Start ins 2. Schulhalbjahr 2025/2026: Steigende Unterrichtsversorgung dank zusätzlicher Stellen und erfolgreicher Besetzung, Höchststand bei der Zahl der Lehrkräfte.
Kultusministerin Hamburg: „Nie zuvor standen für die Schülerinnen und Schüler so viele Stunden von Lehrkräften zur Verfügung wie heute.“
Wenige Tage vor dem Zeugnistag zum Halbjahreswechsel zieht Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg eine positive Bilanz zur Unterrichtsversorgung im laufenden Schuljahr 2025/2026. Die amtliche Unterrichtsstatistik (Stichtag 28.08.2025) zeigt: Trotz erneut steigender Schülerzahlen, zusätzlicher Unterrichtsstunden für Schulen und eines bundesweit angespannten Fachkräftemarkts ist es gelungen, die Unterrichtsversorgung entgegen des Trends leicht zu steigern. Gleichzeitig kann Niedersachsen sowohl einen Höchststand bei der Zahl der Lehrkräfte als auch bei den verfügbaren Unterrichtsstunden verzeichnen.
„Diese Zahlen zeigen: Unsere konsequenten Anstrengungen zur Stärkung der Unterrichtsversorgung und Verbesserung der Schulqualität tragen Früchte. Nie zuvor standen für die Schülerinnen und Schüler so viele Stunden von Lehrkräften zur Verfügung wie heute“, sagt Ministerin Hamburg. „Trotzdem ist klar, dass die Situation an den Schulen sehr unterschiedlich ist und wir mit Hochdruck und Engagement weitere Maßnahmen zur Stabilisierung und Verbesserung der Situation an unseren Schulen – gerade in bestimmten Regionen und an bestimmten Schulformen – ergreifen müssen.“
Steigende Unterrichtsversorgung trotz steigender Schülerzahlen und mehr Qualität
Im Schuljahr 2025/2026 werden zum Stichtag an den öffentlichen allgemeinbildenden Schulen in Niedersachsen insgesamt 827.524 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Das sind rund 1.780 Schülerinnen und Schüler mehr als im Vorjahr (plus 0,2 Prozent).
Kultusministerin Hamburg ordnet diese Entwicklung ein: „Steigende Zahlen an Schülerinnen und Schülern sind grundsätzlich ein positives Signal. Sie zeigen, dass Niedersachsen insgesamt wächst und lebendig bleibt. Gleichzeitig bedeutet das für uns: Wir müssen die Herausforderungen im Blick behalten, Maßnahmen immer wieder anpassen und Anstrengungen fortsetzen, um allen Schülerinnen und Schülern gute Lernbedingungen zu bieten und die Unterrichtsversorgung in den nächsten Jahren zu stabilisieren.“
So erreicht Niedersachsen im laufenden Schuljahr einen neuen Höchststand bei den Lehrkräfte-Ist-Stunden. „Noch nie gab es so viele verfügbare Unterrichtsstunden für unsere Schülerinnen und Schüler“, so die Ministerin.
Besonders aussagekräftig ist dabei die sogenannte Lehrkräfte-Schüler-Relation. Sie beschreibt, wie viel Zeit rechnerisch im Durchschnitt pro Schülerin und Schüler zur Verfügung steht. Dieser Wert ist 2025 erneut gestiegen auf 1,70 (2024: 1,68). Damit erreicht Niedersachsen den drittbesten Wert seit Beginn der Erhebungen – nur in den Jahren 2019 und 2020 lag die Relation noch etwas höher. Hamburg betont: „Die Lehrkräfte-Schüler-Relation ist für mich einer der wichtigsten Qualitätsindikatoren. Dieser Wert steht für Zeit, für Zuwendung und für individuelle Förderung. Dass wir diesen Wert erneut verbessern konnten, zeigt: Unsere Schulen und damit unsere Schülerinnen und Schüler profitieren ganz konkret von den zusätzlichen Einstellungen.“
Landesweit beträgt die durchschnittliche Unterrichtsversorgung im Schuljahr 2025/2026 97,2 Prozent. Das ist eine Steigerung um rund 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr (96,9 Prozent). „Dies ist ein Anstieg gegen den Trend – und ein Beleg dafür, dass unsere Maßnahmen zur Sicherung der Unterrichtsversorgung wirken“, sagt die niedersächsische Kultusministerin.
Aufgrund der erfolgreichen Neueinstellungen werden in diesem Jahr weitere neue 1.350 Vollzeitstellen geschaffen
Die Landesregierung hat in den letzten zwei Jahren bereits 2.460 zusätzliche Lehrkräftestellen zur Verfügung gestellt, die auch besetzt werden können. Diese tragen maßgeblich zu dem Plus in der Unterrichtsversorgung bei. Die erfolgreichen Einstellungsverfahren der vergangenen Jahre machen insofern deutlich, dass der eingeschlagene Kurs fortgesetzt werden muss. Es können stets mehr Lehrkräfte eingestellt werden, als ausscheiden. Daher schaffen wir in diesem Jahr weitere 1.350 neue Lehrkräftestellen, um erfolgreiche Einstellungsverfahren auch künftig fortzuführen. Damit werden wir in diesem Jahr insgesamt 3.810 zusätzliche Vollzeitstellen (VZE) ins System gebracht haben.
Doch gute Schulen brauchen mehr als Unterricht. Deshalb setzt Niedersachsen neben zusätzlichen Lehrkräften gezielt auf pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die den Schulalltag unterstützen und Lehrkräfte entlasten. Seit 2019 ist ihre Zahl an den öffentlichen allgemeinbildenden Schulen um rund 2.300 Vollzeiteinheiten gestiegen. Aktuell sind rund 5.900 Vollzeiteinheiten an den Schulen im Land eingeplant. Das bedeutet mehr Zeit für Förderung, mehr Unterstützung im Schulalltag und mehr Verlässlichkeit für Schülerinnen und Schüler. „Dass wir dieses Niveau erreichen konnten, ist angesichts des bundesweiten Fachkräftemangels alles andere als selbstverständlich,“ betont die Ministerin.Wie in den Vorjahren zeigen sich Unterschiede zwischen den Schulformen:
- Gymnasien: 101,2 Prozent (Vorjahr: 100,6 Prozent)
- Grundschulen: 98,2 Prozent (Vorjahr: 98,0 Prozent)
- Gesamtschulen: 97,8 Prozent (Vorjahr: 97,3 Prozent)
- Realschulen: 95,3 Prozent (Vorjahr: 95,2 Prozent)
- Oberschulen: 92,7 Prozent (Vorjahr: 92,9 Prozent)
- Förderschulen: 91,8 Prozent (Vorjahr: 90,8 Prozent)
- Hauptschulen: 90,6 Prozent (Vorjahr; 91,5 Prozent)
„Es stellt uns nicht zufrieden, dass wir in manchen Regionen und an bestimmten Schulformen ein deutlich größeres Problem mit dem Fachkräftemangel haben als an anderen. Deswegen steuern wir hier immer wieder mit gezielten Maßnahmen nach“, so die Ministerin. Gleichzeitig erlebe sie, dass es viele Bewerberinnen und Bewerber gibt, die sich schlichtweg auch nicht öffnen, Stellen in bestimmten Regionen oder an bestimmten Schulen anzunehmen. „Es gibt so viele tolle Schulen im Land, die ein großartiger Arbeitsplatz sind und hochengagierte Kollegien haben. Gerade für Berufseinsteigende ist das eine tolle Chance, mit diesen Kollegien im Beruf Lehrkraft anzukommen. Wir ermöglichen auch befristete Einstellungen, wenn Lehrkräfte Schulen oder Regionen erst einmal kennenlernen wollen. Das ist viel attraktiver, als sich von Vertretungsvertrag zu Vertretungsvertrag zu hangeln“, so die Ministerin.
Zum Beginn des 2. Schulhalbjahres 2025/2026 konnten von den aktuell 1.262 ausgeschriebenen Stellen bereits 948 erfolgreich besetzt werden. Das entspricht einer Quote von 75 Prozent (Stand: 22.01.2026). Damit stehen wir etwas besser da als zum gleichen Zeitpunkt in den Vorjahren. Hamburg betont: „Unser Anspruch ist es, alle zur Verfügung stehenden Stellen zu besetzen, um die Schulen bestmöglich aufzustellen. Es gibt noch genug Bewerberinnen und Bewerber, die ich hiermit aufrufe, Stellen auch anzunehmen. Wir brauchen Sie alle! Das Einstellungsverfahren bleibt daher über den 01.02.2026 hinaus geöffnet.“ Davon hätten beide Seiten was, die Schulen und die Bewerbenden.
Qualitätssteigerungen im Einzelnen
Neben den steigenden Schülerzahlen liegt ein Grund dafür, dass die rechnerische Unterrichtsversorgung nicht noch höher ausfällt, in gezielten Investitionen in die Bildungsqualität, die bewusst zusätzlichen Personalbedarf erzeugen und damit entsprechend binden – das bedeutet konkret mehr Unterrichtsstunden und Qualität für die Schülerinnen und Schüler. Wir geben uns also mit dem Status Quo nicht zufrieden, sondern setzen uns die Latte immer höher. Zu den Maßnahmen zählen insbesondere:
- die Einführung des Pflichtfachs Informatik, um digitale Kompetenzen systematisch zu stärken,
- zusätzliche Lernzeiten in der Grundschule, um Basiskompetenzen in Deutsch und Mathematik zu festigen,
- die Entlastung von Grundschulleitungen, damit diese mehr Zeit für Schulentwicklung, Führung und Qualitätsarbeit haben,
- sowie der gezielte Ausbau von Inklusion, Ganztagsangeboten und Sprachförderung, der allen Schülerinnen und Schülern zugutekommt.
Insgesamt fließen im aktuellen Schuljahr 2025/2026 fast 300.000 Stunden in bessere Förderung, individuelle Unterstützung und mehr Unterrichtsqualität. Die Qualitätssteigerungen machen – je nach Betrachtung – 1,6 bis 1,9 Prozent Belastung auf den Unterrichtsversorgungswert aus. Ministerin Hamburg hebt hervor: „Diese Investitionen kommen direkt unseren Schülerinnen und Schülern zugute. Damit geben wir mehr Zeit für individuelle Förderung und Forderung, stärken die schulische Entwicklung und sorgen dafür, dass Lernen und Lehren noch wirksamer werden. Gute Bildung entsteht nicht nebenbei – sie braucht Zeit, Anstrengung, motiviertes und qualifiziertes Personal sowie klare Prioritäten. Und genau das leisten wir mit unseren Maßnahmen.“
Berufsbildende Schulen: steigende Zahl an Schülern in Vollzeitschulformen bringt Unterrichtsversorgung unter Druck, mehr Lehrkräfte eingestellt als ausgeschieden
An den öffentlichen berufsbildenden Schulen in Niedersachsen werden rund 219.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Nach einem leichten Rückgang in den vergangenen Jahren ist ab dem kommenden Schuljahr aufgrund der demografischen Entwicklung wieder mit einem Anstieg der Schülerzahlen zu rechnen.
Besonders dynamisch entwickelt sich weiterhin der Bereich der Berufseinstiegsschulen (BES). Hier ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler seit dem Schuljahr 2021/2022 um 54,4 Prozent (rd. 5.200 Menschen) deutlich gestiegen. Vor allem in den Klassen Sprache und Integration führt die Zuwanderung junger Menschen zu erhöhten Bedarfen, weil diese Klassen besonders personalintensiv sind. Allein dieser Aufwuchs hätte rechnerisch zu einer spürbaren Verschlechterung der Unterrichtsversorgung um 5 Prozent geführt, der wir uns entgegenstellen konnten. Die Unterrichtsversorgung hat sich vor diesem Hintergrund mit einem leichten Rückgang um 0,4 Prozent stabilisiert und ist aktuell voraussichtlich bei rund 92,5 Prozent.
Ein wichtiger Faktor dafür ist die erfolgreiche Lehrkräftegewinnung: Im Jahr 2025 wurden an den berufsbildenden Schulen 409 Lehrkräfte neu eingestellt, darunter 324 Theorielehrkräfte sowie 85 Lehrkräfte für die Fachpraxis. Im gleichen Zeitraum sind 314 Lehrkräfte in den Ruhestand gegangen. Damit konnten auch an den BBS mehr Lehrkräfte gewonnen werden als verloren gegangen sind. Besonders positiv wirkt sich dies im Bereich der Fachpraxis aus, wo sich die Unterrichtsversorgung um rund 2,1 Prozentpunkte verbessern konnte. Zur weiteren Stärkung der Schulen werden die berufsbildenden Schulen auch mit dem Haushalt 2026 zusätzlich unterstützt: Sie erhalten weitere 48 unbefristete Beschäftigungsmöglichkeiten im Bereich schulischer Sozialarbeit, um damit insbesondere Sprachförderung und Integration weiter auszubauen.
Abschließend zieht Kultusministerin Julia Willie Hamburg folgendes Fazit: „Alle unsere Schulen stehen vor großen Aufgaben – und wir stellen uns ihnen mit klaren Prioritäten. Wir haben mehr Lehrkräfte eingestellt, multiprofessionelle Teams gestärkt und gezielt in Qualität investiert. Das alles zeigt Wirkung. Gleichzeitig wissen wir: Gute Bildung braucht einen langen Atem und viele einzelne Schritte. Deshalb setzen wir den eingeschlagenen Weg der 1000 Schritte konsequent fort – mit weiteren Stellen, verlässlichen Rahmenbedingungen und dem festen Ziel, allen Kindern und Jugendlichen in Niedersachsen die bestmöglichen Bildungschancen zu eröffnen.“
Kultusministerin Julia Willie Hamburg
Artikel-Informationen
erstellt am:
22.01.2026
Ansprechpartner/in:
Britta Lüers
Nds. Kultusministerium
Pressesprecherin
Hans-Böckler Allee 5
30173 Hannover
Tel: 0511 120 7148

