Niedersachsen schafft die schriftliche Division nicht ab: Land setzt KMK-Vorgaben Mathematik um
- gemeinsam mit allen anderen Bundesländern folgt Niedersachsen den wissenschaftlichen Empfehlungen, das mathematische Verständnis in den Grundschulen grundlegend zu stärken. Schriftliches Dividieren wird deshalb in Teilschritten eingeführt und in der weiterführenden Schule endgültig gelernt.
Mit Blick auf die aktuelle Berichterstattung zur schriftlichen Division an den Grundschulen möchten wir hiermit nochmal deutlich einordnen: Das schriftliche Dividieren wird nicht abgeschafft. Alle Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen werden es weiter erlernen. Das Kultusministerium hat mit dem neuen Kerncurriculum Mathematik in der Grundschule die von der Kultusministerkonferenz (KMK) am 23. Juni 2022 beschlossenen und bundesweit verbindlichen Bildungsstandards für das Fach Mathematik umgesetzt. Neben Niedersachsen haben bisher bereits fünf weitere Bundesländer entsprechende Änderungen vorgenommen oder streben diese derzeit an.
Mit dem überarbeiteten Kerncurriculum wird das Lernen der schriftlichen Division selbstverständlich nicht abgeschafft. Sie wird in der Grundschule durch das Lernen von Teilschritten angebahnt und an der weiterführenden Schule endgültig gelernt. Die Division bleibt fester Bestandteil des Unterrichts, wobei das halbschriftliche Dividieren besonders im Mittelpunkt steht. Auf diese Weise lernen Kinder, Rechenwege selbstständig zu strukturieren, Zwischenschritte nachzuvollziehen und ein tieferes mathematisches Verständnis zu entwickeln – eine wichtige Grundlage für den späteren sicheren Umgang mit schriftlichen Verfahren.
Die Beschlüsse der KMK definieren die Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler in
Deutschland in den einzelnen Jahrgangsstufen erwerben sollen, und wurden vor dem Hintergrund aktueller bildungswissenschaftlicher Erkenntnisse überarbeitet. Die Anpassung des niedersächsischen Kerncurriculums ist Teil der bundesweiten Umsetzung gemeinsamer Standards, auf die sich alle Länder verständigt haben. Es handelt sich insofern nicht um einen niedersächsischen Alleingang.
Ziel der überarbeiteten Bildungsstandards ist es, die Qualität des Mathematikunterrichts weiter zu verbessern und stärker auf den nachhaltigen Aufbau grundlegender Kompetenzen auszurichten, um ein besseres Verständnis für Mathematik bei den Schülerinnen und Schülern zu fördern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Stärkung der Basiskompetenzen in den ersten Schuljahren. Ergänzend zur inhaltlichen Überarbeitung des Kerncurriculums wird in Niedersachsen die Lernzeit im 1. und 2. Schuljahrgang schrittweise um insgesamt drei Stunden erhöht. Damit erhalten die Schulen zusätzliche zeitliche Ressourcen zur Festigung grundlegender sprachlicher und mathematischer Fähigkeiten.
Die schriftliche Division, das komplexeste schriftliche Rechenverfahren, wird weiterhin verbindlich gelehrt. Damit setzt die KMK bewusst einen didaktischen Schwerpunkt: Erst nach Festigung grundlegender Kompetenzen werden schriftliche Algorithmen eingeführt – verständnisorientiert und nachhaltig statt mechanisch.
Mit der zeitnahen Umsetzung der KMK-Vorgaben leistet Niedersachsen seinen Beitrag zur bundesweit abgestimmten, wissenschaftlich fundierten Weiterentwicklung der mathematischen Bildung und zur Stärkung der Grundlagen im Mathematikunterricht der Grundschulen.
Kultusministerin Julia Willie Hamburg
Artikel-Informationen
erstellt am:
12.01.2026
Ansprechpartner/in:
Manuela Meyer
Nds. Kultusministerium
Hans-Böckler-Allee 5
30173 Hannover
Tel: 05111207161

