Nds. Kultusministerium klar

Förderschule und Förderzentrum

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Schülerinnen und Schüler, die wegen einer bestehenden oder drohenden Behinderung auf sonderpädagogische Unterstützung angewiesen sind, werden gemäß § 4 Absatz 2 Satz 2 Niedersächsisches Schulgesetz (NSchG) durch wirksame, individuelle angepasste Maßnahmen unterstützt. Eine Behinderung wird dabei als Ergebnis einer Wechselwirkung zwischen individueller Beeinträchtigung und Einschränkungen der gesellschaftlichen Teilhabe durch hemmende Faktoren oder Barrieren aufgefasst.

Sonderpädagogische Unterstützung findet sowohl an Förderschulen als auch an allgemeinen Schulen statt. Allgemeine Schulen ermöglichen nach § 4 Absatz 1 Satz 1 NSchG allen Schülerinnen und Schülern einen barrierefreien und gleichberechtigten Zugang. Die Eltern von Schülerinnen und Schülern mit festgestelltem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung haben die Möglichkeit, eine allgemeine Schule oder eine zuständige Förderschule als Ort der Beschulung auszuwählen.

Das Verfahren zur Feststellung eines sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs wird durch die Verordnung zum Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung vom 22.1.2013 geregelt.

Sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf kann festgestellt werden in den Förderschwerpunkten emotionale und soziale Entwicklung, geistige Entwicklung, Hören (Schwerhörige, Gehörlose), Lernen, Sehen (Sehbehinderte, Blinde), Sprache sowie körperliche und motorische Entwicklung.

Die Aufnahme in eine Förderschule im Förderschwerpunkt Lernen ist ab dem fünften Schuljahrgang möglich.

Auftrag der Förderschule, wie auch aller anderen Schulformen, ist Unterricht und Erziehung für Schülerinnen und Schüler mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung, darüber hinaus Beratung, individuelle Förderplanung und die Zusammenarbeit mit allen an der Förderung der Schülerinnen und Schüler beteiligten Personen und Einrichtungen.

Förderschulen sind zugleich Förderzentren und unterstützen die allgemeinen Schulen bei der Durchführung von sonderpädagogischer Unterstützung (§ 14 Absatz 3 NSchG). Darüber hinaus werden aktuell Regionale Beratungs- und Unterstützungszentren Inklusive Schule (RZI) errichtet. Die RZI sind u. a. für die Beratung von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Schulen zu den Themen sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf und Inklusion zuständig.

Hinweis:

Die Gültigkeitsdauer des Erlasses "Sonderpädagogische Förderung" vom 01.02.2005 ist mit dem 31.12.2012 abgelaufen. Bis zur Veröffentlichung einer überarbeiteten Fassung ist der Erlass weiter anzuwenden.

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