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Forum Eigenverantwortliche Schule: Abschlussbericht zur Online-Befragung „Mehr Zeit für gute Schule“ vorgestellt +++ Beratung und Unterstützung der Schulen und Lehrkräfte wird verbessert

In einer Sitzung des Forums Eigenverantwortliche Schule wurde (heute) der Abschlussbericht zur Online-Befragung „Mehr Zeit für gute Schule" durch die Leuphana-Universität Lüneburg vorgestellt (hier in Vollversion abrufbar ) . Der Abschlussbericht erweitert die quantitativen Ergebnisse der Online-Befragung um eine qualitative Dimension, die sich durch Freifeldeingaben der Befragungsteilnehmerinnen und -teilnehmer ergibt.

Insgesamt wurden von den über 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Online-Befragung in den Freifeldern rund 57.000 Verbesserungsvorschläge eingebracht.

Im Kern lassen sich aus den Rückmeldungen der Lehrkräfte und Schulleitungen folgende zentrale Aussagen identifizieren: Zum einen wird von den Befragten eine Verbesserung des Beratungs- und Unterstützungssystems gewünscht. Insbesondere bei den Themen inklusive Bildung und Sprachförderung lässt sich bei den Lehrkräften und Schulleitungen ein erhöhtes Nachfrageinteresse feststellen. Zum anderen werden mehr Ressourcen - und hierbei insbesondere zusätzliches Personal - von den Befragten als zielführende Maßnahme angesehen, aber auch Entlastung bei außerunterrichtlichen Tätigkeiten, z. B. Dokumentationspflichten, der Arbeit an schuleigenen Arbeitsplänen oder qualitätssichernden Maßnahmen, gefordert.

Der Abschlussbericht - als Datenmaterial nun an das unabhängige Expertengremium zur Arbeitszeitanalyse übergeben -, bestätigt damit im Wesentlichen die ersten quantitativen Ergebnisse der Online-Befragung, die Handlungsbedarfe bei qualitätssichernden Maßnahmen, den Vergleichsarbeiten (VERA) und der Schulinspektion, bei der Belastung von Schulleitungen kleiner Schulen und Grundschulen sowie an dem Beratungs- und Unterstützungssystem der Schulbehörden verdeutlicht hatte. Hierauf hatte Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt mit Reformen bei VERA und der Weiterentwicklung der Schulinspektion zu einem Schulfeedback bereits reagiert. Auch wurden konkrete Entlastungen von Schulleitungen an kleinen Schulen und Grundschulen beschlossen: Zukünftig werden alle Verwaltungsvorgänge, die im Rahmen der Vertragsgestaltung für pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Sicherung der Verlässlichkeit in Grundschulen und zur Gewährleistung des Ganztags anfallen, durch die Niedersächsische Landesschulbehörde bearbeitet werden.

Als weiteres aus der Online-Befragung abgeleitetes Handlungsfeld wurde beim heutigen Dialog mit den Lehrerverbänden und -gewerkschaften die Weiterentwicklung des Beratungs- und Unterstützungssystems der Niedersächsischen Landesschulbehörde („B&U") erörtert. Es herrschte große Einigkeit unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, dass die Informationen über die diversen Angebote des Beratungs- und Unterstützungssystems der Landesschulbehörde verbessert werden müssen mit dem Ziel, die Nutzung der Angebote zu erhöhen. Verbessert werden muss auch der Wunsch nach Unterstützung von Netzwerken oder Einzelpersonen. So wurde sich darauf verständigt, die Neugestaltung eines Onlineportals zur Beratung und Unterstützung der Schulen und der Lehrkräfte in Angriff zu nehmen mit dem Ziel, insbesondere für die Einzellehrkraft ein praxistaugliches Fachangebot, aber auch Unterstützungsangebote für allgemeine pädagogische Fragen zur Verfügung zu stellen.

Ministerin Heiligenstadt verdeutlichte, dass der Diskussionsprozess über die Weiterentwicklung des Beratungs- und Unterstützungssystem fortgesetzt werden solle. Ausgehend von den heutigen Beschlüssen werde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich mit den verbleibenden offenen Fragen für die Weiterentwicklung des Beratungs- und Unterstützungssystems befassen wird. Die im Forum Eigenverantwortliche Schule bewährte Arbeitsweise wird dabei fortgesetzt werden. Der Auftrag der Arbeitsgruppe sei, einen für die Schulen und für die Lehrkräfte bedarfsgerechten Vorschlag zu erarbeiten. Heiligenstadt: „Wir brauchen mehr direkte Beratung und Unterstützung für die Schulen und die Lehrkräfte, was wir aber nicht brauchen, sind mehr Bürokratie oder neue Verwaltungsstrukturen. Das ist eine anspruchsvolle Denksportaufgabe, die sorgfältig gelöst sein will."

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Artikel-Informationen

19.05.2017

Ansprechpartner/in:
Sebastian Schumacher

Nds. Kultusministerium
Pressesprecher
Schiffgraben 12
30159 Hannover
Tel: 05 11/1 20-71 48
Fax: 05 11/1 20-74 51

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