Nds. Kultusministerium klar

Bündnis Duale Berufsausbildung

Die duale Berufsausbildung ist ein Erfolgsmodell, das eine fundierte praxisbezogene Ausbildung für den mittleren Qualifikationsbereich gewährleistet und zugleich weitere berufliche Karrierewege eröffnet. Dennoch steht sie vor großen Herausforderungen, die neben der demografischen Entwicklung mit der primären Fokussierung der Jugendlichen auf wenige Ausbildungsberufe einhergehen. Zusätzliche Konkurrenz erwächst dem dualen System durch den verstärkten Trend zum Erwerb höherer allgemeinbildender Schulabschlüsse, hochschulischer Ausbildungen sowie anderer Ausbildungsmöglichkeiten.

Mit dem BDB soll der Vorrang der dualen Berufsausbildung vor anderen Formen der Berufsausbildung gesichert werden. Dies erfordert eine Stärkung der Berufsorientierung in allen Schulformen, die Sicherung der wohnortnahen Beschulung, ein koordiniertes Beratungsangebot und Wege der Integration von unversorgten Jugendlichen in duale Berufsausbildung. Das Einstiegssystem, in dem Jugendliche zunächst in vollzeitschulischen Angeboten oder Maßnahmen der freien Bildungsträger verbleiben, ist anzupassen, um Schülerinnen und Schülern den direkten Einstieg in eine reguläre Berufsausbildung zu erleichtern. Einige Berufsausbildungen sind nicht im System der dualen Berufsausbildung verortet. Dies trifft insbesondere für die sozialen Berufe und Gesundheitsberufe zu. Sie sind daher nicht Gegenstand der Beratungen im BDB.

Am BDB beteiligen sich alle für die berufliche Bildung auf Landesebene relevanten Organisationen wie die Sozialpartner, Kammern, die kommunalen Spitzenverbände, die Regionaldirektion Niedersachsen/Bremen der Bundesagentur für Arbeit sowie die zuständigen Ressorts der Landesregierung. Gemeinsam wurden Handlungsempfehlungen für regional und sektoral angepasste Lösungen erarbeitet. Das gemeinsame Positionspapier der Wirtschafts- und Sozialpartner im Landesausschuss für Berufsbildung „Integration in Berufsausbildung - Eckpunkte zum Thema Übergang Schule - Beruf in Niedersachsen" sowie der Handlungsrahmen der Fachkräfteinitiative Niedersachsen bildeten die Ausgangspunkte für die Erörterungen.

In seiner Sitzung am 17.03.2015 hat der Steuerkreis Handlungsempfehlungen zu folgenden Themen verabschiedet und dem Niedersächsischen Kultusministerium vorgelegt:

* Stärkung der Berufsorientierung an allen Schulformen

* Entwicklung eines Konzeptes für eine koordinierte Beratungsstruktur

* Einstiegssystem berufsbildende Schulen

* Integration von unversorgten Jugendlichen in duale Berufsausbildung

* Wohnortnahe Beschulung und Qualitätssicherung


Die Empfehlungen wurden im Ressort bewertet und auf die Möglichkeiten zur Umsetzung geprüft.

=> Nach breiter Konsultation mit allen relevanten Akteuren ist das Handlungskonzept zur Berufs-orientierung an allen Schulen der Sek I / II erarbeitet und wird in den nächsten Wochen veröffentlicht.

=> Die Einrichtung von „Jugendberufsagenturen" liegt in der Zuständigkeit von Kommunen, Job-Centern und Agenturen für Arbeit. Seit diesem Jahr sind in Niedersachsen flächendeckend Strukturen der koordinierten Beratung aktiv oder im Aufbau. Das Land unterstützt in einem Begleitprojekt, an den 12 Kommunen teilnehmen, die Einrichtung koordinierter Beratungsstrukturen durch die Bündelung von Informationen sowie die Vernetzung von Schulen und weiteren Akteuren.

=> Zum „Einstiegssystem berufsbildende Schule" hat eine Arbeitsgruppe Maßnahmen untersucht, wie Schülerinnen und Schüler zum direkten Einstieg in eine duale Berufsausbildung motiviert werden können. Das obligate außerschulische Beratungsgespräch vor dem Eintritt in die 1-jährige Berufsfachschule oder die Klasse 11 der FOS wurde in diesem Rahmen mit den Partner vereinbart und wird hierzu einen Beitrag leisten. Im Schulversuch „BEST" wird an 8 Schulen die Dualisierung der Berufseinstiegsschule erprobt, um über vertiefte Praktika die betriebliche Realität zu vermitteln und dadurch Klebeeffekte für Schülerinnen und Schüler zu erreichen. Für das Projekt werden 24 Anrechnungsstunden eingesetzt. Ein weiterer Schulversuch zur Dualisierung der Klasse 1 der Berufsfachschule unter Einschluss der Fachoberschule, Klasse 11, startet in den Bereichen Wirtschaft und Verwaltung im Schuljahr 2017 / 2018 an bis zu 10 BBSen. Zwingende Vorgabe ist, dass Angebote der Berufsschule nicht beeinträchtigt werden und koordinierte Beratungsstrukturen vor Ort arbeiten oder im Aufbau sind. Das bisher freie Praktikum in der Fachoberschule soll strukturiert werden.

=> Der Niedersächsische Landtag hat in seinem Beschluss vom 27.10.2016 „Berufliche Bildung gemeinsam stärken" die Landesregierung aufgefordert, für marktbenachteiligte Jugendliche öffentlich geförderte Ausbildungen auf der Basis eines regulären Berufsausbildungsvertrages mit abschließender Kammerprüfung zu ermöglichen und dies schrittweise in Modellprojekten zu realisieren. Zu einer möglichen Umsetzung liegen zwischenzeitlich Eckpunkte vor, deren Umsetzung in der AG 4 des BDB nach der Sommerpause beraten wird. Es ist vorgesehen, zum Schuljahr 2018 / 2019 erste Modellprojekte zu starten.

=> DieSicherung der wohnortnahen Beschulungwird seit dem 15.12.2016 in einer neuen Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Partner des BDB, Schulleitungen / Lehrkräfte und deren Verbände sowie der Niedersächsischen Landesschulbehörde erörtert. Im Rahmen eines Regionalmanagements wird die Niedersächsische Landesschulbehörde auf Grundlage transparenter Datenlagen einen Abstimmungsprozess zu berufsschulischen Angeboten vor Ort initiieren. Die Zuständigkeit der Schulträger nach § 106 NSchG bleibt wie der Reko-Prozess unangetastet

Zur gemeinsamen Beschulung einzelner Bildungsgänge in der Berufsschule hat die AG Vor-schläge erarbeitet. Damit sollen pädagogisch und wirtschaftlich angemessene Klassengrößen gesichert werden.

Für eine wohn- und betriebsnahe Beschulung ist ein regional gesichertes Angebot von fachlich geeigneten Lehrkräften an allen berufsbildenden Schulen essentiell. Primär ist der Personalbedarf durch grundständig ausgebildete Lehrkräfte zu sichern. Der Ausbau regionaler Studienangebote trägt dazu bei, Lehrkräfte vor Ort an den BBSen einsetzen zu können. Solange aufgrund des Mangels an grundständig ausgebildeten Lehrkräften entsprechender Bedarf besteht, wird der Quereinstieg genutzt, um weitere Interessenten für das Lehramt zu gewinnen.

Zur Information über die Verbindung einer beruflichen Ausbildung mit dem Erwerb aller all-gemein bildenden Schulabschlüsse oder Hochschulzugangsberechtigungen steht ein Flyer zur Verfügung, der in Schulen und den Beratungsstellen eingesetzt werden kann.

Eine überarbeitete Fassung des Vokabelheftes „Willkommen im Handwerk" mit den Sprachen Englisch, Französisch, Polnisch, Arabisch und Farsi ist in einer Auflage von 5000 Exemplare aus Mitteln des BDB erstellt und gedruckt worden.

Am 15. November ist eine weitere Fachtagung in der Multi-Media BBS Hannover zum „Bündnis Duale Berufsausbildung" geplant. Die Ergebnisse der letzten Tagung vom 29.11.2016 finden Sie unter folgendem link: http://www.duale-berufsausbildung.net/


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