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Rede des Niedersächsischen Kultusministers Grant Hendrik Tonne zu TOP 25 a) der Landtagssitzung am 15.09.2020 Kurs halten in der Krise: Ausbildung weiter stärken!

Es gilt das gesprochene Wort!

Anrede,

wir haben in den letzten Monaten hier intensiv miteinander über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Bereiche Kita und Schule beraten. Ich finde es richtig und wichtig, dass wir auch auf die Berufsausbildung schauen. Denn selbstverständlich findet die Pandemie auch in diesem Bereich ihren Niederschlag und die Landesregierung hat gemeinsam mit den Partnern der Dualen Berufsausbildung intensiv an Lösungen gearbeitet.

Gemeinsam haben wir früh erkannt, dass ohne unsere Unterstützung die Ausbildungsleistung durch die krisenbedingten wirtschaftlichen Belastungen signifikant sinken wird. Daher haben wir für Niedersachsen den „Aktionsplan Ausbildung“ mit einem Umfang von 18 Millionen Euro zur Stabilisierung der Berufsausbildung vorgelegt.

Diese Mittel ergänzen die Regelangebote der Agenturen für Arbeit sowie die Maßnahmen des Bundes und der Kammern. Die Förderrichtlinien zur Umsetzung der Maßnahmen sind bereits auf dem Weg. Die aktuellen Zahlen für August 2020 der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen zeigen, dass Sorgen zwar nach wie vor berechtigt sind, andererseits aber auch kein Grund zur Panik besteht. Noch immer ist das Angebot der offenen Ausbildungsstellen größer, als die Menge der als unversorgt geltenden Bewerberinnen und Bewerber. Dennoch stellen wir fest, dass Betriebe und Jugendliche aus unterschiedlichen Gründen nicht zusammenfinden.

Hier setzen wir an!

Gemeinsam mit unseren dualen Partnerinnen und Partnern haben wir daher ein breites Maßnahmenbündel auf den Weg gebracht, das sowohl die Auszubildenden als auch die Ausbildungsbetriebe entlasten und unterstützen wird:

· Betriebe, die Ausbildungsverträge verlängern, weil die Abschlussprüfung pandemiebedingt verschoben wurde und nicht innerhalb der regulären Ausbildungsdauer abgelegt werden konnte, oder weil die Prüfungsteilnehmenden durch die Prüfung fallen, erhalten für ihr Engagement eine Prämie in Höhe von 500 Euro.

· Um Ausbildungsbetriebe zu unterstützen, die zusätzliche Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen, werden diese mit einer betrieblichen Einmalzahlung von 1.000 Euro gefördert.

· Die bestehende Förderrichtlinie zur Übernahme von Auszubildenden aus Insolvenzbetrieben wird um einen weiteren Fördertatbestand ergänzt: Künftig können auch Betriebe von einer Förderung in Höhe von 300 Euro profitieren, wenn die oder der aufgenommene Auszubildende aus einem Betrieb stammt, der pandemiebedingt den Vertrag lösen musste.

· Eine kurzfriste Erhöhung der Förderung der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung, die Bestandteil der Ausbildung im Handwerk, in der Landwirtschaft und der Bauindustrie ist, entlastet die Ausbildungsbetriebe zudem deutlich und honoriert ihre Ausbildungsleistung. Die Maßnahmen werden bereits jetzt mit Mitteln des Bundes, des ESF und des Landes gefördert. Zukünftig wird das rechnerisch durch den Betrieb zu entrichtende Drittel der anerkannten Durchschnittskosten vom Land übernommen. Als Fördervolumen hierfür sind 7,38 Millionen Euro vorgesehen. Dies wird für das gesamte Jahr 2021 gelten.

· Außerdem unterstützen wir die Auszubildenden, die für einen Ausbildungsplatz weite Wege akzeptieren oder sogar umziehen mit einer Prämie von 500 Euro. Diese erhalten Auszubildende, die entweder eine Distanz von mindestens 45 Kilometern zwischen Wohnort und Ausbildungsbetrieb oder mindestens eine Fahrzeit von einer Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf sich nehmen. Oder eben einen Umzug in Kauf nehmen. Wir wollen damit dazu beitragen, Ausbildungsplatz und Auszubildende zusammenzubringen.

Gemeinsam mit den vorhandenen Strukturen der Partnerinnen und Partner und unseren berufsbildenden Schulen bauen wir zudem eine „Brücke in Ausbildung“. Sie steht allen zur Verfügung, die sich zunächst im schulischen Übergangssystem zur Erfüllung ihrer Schulpflicht befinden, aber eigentlich gerne in eine betriebliche Ausbildung möchten. Diese Schülerinnen und Schüler erhalten die aktive Unterstützung zur direkten Vermittlung in Ausbildung auch im bereits laufenden Schuljahr.

Anrede,

das Ausbildungsjahr 2020 darf weder für die jungen Menschen, die sich am Übergang in ihr berufliches Leben befinden, noch für die Betriebe ein verlorenes Jahr sein. Gemeinsam müssen wir verhindern, dass „das Corona-Jahr“ weder gleichbedeutend wird mit einer Lücke im Lebenslauf der Jugendlichen auf ihrem Weg in den Beruf noch eine Fachkräftelücke für die Betriebe entsteht.

Wir halten daher Kurs in der Krise und stärken die Ausbildung mit 18 Mio. Euro für sehr sinnvolle Maßnahmen!


Kultusminister Grant Hendrik Tonne   Bildrechte: MK

Kultusminister Grant Hendrik Tonne

Artikel-Informationen

erstellt am:
15.09.2020

Ansprechpartner/in:
Sebastian Schumacher

Nds. Kultusministerium
Pressesprecher
Hans-Böckler-Allee 5
30173 Hannover
Tel: 05 11/1 20-71 48

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