Doppelhaushalt 2027/2028
1.805 neue Lehrkräftestellen, 484 zusätzliche Stellen für Unterstützung und Förde-rung sowie Finanzierung der dritten Kraft in Kitas
Kultusministerin Hamburg: „Gerade in schwierigen Zeiten investieren wir stärker denn je in Bildung, weil gute Bildung die wichtigste Zukunftsinvestition ist.“
Bildung entscheidet über Zukunftschancen. Deshalb bleibt sie auch in finanziell schwierigen Zeiten eine der zentralen Prioritäten der Landesregierung. Niedersachsen investiert mit dem Doppelhaushalt 2027/2028 so stark wie nie zuvor in die Zukunft junger Menschen. Das Land hebt die Einstellungsmöglichkeiten für Lehrkräfte auf ein historisches Hoch, baut multiprofessionelle Unterstützungssysteme aus, stärkt den Ganztag und treibt die Digitalisierung der Schulen konsequent voran. 1.805 zusätzliche Lehrkräftestellen, rund 74,5 Millionen Euro für den Ganztagsschulausbau, digitale Endgeräte für alle Schülerinnen und Schüler ab Jahrgang 7 sowie 250 Millionen Euro für Kitas und Ganztagsschulen stehen für einen Kurs, der bessere Bildungschancen schafft und gleichzeitig Familien, Schulen und Kommunen spürbar entlastet. Kultusministerin Julia Willie Hamburg stellte die Schwerpunkte des Haushalts heute im Kultusausschuss des Niedersächsischen Landtags vor. Der Kultusetat steigt auf ein neues Rekordniveau von rund 9,7 Milliarden Euro im Jahr 2027 und rund 9,75 Milliarden Euro im Jahr 2028. Die Landesregierung setzt damit trotz angespannter Haushaltslage ein klares Zeichen: Bildung hat Vorrang. Rund jeder fünfte Euro des Landeshaushalts kommt Schulen, Kitas und der Bildungsinfrastruktur zugute.
„Gerade in finanziell anspruchsvollen Zeiten kommt es darauf an, jeden Euro dort einzusetzen, wo er die größte Wirkung entfaltet. Deshalb steuern wir Ressourcen gezielt in mehr Lehrkräfte, in eine stärkere Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, in den weiteren Ausbau des Ganztags, in moderne Lernbedingungen sowie in die frühkindliche Bildung“, betont Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche von der Kita bis zum Schulabschluss bestmöglich zu unterstützen und ihnen unabhängig von Herkunft, Wohnort oder den finanziellen Möglichkeiten der Eltern gute Bildungs- und Zukunftschancen zu eröffnen.
Die Sicherung der Unterrichtsversorgung bleibt die zentrale Priorität der Landesregierung und zugleich der größte Schwerpunkt des Haushalts. Mit dem Doppelhaushalt werden in den Jahren 2027 und 2028 insgesamt 1.805 zusätzliche Lehrkräftestellen dauerhaft geschaffen. Kultusministerin Hamburg: „Hätte ich zu Beginn der Legislaturperiode angekündigt, dass wir bis 2028 rund 5.600 zusätzliche Lehrkräftestellen schaffen würden, hätten das vermutlich viele für unrealistisch gehalten. Heute zeigt sich: Niedersachsen investiert so stark wie lange nicht mehr in die Sicherung der Unterrichtsversorgung.“ Die zusätzlich geschaffenen Lehrkräftestellen bis zum Ende der Legislaturperiode entsprechen einem dauerhaften jährlichen Finanzvolumen von rund 414 Millionen Euro. Bereits heute sind 3.860 dieser Stellen geschaffen und besetzt. Die neuen Stellen sind ein wichtiger Baustein des niedersächsischen „Wegs der 1.000 Schritte“, mit dem die Landesregierung die Unterrichtsversorgung systematisch stärkt. Mit dem Doppelhaushalt setzt Niedersachsen diesen Kurs konsequent fort.
Gute Bildung wird heute von vielen Professionen gemeinsam getragen. Deshalb baut Niedersachsen nicht nur die Zahl der Lehrkräftestellen aus, sondern stärkt auch gezielt die multiprofessionellen Teams an den Schulen. Der Haushaltsentwurf sieht insgesamt 484 zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten vor. Dazu gehören bis 2028 für die allgemeinbildenden Schulen insgesamt 200 zusätzliche Stellen für Fachkräfte der schulischen Sozialarbeit sowie 200 für pädagogische und therapeutische Fachkräfte in der inklusiven Bildung. Darüber hinaus soll das Beratungs- und Unterstützungsangebot im Bereich der schulischen Sozialarbeit ausgebaut werden. Und auch an den berufsbildenden Schulen investiert das Land in starke multiprofessionelle Teams. Dafür schaffen wir 84 zusätzliche Vollzeiteinheiten für nichtlehrendes Personal. Damit stärkt Niedersachsen die individuelle Unterstützung der Schülerinnen und Schüler und entlastet die Lehrkräfte bei den vielfältigen Aufgaben des Schulalltags. „Schule ist heute weit mehr als Unterricht. Kinder und Jugendliche brauchen Unterstützung, Begleitung und individuelle Förderung. Deshalb stärken wir die Teams an den Schulen und investieren gezielt in die Menschen, die jeden Tag zum Bildungserfolg unserer Schülerinnen und Schüler beitragen“, sagt Ministerin Hamburg.
Mit dem Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter hat Niedersachsen einen wichtigen bildungspolitischen Meilenstein erreicht. Der Doppelhaushalt setzt diesen Weg konsequent fort. Bereits in den vergangenen Jahren hat das Land erhebliche personelle Ressourcen für die Umsetzung des Rechtsanspruchs geschaffen. Für 241 zusätzliche Vollzeiteinheiten für Lehrkräfte sowie für nichtlehrendes Personal und Kooperationsangebote, die die Schulen bei ihrer Bildungs- und Förderarbeit unterstützen, stellt das Land den Schulen ab 2027 rund 74,5 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. Damit werden sie bei der Umsetzung und Weiterentwicklung hochwertiger Ganztagsangebote unterstützt. Zusätzlich sollen die Kommunen 250 Millionen Euro für Investitionen in Kindertagesstätten und Ganztagsschulen erhalten. Die Mittel stammen aus dem Länder- und Kommunalinfrastrukturfinanzierungsgesetz des Bundes und sollen gezielt in den Ausbau der Bildungsinfrastruktur fließen.
Auch das Schulbudget wird erneut deutlich erhöht. Damit schafft das Land Spielräume für steigende Personalkosten und die Weiterentwicklung schulischer Angebote. Bis 2028 wächst das Schulbudget auf rund 274 Millionen Euro an. Gegenüber 2026 ist das ein Plus von mehr als 40 Prozent. Davon profitieren vor allem die Schülerinnen und Schüler. Die zusätzlichen Mittel stärken die personelle und organisatorische Ausstattung der Schulen und schaffen Spielräume für zusätzliche Angebote, Betreuung und Förderung. So können Schulen besser auf die Bedürfnisse ihrer Schülerinnen und Schüler reagieren und sie gezielt unterstützen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Haushalts ist die konsequente Digitalisierung unserer Schulen. Mit der Ausstattung aller Schülerinnen und Schüler ab Jahrgang 7 sowie aller Lehrkräfte mit digitalen Endgeräten setzt Niedersachsen eines der größten Bildungsprojekte seiner Geschichte fort. Für dieses Mammutvorhaben investiert das Land bis 2031 rund 800 Millionen Euro und schafft damit die Grundlage für modernes Lernen im digitalen Zeitalter. Bereits mehr als 114.636 Geräte wurden ausgeliefert, rund 173.000 Geräte bestellt (Stand: 15.09.2026). Damit die Geräte im Schulalltag verlässlich eingesetzt werden können, stärkt das Land auch die technische Betreuung vor Ort. Künftig werden die Schulträger bei der Administration der digitalen Endgeräte dauerhaft unterstützt. Zudem wird der Landesbeitrag für Wartung und Pflege der schulischen IT-Infrastruktur von bislang 11 Millionen Euro auf künftig 23,5 Millionen Euro jährlich mehr als verdoppelt.
Gleichzeitig investieren wir weiterhin in die Medienbildung - im Jahr 2027 sind dafür rund 3,6 Millionen Euro vorgesehen. Ab 2028 erfolgt die Finanzierung dieses Bereichs im Rahmen des Digitalpakts 2.0. Denn digitale Bildung bedeutet für uns nicht nur moderne Technik und leistungsfähige Infrastruktur. Sie bedeutet auch, Kinder und Jugendliche zu befähigen, digitale Medien sicher, kritisch und verantwortungsvoll zu nutzen. Gleichzeitig eröffnet der Digitalpakt 2.0 neue Möglichkeiten für die weitere Modernisierung der Schulen. Niedersachsen wird bis 2030 rund 212 Millionen Euro an Bundesmitteln erhalten und hat die erforderlichen Landesmittel bereits abgesichert. Damit treibt das Land die digitale Modernisierung der Schulen konsequent voran und schafft die Voraussetzungen für zeitgemäßen Unterricht und bessere Bildungschancen.
„Gute Bildung beginnt nicht erst mit dem ersten Schultag. Wer Kinder früh stärkt, schafft die Grundlage für erfolgreiche Bildungswege und bessere Chancen im weiteren Leben“, betont Niedersachsens Kultusministerin. Deshalb bleibt die frühkindliche Bildung ein zentraler Schwerpunkt des Kultushaushalts. Mit rund 1,95 Milliarden Euro im Jahr 2027 investiert das Land so viel wie nie zuvor in die Kindertagesbetreuung. Damit stärkt das Land Familien, unterstützt die Kommunen und schafft die Grundlage für bessere Bildungs- und Teilhabechancen von Anfang an.
Zugleich setzt Niedersachsen einen wichtigen Meilenstein für mehr Qualität in der frühkindlichen Bildung um: Ab dem 1. August 2027 finanziert das Land den Einsatz der dritten Kraft in Kindertagesstätten. Dafür stellt die Landesregierung bis 2030 insgesamt rund 450 Millionen Euro bereit. Die zusätzlichen Kräfte schaffen mehr Zeit für die individuelle Förderung der Kinder, stärken die alltagsintegrierte Sprachbildung und entlasten die pädagogischen Fachkräfte im Alltag. Kultusministerin Hamburg sagt dazu: „Mit der dritten Kraft setzen wir eine der größten Qualitätsverbesserungen in der frühkindlichen Bildung seit vielen Jahren um. Mehr Personal bedeutet mehr Zeit für jedes Kind, bessere individuelle Förderung und stärkere Sprachbildung von Anfang an. Gerade die frühen Jahre sind entscheidend für den späteren Bildungserfolg.“ Gleichzeitig investiert das Land weiter in die Qualitätsentwicklung in den Kitas. Ab 2027 stellt das Land zusätzliche Mittel für den Ausbau der pädagogischen Fachberatung bereit. Zudem wird die Finanzhilfe für Sprachbildung und Sprachförderung künftig dynamisiert. So stellen wir sicher, dass Kinder frühzeitig die Unterstützung erhalten, die sie für einen erfolgreichen Bildungsweg benötigen, und dass die Einrichtungen auch künftig bedarfsgerecht fördern können.
Kultusministerin Julia Willie Hamburg
Artikel-Informationen
erstellt am:
18.09.2026
Ansprechpartner/in:
Britta Lüers
Nds. Kultusministerium
Pressesprecherin
Hans-Böckler Allee 5
30173 Hannover
Tel: 0511 120 7148
