Nds. Kultusministerium

Rekordausbau im Ganztag: Niedersachsen schafft 237 neue Ganztagsschulen zum Schuljahr 2026/27

Hamburg: „Damit sorgen wir für bessere Bildungschancen von Kindern und spürbare Entlastung von Familien“


Niedersachsen treibt den Ausbau der Ganztagsschulen im Land mit großer Dynamik voran und setzt zum Schuljahr 2026/27 ein deutliches Zeichen: Mit 237 neuen Ganztagsschulen, darunter 221 Grundschulen, startet das Land gut aufgestellt in die Umsetzung des kommenden Rechtsanspruchs auf ganztägige Betreuung im Grundschulalter. Damit werden künftig mehr als 85 Prozent der öffentlichen allgemeinbildenden Schulen in Niedersachsen Ganztagsschulen sein. Der Ganztag wird damit zu einem nahezu flächendeckenden Standard im Bildungssystem des Landes.

„Das ist ein Rekordausbau im Ganztag und ein starkes Signal zum Start des Rechtsanspruchs: Niedersachsen ist auf Kurs“, erklärt Kultusministerin Julia Willie Hamburg. Der Ausbau zeige, dass das Land gemeinsam mit Schulen und Schulträgern konsequent an einem gut aufgestellten Bildungssystem arbeite. „Mit der großen Zahl neuer Ganztagsschulen machen wir deutlich, dass wir den Ganztag in Niedersachsen gemeinsam und konsequent weiterentwickeln. Damit schaffen wir verlässliche Strukturen für Kinder und Familien in allen Regionen des Landes und bringen den Rechtsanspruch Schritt für Schritt in die Praxis. Niedersachsen sorgt damit für bessere Bildungschancen von Kindern und für spürbare Entlastung von Familien.“

Niedersachsen baut bereits seit 2013 den Ganztag an seinen Schulen qualitativ auf. Zur Umsetzung des Rechtsanspruchs hat das Land insofern die Möglichkeit geboten, den Rechtsanspruch auf Ganztag im Rahmen dieses bewährten Systems auch umzusetzen. Damit hat Niedersachsen frühzeitig reagiert und baut die bestehenden Strukturen gezielt aus, um ein verlässliches, flächendeckendes Angebot sicherzustellen. „Unser Ziel ist klar: Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung soll nicht nur auf dem Papier stehen, sondern im Alltag der Familien ankommen. Mit dem Ausbau der Ganztagsschulen schaffen wir dafür die entscheidende Grundlage.“ Gleichzeitig steht es den Jugendhilfeträgern frei, den Rechtsanspruch auch anderweitig, beispielsweise über Horte oder Grundschulkooperationen, umzusetzen, da die regionale Situation unterschiedlich ist. Insofern zeigen die mehr als 85 Prozent einen Baustein der Umsetzung des Rechtsanspruchs, sind aber nicht der einzige Weg.

Ganztagsschulen finden sich in allen Schulformen und in allen Regionen in ganz Niedersachsen wieder. Die Schulen wählen dabei entsprechend ihrem pädagogischen Konzept zwischen einer offenen, teilgebundenen oder voll gebundenen Organisationsform. Die Mehrzahl bietet zurzeit ein offenes Angebot an, das die Schülerinnen und Schüler bzw. ihre Erziehungsberechtigten frei anwählen können. Diese Organisationsform spiegelt sich auch in der Mehrzahl der diesjährigen Anträge wider: 214 der 237 Schulen haben sich für die Ausgestaltung einer offenen Ganztagsschule entschieden.

An teil- und vollgebundenen Ganztagsschulen ist das Angebot an bestimmten Tagen für alle Kinder verbindlich. Insgesamt setzen 23 der neuen Ganztagsschulen auf diese teilgebundene Organisation. Ein Teil der Schulen hat sich dabei auch auf eine jahrgangweise Kombination aus offener und teilgebundener Form entschieden.

Liste der neuen Ganztagsschulen

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Angefügt aus der MK-Presseinfo vom 7.5.2026:

Land und Verbände stärken Zusammenarbeit an Ganztagsschulen

Neugefasste Rahmenvereinbarungen

Parallel zu den weiteren Genehmigungen neuer Ganztagsschulen haben Kultusministerin Julis Willie Hamburg und Vertreter etlicher Verbände ihre Kooperationen im schulischen Ganztag vertieft oder neu besiegelt.

Mehr Musik im Schulalltag, Theaterprojekte auf der Bühne, Sportangebote am Nachmittag oder Erste-Hilfe-Kurse mit Profis: Ganztagsschulen leisten einen wichtigen Beitrag zur ganzheitlichen Bildung und Förderung von Kindern und Jugendlichen. Ein vielfältiges und verlässliches Ganztagsangebot lebt insbesondere von außerunterrichtlichen Angeboten. Was vielerorts längst selbstverständlich zur Ganztagsschule gehört, bekommt in Niedersachsen jetzt eine aktualisierte Grundlage. Mit der heutigen Unterzeichnung von zwölf landesweit tätigen Verbänden im Gästehaus der Niedersächsischen Landesregierung haben das Land und die Partnerverbände in einem ersten Schritt die neuen Rahmenvereinbarungen zur Zusammenarbeit an öffentlichen Ganztagsschulen besiegelt. Kultusministerin Julia Willie Hamburg wird zeitnah ebenfalls unterzeichnen.

Im Vorfeld hatte Kultusministerin Julia Willie Hamburg die Vereinbarung mit den Verbänden ausdrücklich begrüßt: „Ganztagsschulen sind weit mehr als Orte des Unterrichts – sie sind zentrale Lebensräume, in denen Kinder und Jugendliche lernen, sich entfalten und Gemeinschaft erleben. Unser Ziel ist es, jedem Kind verlässliche und qualitativ hochwertige Bildungs- und Förderangebote zu ermöglichen – unabhängig von Herkunft oder individuellen Voraussetzungen. Mit den neuen Rahmenvereinbarungen stärken wir die Zusammenarbeit zwischen Schulen und außerschulischen Partnern nachhaltig. Besonders wichtig ist mir, dass wir den Schulen weiterhin die notwendige Gestaltungsfreiheit geben und gleichzeitig auf starke Partnerinnen und Partner an ihrer Seite setzen. Die Vielfalt der beteiligten Verbände bereichert den schulischen Alltag und eröffnet Kindern und Jugendlichen wertvolle Erfahrungsräume.“

Was das konkret bedeutet, zeigt sich im Alltag vieler Ganztagsschulen: Theater- und Tanzprojekte, in denen Schülerinnen und Schüler eigene Stücke entwickeln, Musikangebote vom Chor bis zur Band, Sport-AGs, politische Bildungsformate oder Workshops zur Medienkompetenz. Dazu kommen ganz praktische Angebote wie Verkehrssicherheitstrainings, Erste-Hilfe-Kurse oder Brandschutzerziehung – oft direkt mit externen Expertinnen und Experten umgesetzt. Genau diese Zusammenarbeit wird mit den neuen Vereinbarungen gestärkt und weiterentwickelt. Sie stehen für Verlässlichkeit, für einen engen Austausch und für das gemeinsame Ziel, Ganztagsschulen qualitativ weiter voranzubringen.

„Wir freuen uns sehr über die Fortschreibung der Zusammenarbeit in der Ganztagsschule. Dies ist eine große Wertschätzung unserer Arbeit, mit der wir Schüler*innen ermutigen, über den Tellerrand zu schauen und im Alltag auch globale Bezüge zu entdecken. Die Schüler*innen werden in unseren Angeboten eingeladen, eine Transformation aktiv mitzugestalten, was in der globalisierten Welt von heute eine so wichtige Kompetenz ist“, sagte Regina Begander, Vorstand vom Institut für angewandte Kulturforschung e.V. in Göttingen, das schon seit vielen Jahren das Programm ‚Bildung trifft Entwicklung‘ hauptsächlich in Niedersachsen umsetzt.

Jürgen Ball, Präsident des Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverbands e. V.: „Es ist jetzt genau 10 Jahre her, dass wir als ADTV e.V. den ersten Rahmenvertrag mit dem Land Niedersachsen abschließen konnten. Es freut mich für alle im ADTV e.V. angeschlossenen Kooperationstanzschulen und die damit verbundenen Tanzlehrenden, dass wir nun einen der Zeit und der Situation angepassten neuen Vertrag unterzeichnen konnten.“

Hannes Wendler, Mitglied im Landesvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.: „Wir begrüßen den Abschluss der Rahmenvereinbarung zur Kooperation im Rahmen öffentlicher Ganztagsschulen. Durch die Rahmenvereinbarung wird der Bildungs- und Betreuungsqualität der Ganztagsschule die Bedeutung zugemessen, die sie zweifellos verdient.“

Sylvia Spehr, Geschäftsführerin KUNST&GUT, Landesverband der Kunstschulen Niedersachsen e. V.: „Mit der heutigen Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung wird in Niedersachsen ein verlässlicher Rahmen für ein vielfältiges Bildungsangebot im Ganztag geschaffen, das kreative Impulse setzt und den Unterricht bereichert. Die Angebote der Kunstschulen zeichnen sich durch eine hohe künstlerisch-pädagogische Qualität aus. Wir freuen uns darauf, die Zusammenarbeit mit den Schulen weiter zu vertiefen. So stärken wir gemeinsam mit weiteren Verbänden der Kulturellen Bildung die regionalen Bildungslandschaften und ermöglichen noch mehr Kindern, die Welt mit künstlerischen Mitteln zu entdecken.“

Finn-Niklas Gerken aus dem Vorstand des Landesjugendrings Niedersachsen e. V.: „Die Ziele der verbandlichen Jugendarbeit ergänzen das schulische Angebot in besonderer Weise und tragen maßgeblich zur ganzheitlichen Wertevermittlung bei. Durch diese Rahmenvereinbarung stärken wir die Brücke zwischen schulischen und außerschulischen Partnern, um Selbstbestimmung und soziale Verantwortung junger Menschen nachhaltig zu stärken.“

Matthias Möhle, Präsident Landesmusikrat Niedersachsen e. V.: „Das Musikmachen ist ein wichtiger Baustein in der menschlichen Entwicklung und deshalb unverzichtbar für die Gestaltung der Ganztagsschule. Der Landesmusikrat Niedersachsen freut sich, mit Unterzeichnung der neuen Rahmenvereinbarung die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem niedersächsischen Kultusministerium fortzusetzen.“

Marco Lutz, stellv. Vorstandsvorsitzender im Landessportbund Niedersachsen e. V.: „Sport und Bewegung tragen wesentlich zur ganzheitlichen Entwicklung junger Menschen bei: Sie stärken Gesundheit, motorische Fähigkeiten und soziale Kompetenzen. Gerade im Ganztag entfalten solche Angebote eine besondere Wirkung, weil sie den Schulalltag auflockern und Gemeinschaft fördern. Umso erfreulicher ist es, dass Sport- und Bewegungsangebote im Ganztag so beliebt sind. Ihre hohe Nachfrage zeigt, wie sehr Kinder und Jugendliche davon profitieren. Gleichzeitig schafft die Rahmenvereinbarung verlässliche Strukturen, damit Schulen und Sportvereine diese Angebote qualitativ hochwertig und dauerhaft umsetzen können“.

Dr.in Tanja Meyer, Vorsitzende des Landesverbands der Volkshochschulen Niedersachsen e.V.: "Volkshochschulen bringen langjährige und weitreichende Erfahrung und Vielfalt in den Ganztag: Durch qualifiziertes Fachpersonal, zertifizierte Standards und eigene Qualifizierungsangebote für pädagogische Fachkräfte wie z.B. Schulbegleitungen und pädagogisch Mitarbeitende in der Grundschule und im Sekundarbereich schaffen sie verlässliche, bildungswirksame Angebote, die Unterricht ergänzen, Schulpersonal entlasten und unterstützen und dadurch gemeinsam echte Bildungschancen für alle ermöglichen.“

„Kooperationen zwischen öffentlichen Musikschulen und Ganztagsschulen schaffen den verlässlichen Raum, in dem musikalisch-kulturelle Bildung nicht nur stattfindet, sondern auch nachhaltig wachsen kann. Sie sind Teil des Bildungsauftrags öffentlicher Musikschulen und verbinden Struktur mit Kreativität. Ich freue mich, dass Musik und musikalische Bildung als kulturelle Teilhabe auf diese Weise einen festen Platz in der Schule und im Alltagserleben von vielen Kindern findet,“ bekräftigte Daniel Keding, Vorsitzender des Landesverbandes niedersächsischer Musikschulen e. V.

"Wir freuen uns, dass wir zum wiederholten Mal Partner der Rahmenvereinbarung mit dem Kultusministerium sind. Ziel dieser Vereinbarung ist es, ein qualifiziertes kulturpädagogisches Angebot für möglichst alle Kinder und Jugendlichen zu ermöglichen. Dabei bringen Künstlerinnen und Künstler, Kulturpädagoginnen und -pädagogen sowie weiteres qualifiziertes Personal der Kulturellen Bildung ihre spezifisch künstlerische Arbeits- und Wirkungsweise in die Schule ein und berücksichtigen die Prinzipien Kultureller Bildung“, erklärte Anja Krüger, Geschäftsführerin der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Niedersachsen e. V.

Heiner Bartling, Präsident der Landesverkehrswacht Niedersachsen: "Sicher mobil zu sein hat für viele Schülerinnen und Schüler sowie Eltern eine ganz hohe Bedeutung im Alltag - egal ob zu Fuß, auf dem Fahrrad oder dem E-Scooter. Die Stärke der Verkehrswachten ist, vor Ort präsent zu sein und so für die individuellen Schwerpunkte der örtlichen Ganztagsschule Angebote zu unterbreiten. Verschiedene Programme stellen ein breites Beratungs- und Trainingsangebot zur Verfügung und unterstützen Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern bei der Mobilitätsbildung oder vermitteln die Grundlagen selbstbestimmter und aktiver Teilnahme am Straßenverkehr. Sicherheit ist kein Zufall.“

Hintergrund:

Bereits seit 2004 arbeiten Land und Verbände aufgrund von Vereinbarungen zusammen. Viele der heutigen Partnerinnen und Partner sind seitdem dabei – ein Zeichen für gewachsene Strukturen und gegenseitiges Vertrauen. Die jetzt unterzeichnete Neufassung ist das Ergebnis eines intensiven Abstimmungsprozesses, der Ende 2023 begonnen hat.

Rahmenvereinbarungen bestehen mit:

– Allgemeiner Deutscher Tanzlehrerverband e. V.

– Institut für angewandte Kulturforschung e. V.

– Johanniter-Unfall-Hilfe e. V., Landesverband Niedersachsen/Bremen

– KUNST&GUT Landesverband der Kunstschulen Niedersachsen e. V.

– Landesjugendring Niedersachsen e. V.

– Landesmusikrat Niedersachsen e. V.

– LandesSportBund Niedersachsen e. V. mit seiner Sportjugend Niedersachsen e. V.

– Landesverband der Volkshochschulen Niedersachsen e. V.

– Landesverband niedersächsischer Musikschulen e. V.

– Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Niedersachsen e. V.

– Landesverkehrswacht Niedersachsen e. V.

– Landesfeuerwehrverband Niedersachsen


Gruppenbild   Bildrechte: MK-Nds/Mittelstädt
Nach der Unterzeichnung der Vereinbarung: Gemeinsam wollen Land und diverse Verbände die Ganztagsangebote an niedersächsischen Schulen stärken.
Kopfbild einer Frau mit freundlichem selbstbewussten Blick   Bildrechte: MK/Ole Spata

Kultusministerin Julia Willie Hamburg

Artikel-Informationen

erstellt am:
07.05.2026
zuletzt aktualisiert am:
08.05.2026

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