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Integration konkret: Einstiegschancen Jugendlicher mit Migrationshintergrund in die Berufswelt

HANNOVER. Niedersachsens Sozial- und Integrationsministerin Aygül Özkan, Niedersachsens Kultusminister Dr. Bernd Althusmann und Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode wollen die beruflichen Einstiegschancen junger Migrantinnen und Migranten nachhaltig verbessern. Gemeinsam mit maßgeblichen Akteuren des Bildungs-, Ausbildungs- und Arbeitsmarktes sowie Vertreterinnen und Vertretern von Migrantenorganisationen haben sie heute auf der Veranstaltung „Integration – konkret“ Anstöße gegeben, jungen Migrantinnen und Migranten einen gelungenen Start in die Berufswelt zu ermöglichen.

Dazu Sozialministerin Aygül Özkan: „Ausbildung und Arbeit entscheiden in unserer Gesellschaft maßgeblich über den sozialen Werdegang, über wirtschaftliche Unabhängigkeit und über Zukunftschancen. Wenn Jugendliche einen gelungenen Einstieg in die Berufswelt finden, gelingt Integration besser.“

Das Land Niedersachsen hat gemeinsam mit der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit zum 1. August 2011 eine „Koordinierungsstelle Berufsorientierung“ im Kultusministerium eingerichtet. Aufgabe der Koordinierungsstelle ist es, die Transparenz der vielfältigen Maßnahmen zur vertieften Berufsorientierung für die Schulen zu verbessern und ihnen ein Angebot von passgenauen Modulen bereitzustellen.

Kultusminister Althusmann sagte: „Wir wollen Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund bestmögliche Bildungschancen in Niedersachsen bieten. Dabei gilt es, Zugangsbarrieren abzubauen und die erforderliche Berufswahlkompetenz und Ausbildungsreife zu vermitteln. Mit der neuen Koordinierungsstelle wollen wir die Übersichtlichkeit der Angebote deutlich steigern und die Schulen bei der Umsetzung ihrer Konzepte zur Berufsorientierung unterstützen.“

Klaus Stietenroth, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit, bekräftigt: „Junge Menschen mit Migrationshintergrund werden angesichts steigender Fachkräftebedarfe auf dem Arbeitsmarkt dringender gebraucht denn je. Deshalb gilt es, an allen Hebeln anzusetzen, die ihre beruflichen Chancen verbessern. Die Agenturen für Arbeit und Jobcenter setzen bereits zahlreiche Förderinstrumente ein, die den Jugendlichen helfen, Schwächen zu überwinden und ihre Talente zu nutzen. Erfolgreich waren auch diverse gemeinsame Projekte mit Landesministerien. Es gilt nun, solche Konzepte weiter zu entwickeln und unsere Vernetzung noch weiter auszubauen. Mit vereinten Kräften wird es gelingen, benachteiligten Jugendlichen die Chancen zu verschaffen, die sie verdient haben.“

Das Wirtschaftsministerium unterstützt zusammen mit Unternehmen und Betrieben im Rahmen des Niedersächsischen Paktes für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs Projekte, um passgenau auch Jugendliche mit Migrationshintergrund beim Übergang von der Schule in die Ausbildung zu begleiten. „Von der Ausbildung und Qualifizierung unserer Jugend hängt die Innovationskraft der Wirtschaft ab. Zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses kommt gerade der dualen Berufsausbildung eine besondere Bedeutung zu. Dabei sehe ich die wichtigste Aufgabe darin, jungen Menschen den Einstieg in ein erfolgreiches Berufsleben zu ermöglichen“, so Wirtschaftsminister Bode.

Die „Arbeitsgemeinschaft Flüchtlinge und MigrantInnen in Niedersachsen e.V.“, (afmn) hat einen Aufruf zur Gründung eines Eltern-Netzwerks gestartet, um den Eltern der Jugendlichen, die eine sehr bedeutsame Vorbild- und Beratungsrolle für die Berufswahl ihrer Kinder haben, die Vielfalt der 348 anerkannten Ausbildungsberufe in Deutschland näher zu bringen. Geschäftsführer Habib Eslami erklärte: „Die Verbesserung der Bildungssituation der Kinder mit Migrationshintergrund ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, bei der die Eltern eine Schlüsselrolle übernehmen.“ Das niedersächsische Netzwerk „Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte“ bietet als Brückenbauer zwischen Eltern und Lehrkräften hierbei seine Unterstützung an.

Auch die niedersächsischen Arbeitgeber wissen, wie wichtig die Integration Jugendlicher mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt ist. Gemeinsam mit ihren Mitgliedsverbänden und –unternehmen wollen sie entsprechende Angebote erarbeiten, um das Potential der jungen Männer und Frauen zu fördern und zu nutzen.

„Die niedersächsische Wirtschaft sucht händeringend Fachkräfte. Die Ausbildungsreife der jungen Leute muss stimmen; hier mangelt es. Gezielte Berufsorientierung gerade auch für Jugendliche mit Migrationshintergrund ist schon in der Schule nötig - nicht erst danach. Mit Kooperationen zwischen Schulen und Wirtschaft leisten wir hierzu einen wichtigen Beitrag“, so Dr. Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen e.V.

„Die Metall- und Elektroindustrie bietet Menschen sowohl mit als auch ohne Migrationshintergrund attraktive Berufsperspektiven. Entscheidend für den erfolgreichen Berufseinstieg sind die Bildung und die Motivation eines Bewerbers. Deshalb unterstützen wir Schülerinnen und Schüler mit zahlreichen praxisnahen Angeboten in allen Phasen ihrer schulischen Laufbahn“, sagte Olaf Brandes von NiedersachsenMetall.

Hartmut Tölle, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Niedersachsen, betonte, dass sich die Gesellschaft, vor allem aber die Unternehmen Menschen mit Migrationshintergrund stärker öffnen müssten: „Leider haben etliche Arbeitgeber immer noch Vorbehalte und sehen in erster Linie die Schwierigkeiten und die Defizite der Jugendlichen mit Migrationshintergrund.“ Es komme vielmehr darauf an, die vielfältigen Potentiale und die hohe Motivation dieser jungen Menschen gezielt zu nutzen.

Logo Bildrechte: Land Niedersachsen

Artikel-Informationen

erstellt am:
21.09.2011

Ansprechpartner/in:
Corinna Fischer

Nds. Kultusministerium
Schiffgraben 12
30159 Hannover
Tel: 0511 / 120 7160
Fax: 0511 / 120997160

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