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Kleine Füße, großer Schritt: Kultusministerin Julia Willie Hamburg eröffnet neuen Schulwegübungsparcours und stellt Maßnahmen für mehr Sicherheit vor


In Niedersachsen werden in diesem Jahr rund 80.000 Kinder eingeschult. Für sie beginnt nach den Sommerferien ein neuer Alltag, in dem vieles zum ersten Mal passiert – dazu gehört auch der Weg zur Schule. Viele Erstklässlerinnen und Erstklässler werden zukünftig diesen Weg zu Fuß ohne die Begleitung von Eltern oder anderen Erwachsenen zurücklegen. Damit sie ihn sicher meistern können, setzt das Land seit vielen Jahren auf die Aktion „Kleine Füße – sicherer Schulweg: zur Schule möglichst zu Fuß“. Die bekannten „Gelben Füße“, die vielerorts den sicheren Weg zur Schule markieren, sind längst ein vertrautes Symbol für Orientierung und Schutz.

Zum Auftakt der diesjährigen Aktion hat die Niedersächsische Kultusministerin Julia Willie Hamburg gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V., des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e.V., des Landeselternrates, der Gemeinde-Unfallversicherungsverbände Hannover sowie der Verkehrs- und Innenministerien einen neu entwickelten Schulwegübungsparcours eröffnet. Um die Comeniusschule in Hannover konnten Kinder typische Situationen des täglichen Schulwegs realitätsnah üben – vom Überqueren der Straße bis zum Verhalten an Einfahrten.

Kultusministerin Julia Willie Hamburg betont: „Im Schulwegübungsparcours erleben Kinder ganz unmittelbar, wie sie sich sicher im Straßenverkehr bewegen können. Sie probieren aus, wie sie eine Straße überqueren, auf Einfahrten achten oder auf unübersichtlichen Wegen reagieren – und merken dabei, dass Übung wirklich hilft. Viele dieser Situationen lassen sich auch gut mit den Eltern gemeinsam durchgehen. Jeder Schritt stärkt die Kinder und hilft ihnen, ihren Schulweg selbstständig und vor allem sicher zu meistern.“

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay unterstreicht die Bedeutung eines sicheren und selbstständig bewältigten Schulwegs für Kinder: „Ein sicherer Schulweg beginnt nicht erst vor dem Schultor, sondern mit einer Kultur, die Rücksicht nimmt und Kindern zutraut, ihren Weg selbstständig zu meistern. Die Comeniusschule zeigt gemeinsam mit vielen Familien im Stadtteil, wie das gelingen kann: Viele Kinder kommen zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad zur Schule. Dieses Engagement der Eltern ist vorbildlich und stärkt nicht nur die Verkehrssicherheit, sondern auch die Selbstständigkeit und das Selbstvertrauen der Kinder. Mit dem Schulwegübungsparcours setzen wir gemeinsam ein sichtbares Zeichen dafür, wie wichtig Übung, Aufmerksamkeit und gegenseitige Rücksicht für einen sicheren Schulstart sind.“

Die aktuellen Unfallzahlen unterstreichen die Bedeutung dieser Arbeit. „Der Schulweg ist die erste tägliche Herausforderung eines Kindes. „Unsere Aufgabe ist es, es dafür stark zu machen“, so Hartmut Manitzke, stellvertretender Geschäftsführer des Gemeinde-Unfallversicherungsverbandes Hannover und der Landesunfallkasse Niedersachsen. „Allein im letzten Jahr gab es im Bereich der Schülerunfallversicherung in unserem Zuständigkeitsbereich 8.464 meldepflichtige Wegeunfälle. Lediglich rund 8 Prozent aller Schulwegunfälle entfielen auf Kinder, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf dem Weg zur Bildungseinrichtung oder nach Hause unterwegs waren. Demgegenüber ereigneten sich etwa 50 Prozent aller Schulwegunfälle beim Fahrradfahren. Es folgen Unfälle von zu Fuß gehenden Kindern und von im Auto Mitfahrenden.“

Michael Weber, Sprecher des geschäftsführenden Vorstandes des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e.V., richtet den Blick auf die Verantwortung der Autofahrenden: „Der Schulbeginn erfordert auch in diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit und Rücksicht. Viele Schulanfängerinnen und Schulanfänger kennen sich im Straßenverkehr noch nicht gut aus und sind aufgrund ihrer Körpergröße oft erst spät zu sehen. Umso wichtiger ist es, das Tempo anzupassen, bremsbereit zu sein und aufmerksam auf die Kinder zu achten. Ein kurzer Blickkontakt oder ein Nicken kann ihnen Sicherheit geben und Orientierung schaffen.“

Heiner Bartling, Präsident der Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V., hebt die Bedeutung der Lotsendienste hervor: „Wir appellieren an alle Eltern, ihre Kinder nicht mit dem Auto zur Schule zu fahren. Fast 4.000 Schüler- und Elternlotsinnen und -lotsen helfen in Niedersachsen ehrenamtlich beim sicheren Überqueren der Fahrbahn oder begleiten Kinder im Bus. Dennoch fehlen an vielen Schulen weiterhin Lotsinnen und Lotsen, die gerade die Neulinge im Straßenverkehr unterstützen. Wir wünschen uns, dass an jeder Grundschule ein Lotsendienst entsteht und unterstützen Initiativen vor Ort mit Wissen, Ausrüstung und Versicherung.“

Auch der Landeselternrat betont die Bedeutung eines sicheren und selbstständigen Schulwegs. Wiebke Scheidl, stellvertretende Vorsitzende, sagt: „Der Schulweg ist oft der erste Weg, den Kinder selbstständig gehen. Hier lernen sie, Entscheidungen zu treffen, aufmerksam zu sein und Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig knüpfen sie Freundschaften und gewinnen jeden Tag ein Stück Selbstvertrauen. Damit das gelingt, brauchen Kinder sichere Wege und Erwachsene, die Rücksicht nehmen.

Weitere Informationen zur Nutzung des Parcours finden Eltern und andere Interessierte unter folgendem Link.


Kopfbild einer Frau   Bildrechte: MK/Ole Spata

Kultusministerin Julia Willie Hamburg

Artikel-Informationen

erstellt am:
13.08.2026

Ansprechpartner/in:
Manuela Meyer

Nds. Kultusministerium
Hans-Böckler-Allee 5
30173 Hannover
Tel: 05111207161

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