Land und Verbände stärken Zusammenarbeit an Ganztagsschulen
Unterzeichnung neugefasster Rahmenvereinbarungen
Mehr Musik im Schulalltag, Theaterprojekte auf der Bühne, Sportangebote am Nachmittag oder Erste-Hilfe-Kurse mit Profis: Ganztagsschulen leisten einen wichtigen Beitrag zur ganzheitlichen Bildung und Förderung von Kindern und Jugendlichen. Ein vielfältiges und verlässliches Ganztagsangebot lebt insbesondere von außerunterrichtlichen Angeboten. Was vielerorts längst selbstverständlich zur Ganztagsschule gehört, bekommt in Niedersachsen jetzt eine aktualisierte Grundlage. Mit der heutigen Unterzeichnung von zwölf landesweit tätigen Verbänden im Gästehaus der Niedersächsischen Landesregierung haben das Land und die Partnerverbände in einem ersten Schritt die neuen Rahmenvereinbarungen zur Zusammenarbeit an öffentlichen Ganztagsschulen besiegelt. Kultusministerin Julia Willie Hamburg wird zeitnah ebenfalls unterzeichnen.
Im Vorfeld hatte Kultusministerin Julia Willie Hamburg die Vereinbarung mit den Verbänden ausdrücklich begrüßt: „Ganztagsschulen sind weit mehr als Orte des Unterrichts – sie sind zentrale Lebensräume, in denen Kinder und Jugendliche lernen, sich entfalten und Gemeinschaft erleben. Unser Ziel ist es, jedem Kind verlässliche und qualitativ hochwertige Bildungs- und Förderangebote zu ermöglichen – unabhängig von Herkunft oder individuellen Voraussetzungen. Mit den neuen Rahmenvereinbarungen stärken wir die Zusammenarbeit zwischen Schulen und außerschulischen Partnern nachhaltig. Besonders wichtig ist mir, dass wir den Schulen weiterhin die notwendige Gestaltungsfreiheit geben und gleichzeitig auf starke Partnerinnen und Partner an ihrer Seite setzen. Die Vielfalt der beteiligten Verbände bereichert den schulischen Alltag und eröffnet Kindern und Jugendlichen wertvolle Erfahrungsräume.“
Was das konkret bedeutet, zeigt sich im Alltag vieler Ganztagsschulen: Theater- und Tanzprojekte, in denen Schülerinnen und Schüler eigene Stücke entwickeln, Musikangebote vom Chor bis zur Band, Sport-AGs, politische Bildungsformate oder Workshops zur Medienkompetenz. Dazu kommen ganz praktische Angebote wie Verkehrssicherheitstrainings, Erste-Hilfe-Kurse oder Brandschutzerziehung – oft direkt mit externen Expertinnen und Experten umgesetzt. Genau diese Zusammenarbeit wird mit den neuen Vereinbarungen gestärkt und weiterentwickelt. Sie stehen für Verlässlichkeit, für einen engen Austausch und für das gemeinsame Ziel, Ganztagsschulen qualitativ weiter voranzubringen.
„Wir freuen uns sehr über die Fortschreibung der Zusammenarbeit in der Ganztagsschule. Dies ist eine große Wertschätzung unserer Arbeit, mit der wir Schüler*innen ermutigen, über den Tellerrand zu schauen und im Alltag auch globale Bezüge zu entdecken. Die Schüler*innen werden in unseren Angeboten eingeladen, eine Transformation aktiv mitzugestalten, was in der globalisierten Welt von heute eine so wichtige Kompetenz ist“, sagte Regina Begander, Vorstand vom Institut für angewandte Kulturforschung e.V. in Göttingen, das schon seit vielen Jahren das Programm ‚Bildung trifft Entwicklung‘ hauptsächlich in Niedersachsen umsetzt.
Jürgen Ball, Präsident des Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverbands e. V.: „Es ist jetzt genau 10 Jahre her, dass wir als ADTV e.V. den ersten Rahmenvertrag mit dem Land Niedersachsen abschließen konnten. Es freut mich für alle im ADTV e.V. angeschlossenen Kooperationstanzschulen und die damit verbundenen Tanzlehrenden, dass wir nun einen der Zeit und der Situation angepassten neuen Vertrag unterzeichnen konnten.“
Hannes Wendler, Mitglied im Landesvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.: „Wir begrüßen den Abschluss der Rahmenvereinbarung zur Kooperation im Rahmen öffentlicher Ganztagsschulen. Durch die Rahmenvereinbarung wird der Bildungs- und Betreuungsqualität der Ganztagsschule die Bedeutung zugemessen, die sie zweifellos verdient.“
Sylvia Spehr, Geschäftsführerin KUNST&GUT, Landesverband der Kunstschulen Niedersachsen e. V.: „Mit der heutigen Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung wird in Niedersachsen ein verlässlicher Rahmen für ein vielfältiges Bildungsangebot im Ganztag geschaffen, das kreative Impulse setzt und den Unterricht bereichert. Die Angebote der Kunstschulen zeichnen sich durch eine hohe künstlerisch-pädagogische Qualität aus. Wir freuen uns darauf, die Zusammenarbeit mit den Schulen weiter zu vertiefen. So stärken wir gemeinsam mit weiteren Verbänden der Kulturellen Bildung die regionalen Bildungslandschaften und ermöglichen noch mehr Kindern, die Welt mit künstlerischen Mitteln zu entdecken.“
Finn-Niklas Gerken aus dem Vorstand des Landesjugendrings Niedersachsen e. V.: „Die Ziele der verbandlichen Jugendarbeit ergänzen das schulische Angebot in besonderer Weise und tragen maßgeblich zur ganzheitlichen Wertevermittlung bei. Durch diese Rahmenvereinbarung stärken wir die Brücke zwischen schulischen und außerschulischen Partnern, um Selbstbestimmung und soziale Verantwortung junger Menschen nachhaltig zu stärken.“
Matthias Möhle, Präsident Landesmusikrat Niedersachsen e. V.: „Das Musikmachen ist ein wichtiger Baustein in der menschlichen Entwicklung und deshalb unverzichtbar für die Gestaltung der Ganztagsschule. Der Landesmusikrat Niedersachsen freut sich, mit Unterzeichnung der neuen Rahmenvereinbarung die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem niedersächsischen Kultusministerium fortzusetzen.“
Marco Lutz, stellv. Vorstandsvorsitzender im Landessportbund Niedersachsen e. V.: „Sport und Bewegung tragen wesentlich zur ganzheitlichen Entwicklung junger Menschen bei: Sie stärken Gesundheit, motorische Fähigkeiten und soziale Kompetenzen. Gerade im Ganztag entfalten solche Angebote eine besondere Wirkung, weil sie den Schulalltag auflockern und Gemeinschaft fördern. Umso erfreulicher ist es, dass Sport- und Bewegungsangebote im Ganztag so beliebt sind. Ihre hohe Nachfrage zeigt, wie sehr Kinder und Jugendliche davon profitieren. Gleichzeitig schafft die Rahmenvereinbarung verlässliche Strukturen, damit Schulen und Sportvereine diese Angebote qualitativ hochwertig und dauerhaft umsetzen können“.
Dr.in Tanja Meyer, Vorsitzende des Landesverbands der Volkshochschulen Niedersachsen e.V.: "Volkshochschulen bringen langjährige und weitreichende Erfahrung und Vielfalt in den Ganztag: Durch qualifiziertes Fachpersonal, zertifizierte Standards und eigene Qualifizierungsangebote für pädagogische Fachkräfte wie z.B. Schulbegleitungen und pädagogisch Mitarbeitende in der Grundschule und im Sekundarbereich schaffen sie verlässliche, bildungswirksame Angebote, die Unterricht ergänzen, Schulpersonal entlasten und unterstützen und dadurch gemeinsam echte Bildungschancen für alle ermöglichen.“
„Kooperationen zwischen öffentlichen Musikschulen und Ganztagsschulen schaffen den verlässlichen Raum, in dem musikalisch-kulturelle Bildung nicht nur stattfindet, sondern auch nachhaltig wachsen kann. Sie sind Teil des Bildungsauftrags öffentlicher Musikschulen und verbinden Struktur mit Kreativität. Ich freue mich, dass Musik und musikalische Bildung als kulturelle Teilhabe auf diese Weise einen festen Platz in der Schule und im Alltagserleben von vielen Kindern findet,“ bekräftigte Daniel Keding, Vorsitzender des Landesverbandes niedersächsischer Musikschulen e. V.
"Wir freuen uns, dass wir zum wiederholten Mal Partner der Rahmenvereinbarung mit dem Kultusministerium sind. Ziel dieser Vereinbarung ist es, ein qualifiziertes kulturpädagogisches Angebot für möglichst alle Kinder und Jugendlichen zu ermöglichen. Dabei bringen Künstlerinnen und Künstler, Kulturpädagoginnen und -pädagogen sowie weiteres qualifiziertes Personal der Kulturellen Bildung ihre spezifisch künstlerische Arbeits- und Wirkungsweise in die Schule ein und berücksichtigen die Prinzipien Kultureller Bildung“, erklärte Anja Krüger, Geschäftsführerin der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Niedersachsen e. V.
Heiner Bartling, Präsident der Landesverkehrswacht Niedersachsen: "Sicher mobil zu sein hat für viele Schülerinnen und Schüler sowie Eltern eine ganz hohe Bedeutung im Alltag - egal ob zu Fuß, auf dem Fahrrad oder dem E-Scooter. Die Stärke der Verkehrswachten ist, vor Ort präsent zu sein und so für die individuellen Schwerpunkte der örtlichen Ganztagsschule Angebote zu unterbreiten. Verschiedene Programme stellen ein breites Beratungs- und Trainingsangebot zur Verfügung und unterstützen Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern bei der Mobilitätsbildung oder vermitteln die Grundlagen selbstbestimmter und aktiver Teilnahme am Straßenverkehr. Sicherheit ist kein Zufall.“
Hintergrund:
Bereits seit 2004 arbeiten Land und Verbände aufgrund von Vereinbarungen zusammen. Viele der heutigen Partnerinnen und Partner sind seitdem dabei – ein Zeichen für gewachsene Strukturen und gegenseitiges Vertrauen. Die jetzt unterzeichnete Neufassung ist das Ergebnis eines intensiven Abstimmungsprozesses, der Ende 2023 begonnen hat.
Rahmenvereinbarungen bestehen mit:
– Allgemeiner Deutscher Tanzlehrerverband e. V.
– Institut für angewandte Kulturforschung e. V.
– Johanniter-Unfall-Hilfe e. V., Landesverband Niedersachsen/Bremen
– KUNST&GUT Landesverband der Kunstschulen Niedersachsen e. V.
– Landesjugendring Niedersachsen e. V.
– Landesmusikrat Niedersachsen e. V.
– LandesSportBund Niedersachsen e. V. mit seiner Sportjugend Niedersachsen e. V.
– Landesverband der Volkshochschulen Niedersachsen e. V.
– Landesverband niedersächsischer Musikschulen e. V.
– Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Niedersachsen e. V.
– Landesverkehrswacht Niedersachsen e. V.
– Landesfeuerwehrverband NiedersachsenKultusministerin Julia Willie Hamburg
