Nds. Kultusministerium Niedersachen klar Logo

FAQ zu Schule 2.0 - BBS

Wenn die Infektionslage durch Corona es zulässt, soll der Unterricht an den Schulen in Niedersachsen im neuen Schuljahr 20/21 mit Einschränkungen wieder im Regelbetrieb laufen. Das Kultusministerium hat dazu Regeln - aber auch Alternativszenarien - formiliert. Antworten auf die wichtigsten Fragen (FAQ) zu den

berufsbildenden Schulen

gibt es hier:

Wenn jetzt ein Verdachtsfall in der Schule auftritt


Unsere Tochter (15 Jahre) wurde von der Schule nach Hause geschickt, weil es einen bestätigten Corona-Fall in ihrer Klasse gab – müssen wir als Eltern jetzt auch in Quarantäne?

Nein, die Quarantänepflicht gilt zunächst nur für Ihre Tochter, weil auch nur diese als Kontaktperson 1. Grades im direkten Kontakt mit einer positiv getesteten Person stand.

Kann eine Schule die Kinder überhaupt in Quarantäne schicken?

Das Vorgehen der Schule ist in diesen Situationen mit dem örtlich zuständigen Gesundheitsamt abgestimmt. Die konkrete Anordnung der Quarantäne für Ihr Kind erfolgt gleichwohl ausschließlich durch das Gesundheitsamt. Von dort erhalten Sie in diesen Fall auch konkrete Hinweise, welche weiteren Schritte und Maßnahmen zu veranlassen sind.

Auf was müssen wir dann in dieser Situation jetzt zu Hause achten?

Die Situation ist für alle im Haushalt etwas schwieriger, denn die Grundregeln wie Abstand und Hygiene sind nunmehr auch im häuslichen Rahmen von besonderer Bedeutung. Mit der angeordneten Quarantäne erhalten Sie seitens des Gesundheitsamtes aber auch weitere hilfreiche Tipps und Hilfestellungen für den Alltag in solchen Situationen.

Wie lange dauert die Quarantänezeit in solchen Fällen?

Eine angeordnete Quarantäne beträgt aktuell 14 Tage. Die Dauer kann auch frühzeitig aufgehoben werden, wenn sich im Rahmen der Kontaktermittlungen herausstellt, dass der Kontakt doch nicht so eng war und folglich kein Ansteckungsrisiko bestand. Die Verkürzung oder Aufhebung der Quarantäne erfolgt dabei aber ausschließlich durch das Gesundheitsamt.

Und was ist jetzt mit unserer Tochter – wer kümmert sich um die Testung und wo können wir dies machen lassen?

Sofern es hier nicht ohnehin schon weiterführende Hinweise durch das Gesundheitsamt gegeben hat, wenden Sie sich dazu bitte an Ihren behandelnden Kinder- und Jugendarzt.

Die Schulklasse von unserem Sohn (minderjährig) ist wegen eines Corona-Falls in Quarantäne gesetzt worden – müssen wir als Eltern jetzt für 14 Tage Urlaub nehmen bzw. wie ist das mit dem Verdienstausfall?

Wenn Sie aufgrund einer behördlich angeordneten Quarantänemaßnahme Ihren Sohn zuhause betreuen müssen, dann besteht ein Anspruch auf Entschädigung von Verdienstausfall. Diese Verfahren gilt analog zu den behördlich angeordneten Kita- oder Schulschließungen.

Hier geht es zu weiterführenden Informationen dazu.

Allgemeines

Umgang mit vulnerablen Personen in der Schule

Welche Beschäftigten gehören zum Beginn des Schuljahres 2020/2021 zu den Personen, die nach Szenario A des Leitfadens weiterhin im Home-Office arbeiten dürfen?

Die Personen, die durch eine ärztliche Bescheinigung nachweisen können, dass sie an einer oder mehreren der folgenden chronischen Erkrankungen leiden:

  • des Herz-Kreislauf-Systems,
  • der Lunge (z. B. chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD),
  • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen,
  • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit),
  • Patienten mit einer vorliegenden Einschränkung des Immunsystems aufgrund einer Krebserkrankung,
  • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Cortison)

Beschäftigte mit einem Lebensalter von über 60 Jahre und Beschäftigte, die mit zur oben beschriebenen Risikogruppe gehörenden Personen in einem gemeinsamen Haushalt leben und schwerbehinderte Beschäftigte, die nicht einer der oben genannten Risikogruppe angehören, werden ab Beginn des Schuljahres 2020/2021 wieder regelmäßig mit einer Präsenztätigkeit in der Schule eingesetzt.

Schwangere können grundsätzlich im Präsensunterricht eingesetzt werden, wenn keine erhöhte Infektionsgefährdung vorliegt. Die Entscheidung trifft die Schulleitung auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung nach dem Mutterschutzgesetz. Die Einschätzung der Gefährdung durch SARS-CoV-2 ist Bestandteil dieser Gefährdungsbeurteilung.


Mein Kind lebt mit einer/einem Angehörigen einer Risikogruppe zusammen. Kann ich es vom Präsenzunterricht befreien lassen?

Grundsätzlich gilt auch für Schülerinnen und Schüler mit vulnerablen Angehörigen die Schulbesuchspflicht. In allen Schulen werden umfangreiche Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus getroffen, so dass hier kein besonders erhöhtes Infektionsrisiko besteht.

Eine Befreiung vom Präsenzunterricht ist deshalb nur in begründeten Ausnahmefällen möglich. Sie liegen vor, wenn

  1. glaubhaft gemacht worden ist (z.B. durch Vorlage eines Attestes), dass die Angehörige oder der Angehöriger zu einer Risikogruppe gehört, und
  2. die Schülerin oder der Schüler mit der oder dem Angehörigen in einem räumlich nicht trennbaren Lebensbereich dauerhaft wohnt und sich enge Kontakte zwischen der Schülerin oder dem Schüler einerseits und der oder dem Angehörigen andererseits trotz Einhaltung aller Hygieneregeln nicht vermeiden lassen, und
  3. vom Gesundheitsamt für einen bestimmten Zeitraum eine Infektionsschutz-maßnahme an der Schule verhängt wurde (z.B. Quarantäne für einzelne Klassen oder Jahrgänge), so dass nicht mehr nur von einer allgemeinen Gefährdungslage, sondern einer konkreten Infektionsgefahr auszugehen ist.

Erziehungsberechtigte können bei der Schulleitung einen Antrag auf Befreiung vom Präsenzunterricht für ihr Kind stellen. Wenn alle drei Voraussetzungen erfüllt sind, wird dem Antrag für den Zeitraum der Infektionsschutzmaßnahme entsprochen. Den entsprechenden Antrag auf Befreiung vom Präsenzunterricht, wenn Angehörigen in häuslicher Gemeinschaft zum gefährdeten Kreis gehören finden Sie hier.

Weitere Informationen zur Befreiung vom Präsenzunterricht gibt es hier.


Was ist hinsichtlich des Lüftungskonzepts zu beachten bei niedrigeren Außentemperaturen (Anpassung von Lüftungskonzepten)?

Es ist auch weiterhin für eine ausreichende Lüftung zu sorgen.


Muss in der Schule Maske getragen werden (MNS/Mund-Nase-Schutz)?

Grundsätzlich gilt: Im Unterricht müssen Schülerinnen und Schüler keine Masken tragen - außerhalb des Klassenraumes muss ein MNS getragen werden. Die Maskenpflicht gilt insbesondere, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen nicht eingehalten werden kann - zum Beispiel in Gänge, Fluren, und Treppenhäusern.

Aber es gibt eine Ausnahme: Bleiben die Schülerinnen und Schüler einer sogenannten Kohorte unter sich und treffen nicht auf Mitglieder einer anderen Kohorte, kann auch außerhalb der Unterrichtsräume auf die Maske verzichtet werden. Das ist zum Beispiel möglich, wenn eine Kohorte einen eigenen Schultrakt oder zu einer bestimmten Zeit den Pausenhof alleine nutzt.

Eine Kohorte sollte möglichst klein gehalten werden und im Idealfall eine Klasse/einen Kurs umfassen, sie kann maximal einen Schuljahrgang ausmachen.


Dürfen alle Klassen gemeinsam zur Pause auf den Schulhof gehen, wenn eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen wird?

Ja. Der Unterrichtsbeginn und die Pausenregelung sind nach Möglichkeit räumlich oder zeitlich zu entzerren. Ansonsten gilt:

Außerhalb von Unterrichts- und Arbeitsräumen ist eine Mund-Nasen-Bedeckung in von der Schule besonders gekennzeichneten Bereichen zu tragen, in denen aufgrund der örtlichen Gegebenheiten ein Abstand von mindestens 1,5 m zu Personen anderer Kohorten nicht gewährleistet werden kann. Das betrifft in der Regel Gänge, Flure, Versammlungsräume usw., ggf. auch das Außengelände.

Dürfen Schülerinnen und Schüler mit Schnupfen- und ähnlichen Krankheitssymptomen in die Schule gehen?

Bei einem banalen Infekt ohne deutliche Beeinträchtigung des Wohlbefindens (z. B. nur Schnupfen, leichter Husten) kann die Schule besucht werden. Dies gilt auch bei Vorerkrankungen (z. B. Heuschnupfen, Pollenallergie).

Bei Infekten mit einem ausgeprägtem Krankheitswert (z. B. Husten, Halsschmerzen, erhöhte Temperatur) muss die Genesung abgewartet werden. Nach 48 Stunden Symptomfreiheit kann die Schule ohne weitere Auflagen (d. h. ohne ärztliches Attest, ohne Testung) wieder besucht werden, wenn kein wissentlicher Kontakt zu einer bestätigten Covid-19 Erkrankung bekannt ist.

Bei schwererer Symptomatik, zum Beispiel mit

  • Fieber ab 38,5°C oder
  • akutem, unerwartet aufgetretenem Infekt (insb. der Atemwege) mit deutlicher Beeinträchtigung des Wohlbefindens oder
  • anhaltendem starken Husten, der nicht durch Vorerkrankung erklärbar ist,

sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Die Ärztin oder der Arzt wird dann entscheiden, ob ggf. auch eine Testung auf SARSCoV-2 durchgeführt werden soll und welche Aspekte für die Wiederzulassung zum Schulbesuch zu beachten sind.



Distanzunterricht und Distanzlernen


Kann im Falle eines Lockdowns eine Lernsituation vollständig im Distanzunterricht bzw. Distanzlernen umgesetzt werden?

Ja, Lernen vollzieht sich in Lernsituationen in Phasen der vollständigen Handlung oder ggf. erforderlicher fachdidaktischer Vorgehensweisen. Im Leitfaden BBS „Schule in Corona-Zeiten 2.0“ ist im Abschnitt 10 „weitere Hinweise“ erläutert, wie die jeweiligen Handlungsphasen umgesetzt werden können.

Ist es auch möglich, nur einzelne Phasen der vollständigen Handlung im Distanzunterricht durchzuführen?

Ja, beim Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht lassen sich auch einzelne Phasen im Distanzunterricht durchführen, ebenso im hybriden Unterricht.

Was versteht man unter hybridem Unterricht?

Im hybriden Unterricht sind die Schülerinnen und Schüler aufgeteilt in Präsenz- und Distanzlernen. Dies ist eine gute Möglichkeit der Integration der vulnerablen Schülerinnen und Schüler.

Welche Phasen der vollständigen Handlung eignen sich besonders für Distanzunterricht?

Diese Abwägung muss jede Lehrkraft oder die Bildungsgangsgruppe und die Fachgruppe für ihre Lerngruppe und ihre Lernsituation treffen. Dabei sind auch die zur Verfügung stehende Technik und die zeitlichen Vorgaben der Jahresplanung zu berücksichtigen.

Wie lässt sich „flipped classroom“ in handlungsorientierten Unterricht umsetzten?

„Flipped classroom“ eignet sich gut für zusätzliche (Selbst)lernphasen, ergänzend zur Lernsituation.

Gibt es andere Möglichkeiten im Distanzunterricht außer Lernsituationen?

In berufsbildenden Schulen in Niedersachsen findet der handlungsorientierte Unterricht auf Basis der Leitlinie SchuCu-BBS statt und wird in allen Bildungsgängen entsprechend der didaktisch-methodischen Planung und Jahresplanung durchgeführt. Der Unterricht findet grundsätzlich in Lernsituationen statt. Dies gilt auch für den Distanzunterricht. Lern- und Arbeitsprozesse der Schülerinnen und Schüler können je nach individuellen Stand der Kompetenzentwicklung z. B. durch ergänzende Arbeitsaufträge und Arbeitsblätter unterstützt werden.



Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf

Können alle Schülerinnen und Schüler mit einem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung nach den Sommerferien am Unterricht teilnehmen?

Ja, seit Juli 2020 können alle Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf am Präsenzunterricht teilnehmen, unabhängig davon, ob sie eine Förder- oder eine inklusive Schule besuchen.

Es war dem Niedersächsischen Kultusministerium ein besonderes Anliegen, Veränderungen zu den Abstandregeln im Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf, die die Abstandsregeln nicht einhalten können, im Rahmen-Hygieneplan Corona festzuschreiben. In diesem wird ausdrücklich auf die Unterschreitung des Mindestabstandes hingewiesen und es werden entsprechende Situationen exemplarisch benannt.

Können Schulbegleitungen Schülerinnen und Schüler in der Schule weiterhin unterstützen?

Ja, der Rechtsanspruch der Schülerinnen und Schüler auf eine Schulbegleitung besteht weiterhin, so dass diese durch ihre Schulbegleitung sowohl in der Schule als auch beim Lernen zu Hause unterstützt werden können. Die Schülerin bzw. der Schüler und die Schulbegleitung sind hierbei als eine Einheit aus zwei Personen (Tandem) anzusehen, die untereinander, soweit dies in dem Unterstützungsbedarf des Kindes begründet ist, von der Abstandspflicht befreit sind.

Müssen Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf, dort wo der Mindestabstand von 1,50 m in der Schule nicht eingehalten werden kann, eine Maske tragen?

Nein. Personen, für die aufgrund einer körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigung oder einer Vorerkrankung, zum Beispiel einer schweren Herz- oder Lungenerkrankung, das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht zumutbar ist und die dies glaubhaft machen können, sind von der Verpflichtung ausgenommen.

Fachpraktischer Unterricht


Wie können fachpraktischer Unterricht und praktischer Unterricht am Menschen durchgeführt werden?

Sofern fachpraktischer und praktischer Unterricht für das Einüben beruflicher Handlungskompetenzen nur am Menschen möglich und aus zwingenden methodisch-didaktischen Gründen nicht durch Simulation, Demonstration, Modelle oder ähnliches zu ersetzen ist, sollten dauerhaft zwei / drei Schülerinnen und Schüler als dauerhaftes Lern-Tandem / Trio definiert werden.

Kann die Praxisbegleitung durch die Schule wieder durchgeführt werden?

Im Szenario A führt die Schule grundsätzlich die Praxisbegleitung im für den jeweiligen Bildungsgang vorgesehenen Umfang durch. Sofern für einzelne Einrichtungen Betretungsverbote bestehen, sind alternative Verfahren zur Kommunikation mit der Praxiseinrichtung zu wählen. Mit Schülerinnen und Schülern kann eine Praxisreflektion z. B. fernmündlich oder durch Videokonferenzverfahren durchgeführt werden.

Fachoberschule (FOS) Klasse 11

Welche Maßnahmen sind zu ergreifen, wenn eine Schülerin bzw. ein Schüler nach Ablauf von 4 Wochen nach Schuljahresbeginn noch keinen für den Bildungsgang in der Fachrichtung geeigneten Praktikumsvertrag vorgelegt hat?

Eine Fortsetzung des Bildungsgangs (endgültige Aufnahme) ist für die Schülerin bzw. den Schüler nicht möglich, da eine wesentliche Voraussetzung für die Versetzung in Klasse 12 der FOS nicht mehr erreichbar ist.

Die Schülerin bzw. der Schüler ist von der BBS frühzeitig zu beraten. Dabei kommen z. B. folgende Alternativen in Betracht:

  • Aufnahme einer (dualen) Berufsausbildung – ggf. unter Einbezug des Ergänzungsbildungsgangs zum Erwerb der Fachhochschulreife
  • Umsetzung in eine FOS Klasse 11 einer anderen Fachrichtung, für die ein geeigneter Praktikumsvertrag vorliegt.
  • Umsetzung in eine (einjährige) Berufsfachschule, sofern bei Schulpflichtigen o. g. Alternativen nicht in Betracht kommen.

Können einzelne Schülerinnen bzw. Schüler, die nach Ablauf von 4 Wochen nach Schuljahresbeginn noch keinen für den Bildungsgang in der Fachrichtung geeigneten Praktikumsvertrag vorgelegt haben, ihre Praktikumsverpflichtung durch in geeigneter Weise ausgestaltete Praxisphasen in Verantwortung der BBS erfüllen?

Nein. Eine Fortsetzung des Bildungsgangs (endgültige Aufnahme) ist für die Schülerin bzw. den Schüler in diesem Fall nicht möglich.

In geeigneter Weise ausgestaltete Praxisphasen in Verantwortung der BBS (alternativ: in einer Praktikumseinrichtung, die einer anderen Fachrichtung zuzuordnen ist) können im Umfang bis zu 160 Stunden zur teilweisen Erfüllung der Praktikumsverpflichtung abgeleistet werden, sofern das Szenario B (Schule im Wechselmodell) eingetreten ist und somit das regionale Infektionsgeschehen eine besondere Erschwernis darstellt.

Welche Maßnahmen sind zu ergreifen, wenn eine Schülerin bzw. ein Schüler ein bereits angetretenes, geeignetes Praktikum aufgrund einer betriebsbedingten Kündigung nicht fortsetzen kann?

Die bereits geleisteten Zeiten der Schülerin bzw. des Schülers sind vom alten Praktikumsbetrieb zu dokumentieren und von der BBS in den Klassenunterlagen aufzubewahren.

Die BBS unterstützt die Schülerin bzw. den Schüler bei der Suche nach einem geeigneten Betrieb zur Fortsetzung des Praktikums.

Daneben kann die BBS im Übergangszeitraum durch in geeigneter Weise ausgestaltete Praxisphasen in eigener Verantwortung im Umfang von bis zu 160 Stunden zur teilweisen Erfüllung der Praktikumsverpflichtung heranziehen.

Werden im Schuljahr 2020/21 bei einem denkbaren Szenario C Regelungen vorgenommen, die –vergleichbar mit dem Schuljahr 2019/20 – pauschal Praktikumszeiten als abgeleistet anerkennen?

Für Regelungen dieser Tragweite wären die Gremien der Kultusministerkonferenz zuständig.

Etwaige Beschlüsse würden zeitnah auf Umsetzung in Niedersachsen geprüft und entsprechend kommuniziert werden.


Die Schülerinnen und Schüler (SuS) der Klasse 11 der FOS können ihre Praktikumsverträge bis zu 4 Wochen nach Beginn des Bildungsgangs vorlegen. Welche Vorgaben gibt es, wie mit den SuS in der Zwischenzeit zu verfahren ist?

Die betreffenden SuS sind am Lernort Schule zu beschulen gemäß eines seitens der Schule zu entwickelnden schulischen Curriculums, das schülerinnen- und schüleraktivierende Maßnahmen enthält, die die Vermittlung geeigneter Praktikumseinrichtungen (oder – gegen Ende der Übergangsfrist – die Aufnahme einer dualen Berufsausbildung) in besonderem Maße fördern. Integrierte berufsalltagsrelevante Aufgaben sollen dabei angemessen Berücksichtigung finden.

In welcher Form können Unterricht bzw. Formen von Unterricht als Praktikum angerechnet werden?

Sofern das Szenario B (Schule im Wechselmodell) eingetreten ist, können in geeigneter Weise ausgestaltete Praxisphasen in Verantwortung der BBS gemäß eines seitens der Schule zu entwickelnden schulischen Curriculums im Umfang bis zu 160 Stunden zur teilweisen Erfüllung der Praktikumsverpflichtung abgeleistet werden.

Für die zeitliche Bemessung ist in diesem Fall der durchschnittlich zu erwartende zeitliche Ausbildungsumfang anzusetzen, maximal jedoch die bei Ableistung des Praktikums in einer Einrichtung täglich zu erreichende Ausbildungszeit.

Unter Gültigkeit des Szenarios A umgesetzte Maßnahmen (siehe FAQ oben) sind nicht auf die Mindeststundenverpflichtung anrechenbar (auch nicht anteilig).


Wie soll verfahren werden, wenn die zu erfüllenden Praktikumsstunden zum Ende des Schuljahres nicht erfüllt werden können?

Bei dem unterstellten Szenario A ist analog der Vorgehensweise vor der COVID19-Pandemie zu verfahren. Je nach Bildungsgang und eingetretenem Szenario (Infektionslage) spezifisch zu beantworten, ggf. Nachholmöglichkeit in den (Sommer-)Ferien nutzen.


Höhere Handelsschule dual plus (Schulversuch)

Welche Maßnahmen sind zu ergreifen, wenn eine Schülerin bzw. ein Schüler nach Ablauf von 4 Wochen nach Schuljahresbeginn noch keinen Vertrag über eine praktische Ausbildung in einem geeigneten Betrieb im Umfang von mind. 560 Stunden vorgelegt hat?

Eine erfolgreiche Absolvierung des Bildungsgangs ist für die Schülerin bzw. den Schüler im Regelfall nicht möglich, wenn die in Betriebe ausgelagerte Ausbildung nicht spätesten mit Beginn der Herbstferien begonnen wird, da eine wesentliche Voraussetzung (Nachweis von mind. 560 Stunden in Betriebe ausgelagerter praktischer Ausbildungszeiten) hierfür nicht mehr erreichbar ist.

Die Schülerin bzw. der Schüler ist von der BBS frühzeitig zu beraten. Dabei kommen z. B. folgende Alternativen in Betracht:

  • Aufnahme einer (dualen) Berufsausbildung – ggf. unter Einbezug des Ergänzungsbildungsgangs zum Erwerb der Fachhochschulreife.
  • Umsetzung in die HH dual, für die eine geringere Anzahl Stunden in Betriebe ausgelagerter praktischer Ausbildungszeiten vorgesehen ist.
  • Umsetzung in eine andere (einjährige) Berufsfachschule, sofern bei Schulpflichtigen o. g. Alternativen nicht in Betracht kommen.

Können einzelne Schülerinnen bzw. Schüler, die nach Ablauf von 4 Wochen nach Schuljahresbeginn noch keinen Vertrag über eine praktische Ausbildung in einem geeigneten Betrieb vorgelegt haben, stattdessen in geeigneter Weise ausgestaltete Praxisphasen in Verantwortung der BBS erfüllen?

Nein. Eine Fortsetzung des Bildungsgangs (endgültige Aufnahme) ist für die Schülerin bzw. den Schüler in diesem Fall nicht möglich (siehe vorherige FAQ).

In geeigneter Weise ausgestaltete Praxisphasen in Verantwortung der BBS (alternativ: in einer Praktikumseinrichtung, die einer anderen Fachrichtung zuzuordnen ist) können im Umfang bis zu 160 Stunden zur teilweisen Erfüllung der Praktikumsverpflichtung abgeleistet werden, sofern das Szenario B (Schule im Wechselmodell) eingetreten ist und somit das regionale Infektionsgeschehen eine besondere Erschwernis darstellt.

Schule Corona 2.0: Leitfäden als pdf-Download

Zum Schulstart 2020/21 hat das Kultusministerium konkrete Leitfäden herausgegeben. Sie können hier als pdf-Datei heruntergeladen werden.

 Anlage Distanzunterricht an BBS - Tabelle_Lernsituationen
(PDF)

 HandlungsempfehlungenDistanzunterrichtanBBS
(PDF)

 Leitfaden berufsbild. Schulen Start 20/21
(PDF)

 Leitfaden allg.bild. Schulen - Start 20/21
(PDF)

Artikel-Informationen

erstellt am:
10.07.2020
zuletzt aktualisiert am:
16.09.2020

Ansprechpartner/in:
Ulrich Schubert

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln