Die niedersächsischen berufsbildenden Schulen in Zahlen
Mit der vorliegenden Neuauflage der Broschüre „Die niedersächsischen berufsbildenden Schulen in Zahlen“ werden die Zahlen und Vergleichswerte zum Stichtag der Erhebung 15.11.2025 (Schuljahr 2025/2026) für die öffentlichen berufsbildenden Schulen sowie die berufsbildenden Schulen in freier Trägerschaft fortgeschrieben.
Die ermittelten Daten geben im Wesentlichen Auskunft über das aktuelle Schuljahr. Aus dem Vergleich der Werte vorangegangener Jahre und den zum Teil prognostischen Erwartungen für die Zukunft lassen sich aufschlussreiche Erkenntnisse über die Entwicklung in den einzelnen Bereichen der berufsbildenden Schulen ableiten.
Wie auch bereits im Vorjahr wurden in dieser Broschüre Daten zu den Abgängern aus den einzelnen Schulformen des vorherigen Schuljahres aufgenommen. Die Zahlen ergeben ein umfassendes Bild zur erfolgreichen Arbeit an den verschiedenen Schulformen des berufsbildenden Bereichs. Um eine erhöhte Aussagekraft zu erhalten, werden zusätzlich summarisch die Daten der vorhergehenden Jahre in einer weiteren Tabelle dargestellt.
Es ist darauf hinzuweisen, dass die Zahlen der Schulen in freier Trägerschaft nur eingeschränkt mit denen der Vorjahre zu vergleichen sind, da die Schülerinnen und Schüler in den neu geregelten Pflegeberufen zur Vermeidung von Doppelzählungen nicht mehr in diesen Zahlen enthalten sind; die Erfassung erfolgt ausschließlich über den Pflegefond. Im Statistikteil dieser Broschüre werden diese Zahlen ergänzend gesondert ausgewiesen.
Die Zahl der Schülerinnen und Schüler an öffentlichen berufsbildenden Schulen und an berufsbildenden Schulen in freier Trägerschaft lag im Schuljahr 2025/2026 bei 232.688 (im Vorjahr: 233.453). Der größte Teil von ihnen (219.193; im Vorjahr: 220.073) wird an den öffentlichen berufsbildenden Schulen beschult; dies entspricht einem Rückgang um rd. 0,4 % (im Vorjahr: Rückgang um rd. 0,6 %). 134.532 Schülerinnen und Schüler (ca. 61,4 %; im Vorjahr 135.850 entsprechend ca. 61,7 %) besuchen dort die Berufsschule und ca. 38,6 % Schülerinnen und Schüler (Vorjahr: 38,3 %) vollzeitschulische Bildungsgänge. Hierbei bilden die beruflichen Gymnasien mit 16.554 (im Vorjahr: 16.866) Schülerinnen und Schülern weiterhin den größten Bildungsgang, wenn auch mit überproportional rückläufiger Tendenz (rd. -1,9 %).
In der Berufsschule ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler weiterhin rückläufig (- 1.308), allerdings hat sich der Rückgang beschleunigt und liegt nunmehr bei rd. einem Prozent (im Vorjahr: 0,3 %). Aufgrund der aktuell herausfordernden ökonomischen Situation kann eine valide Prognose über die weitere Entwicklung nicht abgegeben werden.
Das Niedersächsische Kultusministerium hat in der jüngeren Vergangenheit erhebliche Anstrengungen unternommen, um für junge Flüchtlinge entsprechend qualifizierte Angebote auch im berufsbildenden Bereich vorzuhalten. Nach dem Auslaufen des Schulversuchs SPRINT/SPRINT-dual wurden die wesentlichen Elemente des Schulversuchs in die neu konzipierte Berufseinstiegsschule (BES) übernommen. Die erfolgreiche Integrationsarbeit wird so im Regelschulsystem fortgesetzt. In dieser Schulform werden im laufenden Schuljahr 14.887 Schülerinnen und Schüler unterrichtet (im Vorjahr 14.515), was eine erneute Zunahme um rd. 2,6 % darstellt. Den berufsbildenden Schulen werden hier aufgrund der herausfordernden Aufgaben zur Integration dieser jungen Menschen in die Gesellschaft und Arbeitswelt umfangreiche Lehrkräftesollstunden zur Verfügung gestellt. Der Aufwuchs an Schülerinnen und Schülern wirkt sich entsprechend auf die Unterrichtsversorgung aus.
Der Wert der Unterrichtsversorgung der öffentlichen berufsbildenden Schulen lag zum Stichtag der Erhebung bei 92,5 % und damit leicht unter dem Wert des Vorjahres. Allerdings ist zu konstatieren, dass sich die Werte der Unterrichtsversorgung seit dem Schuljahr 2020/2021 zwischen 92 % und 93 % bewegen und damit auf einem für den berufsbildenden Bereich relativ hohen Niveau.
Aufgrund der nunmehr vorliegenden 16. koordinierten Bevölkerungsprognose wurde die Vorausberechnung der Anzahl an Schülerinnen und Schülern an den berufsbildenden Schulen vollständig neu erstellt. Innerhalb der neuen Datenbasis wird weiterhin wie auch in den Vorjahren von einer starken Zuwanderungsquote ausgegangen. Diese Vorausberechnung lässt bezüglich der Anzahl der Schülerinnen und Schüler an den öffentlichen berufsbildenden Schulen nunmehr in den kommenden Jahren einen leichten Rückgang auf rd. 215.000 erwarten, bevor ca. 2032 wieder das derzeitige Niveau erreicht werden wird. Erst danach ist von einem Aufwuchs auszugehen (2035 auf voraussichtlich rd. 226.000). Im Vergleich zu den bisherigen Berechnungen, die auf der 15. Bevölkerungsprognose basierten, bedeutet dies im Jahr 2035 eine Reduzierung um rd. 12.000 Schülerinnen und Schüler. Damit verbunden ist eine Verringerung des zusätzlichen Lehrkräftebedarfs auf rd. 240 Lehrkräften zur Aufrechterhaltung des Status quo, bezogen auf den Zeitraum 2026 – 2035 mithin rd. 24 Lehrkräfte je Jahr mehr als aus dem Dienst ausscheiden. Aufgrund erwartbarer Pensionierungen und sonstiger Abgänge ist von einem Ersatzbedarf von rd. 370 Lehrkräften je Jahr auszugehen, insgesamt besteht somit ein Einstellungsbedarf von rd. 400 Lehrkräften jährlich. In den letzten fünf Jahren wurden durchschnittlich rd. 450 Lehrkräfte neu eingestellt. Zwar ist die Tendenz leicht rückläufig (Anzahl Neueinstellungen in 2024 421, in 2025 409), allerdings ist realistisch davon auszugehen, dass die genannte jährliche Bedarfszahl umsetzbar ist. Allerdings wird in bestimmten Fachrichtungen (insbes. technische Bereiche) weiterhin eine relativ hohe Nachfrage bestehen bleiben; inwieweit hier die Neufassung der Regelungen zum Quereinstieg aus dem Jahr 2025 kompensatorisch wirkt, bleibt abzuwarten.
Seit 2011 sind die öffentlichen berufsbildenden Schulen Regionale Kompetenzzentren. Die Schulen entscheiden unter Beachtung der haushaltsrechtlichen Vorgaben eigenverantwortlich über die zur Deckung des fachrichtungs- und fächerspezifischen Bedarfs notwendigen Stellenausschreibungen, um für die Qualitätsentwicklung an der Schule Sorge zu tragen. Im Haushaltsjahr 2025 wurden durch die Schulen 409 Neueinstellungen realisiert; die Anzahl der pensionierten Lehrkräfte konnte damit erneut überkompensiert werden. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Einstellungsergebnisse der vergangenen Haushaltsjahre:
| Haushaltsjahr |
Neu eingestellte Theorielehrkräfte
|
Neu eingestellte Fachpraxislehrkräfte
|
Neueinstellungen insgesamt
|
2014
|
493 |
53 |
546 |
| 2015 |
460 |
51 |
511 |
| 2016 |
434 |
46 |
480 |
| 2017 |
458 |
78 |
536 |
| 2018 |
480 |
66 |
546 |
| 2019 |
351 |
51 |
402 |
| 2020 |
451 |
47 |
498 |
| 2021 |
436 |
30 |
466 |
| 2022 |
417 |
53 |
470 |
| 2023 |
411
|
60 |
471 |
| 2024 |
375
|
46 |
421 |
| 2025 |
324 |
85 |
409 |
Die Möglichkeiten für Neueinstellungen im Jahr 2026 bewegen sich auf dem Niveau des vorherigen Haushaltsjahres, so dass die quantitative und qualitative Unterrichtsversorgung im Bereich der öffentlichen berufsbildenden Schulen perspektivisch gesichert ist.
In der Broschüre sind im Folgenden die Zahlen und Statistiken zu den verschiedenen Bereichen des berufsbildenden Bereichs dargestellt, welche häufig im Zusammenhang mit den berufsbildenden Schulen angefordert werden. Bei der Bewertung der Statistiken sind die Anmerkungen und Fußnoten in den einzelnen Tabellen zu beachten. Sie liefern hilfreiche Hinweise auf das Zustandekommen und die Bedeutung der einzelnen Zahlenwerte. Sollten sich weitere Fragen zum Hintergrund der Statistiken ergeben, wenden Sie sich bitte an Referat 42 des Niedersächsische Kultusministerium, das hierzu gern nähere Auskünfte gibt.
Schulspezifische Daten erhalten Sie darüber hinaus hier: https://karten.nibis.de.