„Schule rettet Leben“
Wochen der Wiederbelebung vom 1. bis 26. Juni 2026 an Schulen in Niedersachsen
Plötzlich bleibt ein Herz stehen – und jede Sekunde entscheidet über Leben und Tod. In solchen Momenten kommt es auf schnelle Reaktion und entschlossenes Handeln an. Damit künftig mehr Menschen wissen, was im Ernstfall zu tun ist, rückt Niedersachsen das Thema Wiederbelebung noch stärker in den Schulalltag: Dafür setzt das Land die Initiative „Leben retten macht Schule“ fort und ruft auch in diesem Jahr zu den Wochen der Wiederbelebung vom 1. bis 26. Juni 2026 an Schulen auf. Denn auch an Schulen braucht es viele Menschen, die in Notsituationen ihre Kenntnisse der Ersten Hilfe einsetzen können. Wiederbelebungskompetenzen gehören daher fest in den schulischen Alltag.
„Jede Sekunde zählt. Und jeder Mensch kann Leben retten. Eine unverzüglich begonnene Herzdruckmassage verdreifacht die Überlebenschancen“, betont Kultusministerin Julia Willie Hamburg. „Schon eine einzelne Person, die bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand die Symptome erkennt und handelt, kann ein Menschenleben retten. Häufig fehlen im Ernstfall die Kenntnisse für selbstsicheres Handeln. Das wollen wir mit der Initiative ‚Leben retten macht Schule‘ ändern. Dafür stellen wir den Schulen Materialien und Informationen bereit und werden die Lebensrettung in den Curricula stärken. Die Wochen der Wiederbelebung sind eine sehr gute Möglichkeit für Schulen kreativ zu werden und Lebensrettung in den Schulalltag zu integrieren sowie die Schulgemeinschaft für dieses bedeutende Thema zu sensibilisieren.“
Hintergrund:
Bereits im dritten Jahr sind wieder alle Schulen aller Schulformen dazu aufgerufen, Notfallwissen, Kenntnisse über Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Wiederbelebungstechniken mit Aktionen vor Ort zu stärken. Dafür haben die Schulen vielfältige Möglichkeiten: Projekttage, Unterrichtseinheiten, Sportveranstaltungen oder ganztägige Workshops. Das Niedersächsische Kultusministerium stellt dafür Materialien bereit und kooperiert mit der Initiative „Herzsicher in der Schule“ der Björn-Steiger-Stiftung und der Deutschen Herzstiftung. Diese bietet kostenfreie Schulungen für Laien in Wiederbelebung und AED-Nutzung an, die direkt vor Ort in Schulen stattfinden. Zudem werden Lehrkräfte in Reanimation & Defibrillator-Anwendung geschult, um dieses Wissen an Schülerinnen und Schüler ab dem 7. Schuljahrgang weiterzugeben. Auf dem Portal „Wiederbelebung in Schulen“ stehen zahlreiche Informationen, ein Lehrkräftekurs und umfangreiches Material zum Download bereit.
Für Kinder von der 3. bis 6. Klasse bietet die Björn-Steiger-Stiftung das MEDIMALS-Arbeitsheft – Erste Hilfe spielerisch lernen mit kostenlosem passendem Unterrichtsbegleitheft für Lehrkräfte an. Hier setzen sich die Schülerinnen und Schüler altersgerecht und spielerisch mit dem Thema „Erste Hilfe“ auseinander.
Die Aktionswochen sind Teil der Initiative „Leben retten macht Schule“, die im Januar 2025 auf Antrag der Fraktionen von SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen vom Niedersächsischen Landtag beschlossen wurde. Sie verankert Wiederbelebung fest im schulischen Alltag – nicht als Ausnahme, sondern als Teil einer modernen und verantwortungsbewussten Allgemeinbildung.
Dauerhafte Verankerung im Bildungssystem
Niedersachsen passt zudem die Lehrpläne an: Die Kerncurricula für Biologie und Naturwissenschaften in der Sekundarstufe I werden derzeit überarbeitet. Mit Inkrafttreten der neuen Kerncurricula voraussichtlich ab dem Schuljahr 2027/2028 werden alle Schülerinnen und Schüler systematisch in lebensrettenden Maßnahmen geschult – in Anlehnung an internationale Empfehlungen des European Resuscitation Council (ERC) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Kultusministerin Julia Willie Hamburg
Artikel-Informationen
erstellt am:
21.05.2026
Ansprechpartner/in:
Britta Lüers

