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Gottesdienste in Coronazeiten

Was ist erlaubt - die wichtigsten Fragen (FAQ) und Antworten


Corona beeinträchtigt alle Lebensbereiche - auch die Ausübung des Glaubens und Zusammenkünfte zur Religionsausübung. Sind Gottesdienste und ähnliche Veranstaltungen erlaubt? Die wichtigsten Fragen und Antworten (FAQ) gibt es hier.

FAQ – Regelungen für Zusammenkünfte zur Religionsausübung

Sind in Niedersachsen Zusammenkünfte zur Religionsausübung erlaubt?

Ja, trotz der aktuell steigenden Infektionszahlen sind Zusammenkünfte zur Religionsausübung in Niedersachsen erlaubt. Mit Rücksicht auf die verfassungsrechtlich garantierte Religionsfreiheit hat die Landesregierung auch darauf verzichtet, für Gottesdienste und andere religiöse Feiern ähnlich strenge Vorgaben zu machen, wie für nichtreligiöse Zusammenkünfte. Es ist jedoch unbedingt notwendig, Maßnahmen aufgrund eines Hygienekonzeptes zu treffen. Dazu gehört die Begrenzung der Zahl der an einer religiösen Zusammenkunft teilnehmenden Personen. Es dürfen nur so viele Menschen in eine Kirche, eine Synagoge, eine Moschee oder einen anderen Raum eingelassen werden, dass die Gläubigen jeweils 1,5 Meter Abstand voneinander einhalten können.

Gilt auch für Zusammenkünfte zur Religionsausübung eine Begrenzung der Teilnehmerzahl?

Nein, es gibt keine Begrenzung der Teilnehmerzahl, aber die Pflicht zur Einhaltung des Mindestabstands. Zusammenkünfte zur Religionsausübung sind also grundsätzlich in geschlossenen Räumlichkeiten unabhängig von der Zahl der teilnehmenden Personen erlaubt, wenn ein entsprechendes Hygienekonzept vorliegt und die Räumlichkeiten eine Einhaltung des Mindestabstandes zulassen.

Wie muss ein entsprechendes Hygienekonzept für Zusammenkünfte zur Religionsausübung aussehen?

Die Hygienekonzepte für Zusammenkünfte zur Religionsausübung müssen die Grundregeln Abstand – Hygiene – Alltagsmasken berücksichtigen.

Konkret bedeutet das, dass insbesondere

  • der Mindestabstand (i.d.R. 1,5 Meter) eingehalten werden muss (abgängig von der Raumgröße können sich hierdurch Begrenzungen der Teilnehmerzahl ergeben),
  • regelmäßig zu lüften ist,
  • zur Vermeidung von Warteschlangen Ein- und Ausgänge der Räumlichkeiten klar getrennt sein müssen. Auch bei den sanitären Einrichtungen müssen Maßnahmen getroffen werden, um Personenansammlungen zu vermeiden.

Besteht auch die Möglichkeit, Zusammenkünfte zur Religionsausübung unter freiem Himmel auszurichten?

§ 9 Absatz 1 der derzeitigen Verordnung befreit Religionsgemeinschaften von den engen Vorgaben der §§ 5, 7 und 8. Insofern ist es durchaus möglich und im Hinblick auf die Vermeidung von Infektionsgefahren auch sinnvoll, religiöse Zusammenkünfte auch unter freiem Himmel durchzuführen. Es ist jedoch auch für eine solche Zusammenkunft ein Hygienekonzept aufstellen und es sind die Abstandsregeln einzuhalten.

Welche Dokumentation ist bei Zusammenkünften zur Religionsausübung notwendig?

Bei Zusammenkünften zur Religionsausübung gilt keine Dokumentationspflicht, weil die Regelung in § 9 Absatz 1 von den Vorgaben des § 5 befreit. Nichtsdestotrotz wäre es zu begrüßen, wenn überall dort, wo es möglich ist und von den Mitgliedern der Religionsgemeinschaft akzeptiert wird, dokumentiert wird, wer sich für den Anlass in der entsprechenden Räumlichkeit aufgehalten hat. Im Falle eines Infektionsgeschehens ist es für die Gesundheitsämter sehr viel leichter, die Kontaktnachverfolgung zu betreiben, wenn die Gläubigen Namen, Anschrift sowie eine Telefonnummer hinterlegen.

Muss bei Zusammenkünften zur Religionsausübung eine Maske getragen werden?

Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen muss auch bei Zusammenkünften zur Religionsausübung eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, solange man sich im Raum bewegt. Wenn der Sitzplatz eingenommen worden ist, darf die Mund-Nase-Bedeckung abgenommen werden.

Muss bei einer religiösen Versammlung mit sitzenden Teilnehmenden zwischen den anwesenden Personen durchgängig ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden?

Nein, zum einen dürfen beispielsweis nahe Angehörige und Menschen, die in einer Hausgemeinschaft leben, auch bei einer religiösen Zusammenkunft zusammensitzen. Zum anderen greift die Möglichkeit des § 7 Absatz 1 Satz 2 der Corona-Verordnung auch für religiöse Zusammenkünfte, soweit dabei weder laut gesprochen, noch gesungen wird. Danach genügt bei Veranstaltungen mit sitzendem Publikum bis 500 Personen immer dann (aber auch nur dann) ein Abstand von nur einem Meter zu jeder anderen Person, wenn die Besucherinnen und Besucher Interaktion und Kommunikation miteinander vermeiden und es sich um einen durch eine Lüftungsanlage mit Frischluftzufuhr belüfteten Raum handelt (Die in § 9 geregelte Abweichung von den §§ 5, 7 und 8 führt nicht dazu, dass sich Religionsgemeinschaften auf diese primär für Kinos, Theater und Opernhäuser geltende Privilegierung nicht berufen können).


Foto zeicht menschen mit Abstand in Kirche auf Bänke sitzend   Bildrechte: dpa/picture alliance

Gottesdienst in Corona-Zeiten - mit Abstand

Artikel-Informationen

erstellt am:
12.10.2020

Ansprechpartner/in:
Ulrich Schubert

Nds. Kultusministerium
Pressesprecher
Hans-Böckler-Allee 5
30159 Hannover
Tel: 0511 120 7168

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