Land Niedersachsen beendet „Zwangsteilzeit“ für pädagogische und therapeutische Fachkräfte an Förderschulen endgültig
Kultusministerin Hamburg: „Wir schaffen damit faire, verlässliche und existenzsichernde Beschäftigungsbedingungen“
Niedersachsen schafft zum 1. August 2026 die sogenannte Zwangsteilzeit für pädagogische und therapeutische Fachkräfte an Förderschulen vollständig ab. Damit setzt die Landesregierung ein deutliches Signal für faire Arbeitsbedingungen, mehr Wertschätzung und eine nachhaltige Stärkung dieser zentralen Berufsgruppen im Bildungssystem.
Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg erklärt dazu: „Die Zwangsteilzeit war ein längst überholtes Instrument, das weder den Anforderungen moderner Förderung noch den berechtigten Erwartungen der Fachkräfte gerecht geworden ist. Wir beenden sie jetzt endgültig und schaffen damit faire, verlässliche und existenzsichernde Beschäftigungsbedingungen. Das ist ein wichtiger Schritt für mehr Gerechtigkeit im System – und ein starkes Signal an alle, die tagtäglich mit großem Engagement unsere Schülerinnen und Schüler unterstützen. Wer gute Bildung will, muss die Menschen unterstützen, die sie täglich gestalten. Insofern investieren wir bewusst in diese Berufsgruppen, weil ihre Arbeit unverzichtbar für gute Bildung und gelingende Inklusion ist.“
Mit der vollständigen Abschaffung der sogenannten Zwangsteilzeit reagiert das Land auf die veränderten Bedingungen an Förderschulen. Die Heterogenität der Schülerschaft nimmt zu, Förderbedarfe werden differenzierter und die Anforderungen an eine verlässliche Begleitung im Unterricht sowie in therapeutischen und pflegerischen Bereichen steigen kontinuierlich. Hinzu kommt in einem Teilbereich der Förderschulen ein steigender Bedarf an Ganztagsangeboten. Stabilität, Kontinuität und Verlässlichkeit in der pädagogischen und therapeutischen Arbeit lassen sich mit Teilzeitbeschäftigungen in dieser Form nicht gewährleisten.
Zum Hintergrund: Nach einer früheren Vorgabe waren an Förderschulen nur Teilzeitbeschäftigungen möglich. Das wurde immer wieder besonders von Betroffenen kritisiert. So hatten zum Beispiel 2019 rund 850 Beschäftigte ihr Interesse an einer Vollbeschäftigung angemeldet. Niedersachsen hat seitdem damit begonnen, die sogenannte Zwangsteilzeit schrittweise abzuschaffen. Viele pädagogische und therapeutische Fachkräfte sind so in den vergangenen Jahren in ein Vollbeschäftigungsverhältnis übernommen worden – jetzt folgt der letzte Schritt.
Kultusministerin Hamburg sagt abschließend: „Mit dieser Maßnahme verbessert Niedersachsen nicht nur die individuelle berufliche Situation der Beschäftigten, sondern erhöht auch die Stunden an den Förderschulen, bei denen noch immer eine Unterversorgung an pädagogischen Mitarbeitenden vorhanden ist. Mit weiteren Stellen sorgen wir auch in diesem Jahr wie in den Jahren zuvor für einen Aufwuchs dieser wichtigen Berufsgruppe an unseren Schulen. Gleichzeitig werden die Voraussetzungen für eine hochwertige sonderpädagogische Förderung und gelingende Inklusion weiter gestärkt. Dies ist ein Gewinn für die Beschäftigten, für die schulische Qualität und vor allem für die Kinder und Jugendlichen, die auf eine stabile und zugewandte Förderung angewiesen sind.“
Kultusministerin Julia Willie Hamburg
Artikel-Informationen
erstellt am:
20.03.2026
Ansprechpartner/in:
Ulrich Schubert
Nds. Kultusministerium
Pressesprecher
Hans-Böckler-Allee 5
30159 Hannover
Tel: 0511 120 7168

