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Statement von Niedersachsens Kultusministerin Hamburg zum Gedenktag der Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen


Am kommenden Sonntag, 05. Mai 2024, wird mit einer Gedenkveranstaltung der 79. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen begangen. Britische Soldaten hatten das KZ am 15. April 1945 befreit. Rund 120.000 Menschen wurden unter der NS-Herrschaft in die Lüneburger Heide deportiert, mehr als 52.000 starben. Auf dem Gelände des Lagers fanden die Briten etwa 10.000 unbestattete Leichen. Eines der bekanntesten Opfer ist Anne Frank. Ihr Tagebuch gehört zu den meistgelesenen Büchern der Welt.

Zum 79. Jahrestag der Befreiung sagt Julia Willie Hamburg, Niedersachsens Kultusministerin und Vorsitzende des Stiftungsrats der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten:

„Bergen-Belsen ist ein Mahnmal für die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten und die Unbarmherzigkeit des dunkelsten Teils unserer deutschen Geschichte. Bergen-Belsen zeigt, in welchen Abgrund menschenfeindliche Ressentiments führen können. Jeder Besuch hier in Bergen-Belsen erfüllt mich mit Schrecken, tiefer Trauer und zugleich mit Ratlosigkeit: Wie war es möglich, dass solche unmenschlichen Verbrechen in diesem Land passieren konnten?

Seit damals ist ‚Nie wieder‘ unsere Parole, unser kollektives Erbe, unsere Verantwortung.

Umso beschämender ist es, dass menschenfeindliche Einstellungen und lauter werdender Antisemitismus wieder salonfähig werden. Erst vor wenigen Wochen hat der Brandanschlag auf die Oldenburger Synagoge gezeigt, dass Antisemitismus auch heute

entschieden auf allen Ebenen begegnet werden muss. Ebenso zeigen die menschenverachtenden Planspiele von millionenfacher Deportation von Menschen ausländischer Herkunft eines antidemokratischen Netzwerks bei einem Treffen in Potsdam, wie ernst die Lage für unsere Werte und unsere Demokratie ist.

All das muss uns Warnung sein, dass sich selbst die düstersten Kapitel unseres Landes wiederholen können. Und es macht deutlich, dass Erinnern nie aufhören darf. Erinnerungsarbeit ist dabei kein Selbstzweck. Dieser Gedenktag der Befreiung Bergen-Belsens ist somit zugleich ein Aufruf, aktiv zu werden und die Erinnerungskultur der Zukunft zu gestalten. Gedenkstätten wie Bergen-Belsen leisten in vielfacher Hinsicht eine gesellschaftlich wertvolle Arbeit. Sie machen Geschichte erfahrbar und erlebbar, stehen für Haltung und Werte und sind damit ein wesentlicher Baustein bei der Vermittlung und Festigung demokratischer Werte in der Gesellschaft. Das Land Niedersachsen stärkt ihnen dafür den Rücken und hat die finanzielle Unterstützung in 2024 auf zwei Millionen Euro aufgestockt, auch um die wertvolle Arbeit in den regionalen Gedenkstätten, die sich in unserem Flächenland breit verteilen, zu unterstützen. Dies ist in Zeiten des erstarkenden Rechtsextremismus sowie Antisemitismus wichtiger denn je.“

Am Sonntag wird Ministerin Hamburg ab 10 Uhr an der Gedenkveranstaltung zum 79. Jahrestag der Befreiung des KZ Bergen-Belsen teilnehmen. Als Kultusministerin ist Hamburg auch für die Gedenkstättenarbeit und (staatliche) Angelegenheiten der Kirchen und Religionsgemeinschaften in Niedersachsen zuständig.


Portrait von Julia Willie Hamburg in schwarzer Bluse   Bildrechte: brauers.com

Artikel-Informationen

erstellt am:
03.05.2024

Ansprechpartner/in:
Britta Lüers

Nds. Kultusministerium
Pressesprecherin
Hans-Böckler Allee 5
30173 Hannover
Tel: 0511 120 7148

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