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Informationen zum Bereich Kindertagespflege

FAQ Corona-Kita 05


Ab wann können selbständig tätige Kindertagepflegepersonen geimpft werden?

Die Landesregierung hat dafür Sorge getragen, dass in der Kindertagesbetreuung tätige und impfwillige Personen die Möglichkeit einer Impfung mit hoher Priorität (Kategorie 2) erhalten können.

Im Einzelnen handelt es sich dabei um Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen und in der Kindertagespflege tätig sind. Von dem Begriff Beschäftigte sind alle tätigen Personen umfasst auch Studierende, Praktikanten und sonstige Ehrenamtliche oder hauptamtliche Kräfte auch von anderen Einstellungsträgern sofern sie in der Kindertagesbetreuung tätig sind und Kontakt zu Kindern haben könnten.

Die örtlichen Impfzentren werden hierzu auf die für Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege zuständigen örtlichen Träger der Kinder- und Jugendhilfe zugehen und vor Ort über das weitere Verfahren informieren. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihr örtliches Jugendamt.

Die Möglichkeit einer Impfung mit hoher Priorität (Kategorie 2) ist nur dann gegeben, wenn in einer Region alle Personen mit höchster Priorität (Kategorie 1) geimpft wurden. Dies kann dazu führen, dass der Impfbeginn für das in der Kindertagesbetreuung tätige Personal regional unterschiedlich erfolgen wird.

Welche Möglichkeiten bestehen ab dem 12.04.2021 für Kindertagespflegepersonen, die sich anlasslos testen lassen möchten?

Das Land finanziert seit dem 12.04.2021 für Kindertagespflegepersonen anteilig zwei PoC-Antigen-Schnelltests auf SARS-CoV-2 zur Eigenanwendung durch Laien je Woche.

Die Höhe der Vergütung der Sachkosten entspricht der nach der Coronavirus-Testverordnung des Bundes vorgesehenen Vergütung. Je Testung sind insofern bis zu 6 Euro zu erstatten; das Land würde 50 %, d.h. maximal bis zu 3 Euro je Test, übernehmen.

Auch Point-of-Care (PoC)-Antigen-Schnelltests zur Fremdanwendung können anstelle der Selbsttests vorgenommen werden; sie werden ebenfalls in dem vorgegebenen Finanzierungsrahmen anteilig vom Land gefördert. Die andere Hälfte der Kosten für Testungen sollte bei Kindertagespflegepersonen von den örtlichen Trägern übernommen werden.

Die Zuständigkeit für die Planung und Umsetzung von Teststrategien für den Bereich der Kindertagesbetreuung liegt bei den örtlichen Trägern der Kinder- und Jugendhilfe vor Ort.


Gibt es eine Impfpriorisierung für Haushaltsangehörige der Kindertagespflegeperson?

Nein. Eine Impfpriorisierung für Haushaltsangehörige von Kindertagespflegepersonen ist in der Corona-Impfverordnung des Bundes nicht vorgesehen.


Können Fachberaterinnen und Fachberater in der Kindertagespflege oder hauswirtschaftliche Unterstützungskräfte mit hoher Priorität (Stufe 2) geimpft werden?

Der Impferlass des MS vom 4.3.2021 sieht vor, dass das in der Kindertagesbetreuung tätige Personal eine hohe Impfpriorität (Stufe 2) hat. Die Begründung dafür ist die enge und ungeschützte Arbeit im Kontakt mit kleinen Kindern.

Die Umsetzung des Impferlasses erfolgt in Abstimmung zwischen den Impfzentren und den örtlichen Trägern der Kinder- und Jugendhilfe. Im Rahmen dieser Abstimmung ist zu entscheiden, ob die Fachberatung bzw. hauswirtschaftliche Unterstützungskräfte in der Kindertagespflege aufgrund ihrer regelmäßigen Tätigkeit im engen und ungeschützten Kontakt mit Kindern für eine Impfung mit hoher Priorität berechtigt sind.


Muss in der Kindertagespflege ein Mund-Nasen-Schutz (MNS) getragen werden?

Aufgrund des derzeitigen Infektionsgeschehen sollten Kindertagespflegepersonen nach Möglichkeit auch im pädagogischen Alltag während des Aufenthalts in Gebäuden einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn der Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann.

In sog. Großtagespflegestellen, in der überwiegend Kinder im Schulalter betreut werden, ist durch diese Kinder und ihre Kindertagespflegepersonen eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, sofern der Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann. Geeignet ist hier insbesondere ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz (MNS).

Entsprechend der Regelungen in der Corona-Verordnung sind Kinder vor dem Schuleintritt vom Tragen einer Maske befreit, da bei ihnen die Gefahr des unsachgemäßen Umgangs und den damit verbundenen Risiken besteht.

Eine allgemeine Maskenpflicht in der Kindertagesbetreuung sieht die Corona-Arbeitsschutz-Verordnung derzeit nicht vor.

Haushaltsangehörige von Kindertagespflegepersonen, die sich zeitgleich mit den betreuten Kindern in den gleichen Räumen aufhalten, sollten unbedingt einen MNS tragen.

Personen, denen aufgrund einer körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigung oder einer Vorerkrankung, zum Beispiel einer schweren Herz- oder Lungenerkrankung, das Tragen einer MNB nicht zumutbar ist und die dies durch ein ärztliches Attest oder eine vergleichbare amtliche Bescheinigung glaubhaft machen können, sind von der Verpflichtung zum Tragen einer MNB ausgenommen.


Können Tagespflegestellen und Großtagespflegestellen Kinder in normalem Umfang betreuen?

Die Kindertagespflege arbeitet im Regelbetrieb. Dies gilt grundsätzlich auch bei einer 7-Tages-Inzidenz von über 100.
Zu Einschränkungen kommt es bei einer 7-Tages-Inzidenz von mehr als 100 lediglich bei der Zusammenarbeit mehrerer Tagespflegepersonen (Großtagespflege).

Sofern der 7-Tages-Inzidenzwert im Gebiet des Landkreises, der Region Hannover bzw. der kreisfreien Stadt, in der sich die Kindertagespflegestelle befindet, unter 100 liegt, befindet sich das Angebot der Kindertagespflege im Regelbetrieb.

Für die Ermittlung der Inzidenzzahl ist durch die die Kindertagespflegeperson die Niedersachsenseite unter

https://www.niedersachsen.de/Coronavirus/aktuelle_lage_in_niedersachsen

zu Grunde zulegen. Diese Seite wird regelmäßig täglich um 11.00 Uhr zum Sachstand 9.00 Uhr aktualisiert.

Einschränkungen können sich bei einem Schwellenwert ab 100 für die Großtagespflege ergeben und werden durch Allgemeinverfügungen der Kommunalbehörden geregelt.

Hierzu sind die folgenden Fragen zu beachten.


Welche Einschränkungen Sind mit bestehen bei einer 7-Tage-Inzidenz von 100 oder mehr Einschränkungen für die Großtagespflege verbunden?

In Landkreisen, kreisfreien Städten sowie der Region Hannover, deren 7-Tages-Inzidenz drei Tage oder länger über 100 liegt, versetzen die Kommunalbehörden per Allgemeinverfügung die Betreuung in der Großtagespflege in den eingeschränkten Regelbetrieb, sofern die Überschreitung des Schwellenwerts von 100 auf Dauer zu erwarten ist.

Das bedeutet, dass die Betreuung fremder Kinder in Zusammenarbeit mehrerer Kindertagespflegepersonen in räumlicher Trennung der einzelnen Tagespflegepersonen sowie der von ihnen betreuten Kindern erfolgen muss.

Kann dies nicht eingehalten werden, ist die Anzahl der gleichzeitig in einer Großtagespflegestelle betreuten fremden Kinder auf die für Kindertageseinrichtungen zugelassenen Größen von Notgruppen zu begrenzen.

Die Notbetreuung im Szenario C erfolgt in einer kleinen Gruppe,

• in der überwiegend Kinder unter drei Jahren betreut werden, mit in der Regel nicht mehr als 8 Kindern,

• in der überwiegend Kinder von der Vollendung des dritten Lebensjahres bis zur Einschulung betreut werden, mit in der Regel 13 Kindern, oder

• in der überwiegend Kinder von der Einschulung bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres betreut werden, mit in der Regel 10 Kindern.


Wer entscheidet, ab wann und wie lange die Großtagespflege nur eingeschränkt Kinder betreuen darf?

Die Entscheidung trifft die kommunale Verwaltung per Allgemeinverfügung in Abhängigkeit von der Entwicklung der 7-Tages-Inzidenz auf Ebene des Landkreises, der Region Hannover bzw. der kreisfreien Stadt (siehe vorangehende Fragestellung).

Warum darf die Kindertagespflege im Regelbetrieb arbeiten, wenn für Kindertageseinrichtungen das Szenario C gilt?

Die Anzahl der im Regelbetrieb der Kindertagespflege gleichzeitig betreuten Kinder in der Kindertagespflege unterschreitet in der Regel die Größe von kleinen Gruppen im Notbetrieb einer Kindertageseinrichtung. Daher kann (mit Einschränkungen für die Großtagespflege) im Regelbetrieb betreut werden.

Sofern die Kindertagespflegeperson die fremden Kinder im eigenen Haushalt betreut, halten sich häufig weitere Personen des eigenen Hausstands (eigene Kinder, Partner) ebenfalls in den Räumlichkeiten auf. Ist dieser Umstand bei einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 zu beachten?

Nein, dieser Umstand ist nicht zu beachten. So liegt bspw. in einem vergleichbaren Betreuungssetting mit Kinder U3 in der Kita die Anzahl der Personen je Gruppenraum bei 8 Kindern (plus weitere Kinder im Ausnahmefall) zuzüglich 2 bis 3 Fachkräften, also bei insgesamt 10 bis 13 Personen. In der Kindertagespflege ist insofern noch ein Puffer vorhanden, bis diese Zahl erreicht wird.

Wieso gibt es Beschränkungen für die Großtagespflege bei einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 100?

In Großtagespflege arbeiten mehrere Kindertagespflegepersonen zusammen, die jeweils grundsätzlich bis zu 5 fremde Kinder gleichzeitig betreuen dürfen. Die Höchstgrenzen, die infektionsschutzrechtlich im Bereich der frühkindlichen Bildung vertretbar sind, dürfen auch in der Kindertagespflege nicht überschritten werden. Daher enthält die Corona-Verordnung für die Großtagespflege Regelungen zur Begrenzung der Kinderzahlen analog der Notgruppen für Kindertageseinrichtungen.

Wie viele Kinder dürfen bei einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 100 in Großtagespflege betreut werden, wenn man die Kinder unterschiedlicher Tagespflegepersonen nicht räumlich trennen kann?

Es gelten die Vorgaben aus der Corona-Verordnung für Kindertageseinrichtungen entsprechend. Je nach überwiegendem Alter der betreuten Kinder dürfen also beispielsweise bei einer Betreuung von überwiegend Kindern bis zum Alter von drei Jahren maximal 8 Kinder betreut werden, wobei im Einzelfall ein geringfügiges Überschreiten dieser Höchstzahlen – wie bei Kindertageseinrichtungen auch – zulässig ist.

Wenn eine Großtagespflege aufgrund des Alters der überwiegend betreuten Kinder (überwiegend U3-Kinder) auf 8 Kinder begrenzt ist, handelt es sich dann um eine Notbetreuung?

Grundsätzlich ist die Großtagespflege weiterhin erlaubt, da es sich um eine Betreuung in Kleingruppen handelt. Die Kindertagespflege ist nicht allgemein in das Szenario C versetzt worden. Die Größenbegrenzung in der Corona-Verordnung gilt für die Großtagespflege aber dann, wenn der Abstand zwischen den den Kindertagespflegepersonen jeweils zugeordneten Kindern nicht eingehalten werden kann. Dann also ist bei betreuten Kindern, die überwiegend bis drei Jahre alt sind, die Anzahl der betreuten Kinder auf 8 begrenzt.

Für die Notbetreuung ist es ein Wesensmerkmal, dass die Anzahl der betreuten Kinder reduziert werden muss. Sofern die Anzahl der tatsächlich gleichzeitig betreuten Kinder in Großtagespflege die Höchstkindergrenze in der Corona-Verordnung nicht übersteigt, ist die Betreuung regulär zulässig. Wird diese Grenze hingegen überschritten und kann ein Abstand zwischen den den Kindertagespflegepersonen jeweils zugeordneten Kindern nicht eingehalten werden, dann ist die Großtagespflege im Notbetrieb zu betreiben. Dann also muss die Anzahl der gleichzeitig betreuten Kinder entsprechend auf 8 Kinder begrenzt werden. Zulässig ist dann lediglich ein geringfügiges Überschreiten dieser Grenze im Einzelfall, wenn es die Kapazitäten hergeben.

Wie ist die Finanzierung bei einer Einschränkung in der Betreuung von Großtagespflege geregelt?

Das Land finanziert die Kindertagespflegepersonen nicht direkt. Vielmehr gewährt es auf Basis einer Richtlinie Zuwendungen an die örtlichen Träger. Das Land zahlt diese Zuwendungen grundsätzlich auch dann, wenn vorübergehend nicht alle Kinder in der Großtagespflege betreut werden dürfen. Voraussetzung dafür ist aber, dass auch die örtlichen Träger ihrerseits die laufende Geldleistung weiterhin gewähren.

Wenn die Beschränkung auf 8 Kinder in einer Großtagespflege bei einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 erforderlich ist, wer entscheidet dann, welche Kinder betreut werden können?

Die Entscheidung über die Belegung von Kindertagespflege liegt auf der örtlichen Ebene. Wenn eine Großtagespflegestelle aufgrund des Alters die Anzahl der gleichzeitig betreuten Kinder reduzieren muss, empfiehlt das Land, dass Absprachen zwischen dem zuständigen Jugendamt und der Kindertagespflegeperson zu den Grundlagen für Entscheidungen und zum konkreten Ablauf getroffen werden. Die Entscheidung ist an den Kriterien, die in der Corona-Verordnung für die Notbetreuung in Kindertageseinrichtungen getroffen worden sind, auszurichten.

Angesichts der angestrebten allgemeinen gesellschaftlichen Kontaktreduzierung ist es denkbar, dass Erziehungsberechtigte ihre Kinder vermehrt auf freiwilliger Basis nicht in die Betreuung – auch nicht in Kindertagespflege – geben. Werden laufende Geldleistungen für die erlaubnispflichtige Kindertagespflege dennoch weitergezahlt?

Anders als bei Kindertageseinrichtungen, für die das Land Finanzhilfe nach §§ 16 ff. KiTaG gewährt, sind bei Kindertagespflegepersonen die örtlichen Träger originär und eigenverantwortlich für die Gewährung einer laufenden Geldleistung zuständig. Für die laufenden Geldleistungen für Kindertagespflegepersonen kann das Land die Entscheidung über die Gewährung während der verordnungsbedingten Reduzierung der Betreuungszahl bzw. wenn Eltern ihre Kinder (z.B. zur Kontaktminimierung) nicht bringen daher nicht zentral treffen. Die Zuständigkeit des örtlichen Trägers ergibt sich direkt aus § 23 SGB VIII und damit aus Bundesrecht. Das zuständige Jugendamt des örtlichen Trägers stellt nicht nur den gesetzlich definierten Bedarf fest, es hat auch die Kosten der Kindertagespflege zu tragen. Daher empfiehlt das Land eine direkte Kontaktaufnahme zum zuständigen örtlichen Träger.

Wie verhält es sich bei einer 7-Tage- Inzidenz von mehr als 100 beim Platz-Sharing in der Kindertagespflege? Dürfen vormittags und nachmittags unterschiedliche Kinder betreut werden?

Ja, es ist möglich, vormittags und nachmittags unterschiedliche Kinder zu betreuen. In der Großtagespflege ist jedoch zu beachten, dass bei der Anzahl der gleichzeitig anwesenden Kinder die Höchstgrenzen analog der Notgruppen für Kindertageseinrichtungen gelten, sofern eine räumliche Trennung zwischen den Kindertagespflegepersonen und den ihnen jeweils persönlich zugeordneten Kindern nicht gewahrt werden kann. Die Höchstgrenze ist dabei abhängig vom Alter der überwiegend betreuten Kinder.

Warum ist lt. Corona-Verordnung der Kontakt auf max. 5 Personen aus 2 Haushalten zu beschränken und die Kindertagespflege findet trotzdem mit fremden Kindern aus mehreren Haushalten statt?

Im Rahmen der Kindertagesbetreuung ist die gleichzeitige Betreuung von Kindern aus mehreren Haushalten zugelassen. Es wird dabei vorausgesetzt, dass die Betreuungsangebote unter Beachtung der Empfehlungen des Rahmen-Hygieneplans erfolgen.

Wie erhalten Eltern eine Bescheinigung für die Beantragung von Kinderkrankengeld für zusätzliche Kinderkrankentage bei Betreuung zu Hause?

Hierzu können Informationen sowie eine Musterbescheinigung, die auch in der Kindertagespflege genutzt werden kann, auf der Homepage des BMFSFJ eingesehen werden:

Bundesfamilienministerium: Kinderbetreuung bei Schul- und Kitaschließungen

Bundesfamilienministerium: Fragen und Antworten zu Kinderkrankentagen und zum Kinderkrankengeld


Können eigene Kinder von Kindertagespflegepersonen in den Notgruppen betreut werden?

Ja, da dieser Personenkreis in einem Berufszweig von allgemeinem öffentlichen Interesse tätig ist.

Artikel-Informationen

erstellt am:
10.11.2020
zuletzt aktualisiert am:
15.04.2021

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