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Niedersachsen holt im PISA-Ländervergleich auf – Vom Tabellen- keller ins Mittelfeld

Busemann: „Weitere erhebliche Kraftanstrengungen notwendig“


"Wir sind dabei aufzuholen, auch wenn wir längst noch nicht dort sind, wo wir hinwollen", hat der Niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann heute die jetzt vorliegenden Ergebnisse des PISA-Vergleichs 2003 kommentiert. Alle Schulformen wiesen im Vergleich zu den anderen Bundesländern mittlere Punktwerte aus. "Wir sind nicht mehr im Tabellenkeller und auch noch nicht ganz oben, aber wir kratzen bereits an der Spitzengruppe. Hier hat sich der Schock der ersten PISA-Studie von 2000 positiv ausgewirkt. Mit den von der Landesregierung eingeleiteten und bereits umgesetzten Maßnahmen sind wir nun auf dem richtigen Weg", stellte Busemann fest. Es seien aber noch erhebliche gemeinsame Anstrengungen nötig, um zu Bayern, Sachsen und Baden-Württemberg aufzuschließen.

Besonderes Lob zollte der Kultusminister den niedersächsischen Gymnasien. "Sie belegen in allen Kompetenzbereichen einen guten 7. Tabellenplatz", so Busemann. In der Mathematik lägen Bayern und Sachsen zwar deutlich vorn, so wie Bayern und Baden-Württemberg im Lesen. In den Naturwissenschaften und im Problemlösen seien die meisten Bundesländer nah bei einander und Niedersachsen ebenfalls im guten Mittelfeld. "Wir haben aber auch einen signifikanten Abstand vom unteren Drittel, das in Mathematik und im Lesen durch Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und die Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen, im Problemlösen und in den Naturwissenschaften auch von Hessen, dem Saarland und Brandenburg belegt wird", erläuterte Busemann.

"Durchaus passable mittlere Werte haben auch unsere Hauptschulen und Realschulen aufzuweisen. Der größte Nachholbedarf zeigt sich, wie bereits im Juli festgestellt, in der Lesekompetenz. Hier haben wir unter anderem mit der Sprachförderung vor der Einschulung die Weichen richtig gestellt", hob Busemann hervor. Hinter dem vordergründigen Ranking stünden allerdings Hinweise, die insgesamt für alle Bundesländer Geltung hätten. "Es sind noch gewaltige Kraftanstrengungen erforderlich, insbesondere im Bereich der frühkindlichen Bildung. Da ist die Politik gefordert, in den nächsten Jahren Konzepte zu entwickeln und umzusetzen. Die Kernaufgabe besteht vor allem darin, die individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes im alltäglichen Unterricht umzusetzen. Das ist die Herausforderung, der sich Politik, Lehrkräfte und Eltern gemeinsam stellen müssen. Es reicht nicht zwei Mal im Jahr ein Zeugnis auszustellen. An jedem Tag muss klar sein, wo ein Kind steht und wie es weiter gefördert werden kann", machte Busemann deutlich.Die Gesamtanalyse der neuen PISA-Erhebung zeige, dass der Einsatz finanzieller Mittel allein nicht reiche. "Gute Bildung lässt sich nicht erkaufen und manche der erforderlichen Anstrengungen kosten gar nichts außer Einsatz und Mühe", sagte der Kultusminister. Niedersachsen habe die richtigen Handlungsfelder besetzt. "Die Stärkung der Bildungsarbeit in den Kitas, die neuen Grundsatzerlasse für alle Schulformen mit der Betonung der individuellen Förderung unter Einbeziehung der Elternhäuser, das neue Profil der Hauptschulen mit unterstützender Sozialarbeit, fast dreimal mehr Ganztagsschulen, erweiterte Stundentafeln, Qualitätsentwicklung an allen Schulen mit mehr Eigenverantwortung, mehr und besserer Unterricht, das sind die Faktoren, die uns helfen werden, vom mittleren Tabellenplatz bis in die Champions-League aufzusteigen", so Busemann abschließend.

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