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Willamowius: „Unterschiedliche und berechtigte Sichtweisen anhören und zusammenführen“ - Forum Frühkindliche Bildung diskutiert über Kita-Standards in Ukraine-Krise


Das Niedersächsische Kultusministerium ist am frühen Nachmittag mit kommunalen Spitzenverbänden, Trägern der freien Wohlfahrtspflege, Kirchen, Elterninitiativen, Gewerkschaften und weiteren Interessensvertretungen im Rahmen des „Forums Frühkindliche Bildung“ zusammengekommen. Im Fokus des Austausches stehen die aus dem Krieg in der Ukraine resultierenden Herausforderungen für die Kindertagesbetreuung. Die Staatssekretärin im Kultusministerium, Gaby Willamowius, eröffnete die Veranstaltung und erklärte in ihrer Rede: „Auch die ukrainischen Kinder haben ein Recht und einen Rechtsanspruch auf Kindertagesbetreuung. Das sicherzustellen, ist eine enorme Herausforderung für das System, für die Träger und insbesondere für das Fachpersonal. Ich möchte Ihnen den Dank der Landesregierung aussprechen, dass Sie sich dieser Herausforderung stellen.“

Damit vor Ort die Betreuung der ukrainischen Kinder auch unter hoher Auslastung der Einrichtungen sichergestellt werden kann, hatte die Landesregierung Ende März eine Notverordnung auf den Weg gebracht, mit der Personal- und Raumstandards abgesenkt werden können, sollte es die Lage für die Träger erforderlich machen. Zu diesem „Instrumentenkoffer“ gehört unter anderem, dass in Krippen- und Kindergartengruppen jeweils ein Kind mehr aufgenommen werden kann, als durch den Fachkraft-Kind-Schlüssel in Normalzeiten vorgesehen. Auch die Regeln hinsichtlich der Gruppenanzahl sowie die räumlichen Mindestanforderungen wurden in diesem Zuge angepasst. Alle Maßnahmen sind zunächst befristet bis zum 31.07.2022.

„Mir ist bewusst, dass die Aufnahme von zusätzlichen Kindern mit dieser Notverordnung weitere Belastungen für die in Kindertagesstätten tätigen Fachkräfte nach sich zieht“, sagte Willamowius mit Blick auf diese Flexibilisierungen. Gleichzeitig bin ich mir sehr sicher, dass Sie als Träger von Kindertagesstätten angesichts der konkreten Bedarfe der geflüchteten Familien und der Rahmenbedingungen vor Ort am besten abwägen können, welche Angebotsformen für die schutzsuchenden Kinder die jeweils beste Lösung sind. Wir kommen heute hier zusammen, um die unterschiedlichen und jeweils sehr berechtigten Sichtweisen auf die Lage anzuhören und zusammenzuführen. In der Folge werden wir die jeweiligen Impulse auswerten und dann als Landesregierung bewerten, wie es weitergeht.“

In vier Foren berichten die Praktikerinnen und Praktiker aus Einrichtungen, von Trägern und der Gewerkschaften aus ihren Erfahrungen der letzten Wochen und Monate unter den Überschriften „Pädagogische Kräfte in Kitas“, „Schaffung von zusätzlichen Plätzen durch Betreuungsangebote in der Kindertagespflege und in Eltern-Kind-Gruppen“, „Schaffung von zusätzlichen Plätzen in Kindertagesstätten“ sowie „Förderung von Kindern und Erziehungspartnerschaft mit Eltern“. Die Ergebnisse werden dokumentiert und dienen als wichtige Hinweise im weiteren Entscheidungsprozess.

Dabei bleiben Unwägbarkeiten, die Staatssekretärin Willamowius sagte:

„Wir können nicht wissen, wie viele Familien aus der Ukraine zukünftig ein Interesse an Kindertagesbetreuung haben. Auch wissen wir nicht, ob ein mögliches Interesse sofort oder erst dann erklärt wird, wenn sich die schutzsuchenden Personen bereits in Deutschland eingelebt haben. Zudem ist der weitere Kriegsverlauf mit seinen schrecklichen Auswirkungen weiterhin nicht absehbar. Wir werden uns deshalb auch darüber verständigen müssen, wie wir mit dieser Dynamik und Unsicherheit umgehen und gemeinsame Lösungswege aufzeigen. Wir sind gut beraten, weiterhin flexibel und pragmatisch zu handeln, wenn es die Lage erfordert.“


Staatssekretärin   Bildrechte: MK Nds.

Gaby Willamowius

Artikel-Informationen

erstellt am:
15.06.2022

Ansprechpartner/in:
Sebastian Schumacher

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