung. „Die Inklusive Schule fordert von den Lehrkräften und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern neue Methoden und Ideen, damit die individuelle Förderung der Kinder und Jugendlichen in heterogenen Bildungsgruppen gelingen kann. Die Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentren Inklusive Schule haben die Aufgabe, alle Beteiligten in diesem Prozess zu unterstützen und zu beraten, damit das Ziel, allen Schülerinnen und Schülern einen gleichberechtigten Zugang zur Inklusiven Schule zu ermöglichen und sie optimal zu fördern, gut erreicht werden kann", erklärt Elke Starostzik, Vertreterin des Präsidenten der Niedersächsischen Landesschulbehörde. Neben der ortsnahen Beratung wird es zukünftig Aufgabe der RZI sein, Entscheidungen zum Einsatz des sonderpädagogischen Personals an Schulen vorzubereiten. Ziel ist es, landesweit unter Beachtung regionaler Ausprägungen eine vergleichbare Qualität in der Ausstattung der Schulen mit entsprechender sonderpädagogischer Expertise sicherzustellen.

Die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen in Niedersachsen, Petra Wontorra, betonte anlässlich der heutigen Auftaktveranstaltung in Hameln: „Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention, die nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts Gesetzeskraft hat, hat Deutschland sich verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem zu gewährleisten. Inklusion meint dabei die volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen an allgemeinen Schulen und nicht etwa die zwangsweise Aussonderung in ein Sonderschulsystem. Mit den RZI werden strukturelle Voraussetzungen zur Entwicklung inklusiver Schulen in Niedersachsen verbessert, um die Inklusion aller Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft, ihrer Staatsbürgerschaft, Religion oder von Beeinträchtigungen in das gesellschaftliche Leben und die schulische Gemeinschaft zu befördern und Ausgrenzungen Einzelner zu vermeiden. Damit bezieht sich Inklusion auf Schülerinnen und Schüler in all ihrer Vielfalt."

Durch einen beschleunigten Aufbauprozess soll bis zum Sommer 2019 in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt ein RZI aufgebaut werden. Für die nächste Ausbaustufe liegen dem Niedersächsischen Kultusministerium bereits Interessenbekundungen von weiteren 26 Landkreisen bzw. kreisfreien Städten vor. „Dass es so viele Interessenbekundungen gibt, zeigt, wie wichtig und richtig die Entscheidung zur Einrichtung der RZI war und ist", sagte Ministerin Heiligenstadt in Hameln. „Ich habe daher entschieden, dass wir jedem Wunsch auf Einrichtung eines RZI zum nächsten Termin Rechnung tragen werden. Das bedeutet, dass es im nächsten Jahr bereits in mehr als 80 Prozent aller Landkreise und kreisfreien Städte ein RZI geben wird. Ich danke allen, die diesen erfolgreichen Aufbauprozess möglich machen, für ihre sehr gute Arbeit und ihr großes Engagement. Mit dem flächendeckenden, landesweiten Aufbau der RZI gehen wir gemeinsam einen weiteren wichtigen Schritt zur Verwirklichung der Inklusiven Schule."

Interessenbekundungen für die zweite Ausbaustufe liegen von folgenden Landkreisen bzw. kreisfreien Städten vor:

  • LK Wittmund
  • LK Aurich
  • LK Leer
  • Wilhelmshaven
  • LK Oldenburg
  • Delmenhorst
  • LK Cloppenburg
  • LK Vechta
  • Osnabrück
  • LK Grafschaft Bentheim
  • LK Celle
  • LK Heidekreis
  • LK Harburg
  • LK Lüneburg
  • LK Rotenburg
  • LK Stade
  • LK Goslar
  • LK Göttingen / Osterode
  • LK Helmstedt
  • LK Peine
  • LK Wolfenbüttel
  • Stadt Hannover
  • LK Hildesheim
  • LK Holzminden
  • LK Nienburg
  • LK Diepholz
Bild für Presseinfos  
Artikel-Informationen

01.08.2017

Ansprechpartner/in:
Tanja Meister

Nds. Kultusministerium
Stellvertretende Pressesprecherin
Schiffgraben 12
30159 Hannover
Tel: 0511 120 7145

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln