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Fragen und Antworten zum eingeschränkten Betrieb an Kindertageseinrichtungen

Die Corona-Krise fordert uns alle, verantwortlich mit der Situation umzugehen und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.

Zu den derzeit wichtigsten Fragestellungen für den Bereich Kita/Tagespflege hier ein Überblick:


Für die Kindergärten, Krippen und Horte gilt ab dem 01.08.2020 wieder der ‚Regelbetrieb in Zeiten von Corona. ‚Regelbetrieb in Zeiten von Corona‘ bedeutet, dass alle Kinder ein Betreuungsangebot in der Kindertageseinrichtung bekommen, mit der sie einen Betreuungsvertrag abgeschlossen haben. Der Betreuungsumfang entspricht grundsätzlich dem der Regelbetreuung vor der Ausbreitung des Coronavirus. Eine Begrenzung der Betreuung auf einige Stunden am Tag und/oder einzelne Tage in der Woche ist mit diesem Grundsatz nicht mehr zu vereinbaren. Neben den jeweils abgeschlossenen Betreuungsverträgen sind die Vorgaben des § 24 SGB VIII sowie des § 12 KiTaG zu beachten. Es kann allenfalls aufgrund konkreter Personalausfälle, die nicht kompensiert werden können, im konkreten Einzelfall zu Abweichungen kommen.

Als Elternteil wenden Sie sich bitte bei konkreten Fragen zum Betreuungsumfang an den Träger der Kindertageseinrichtung, die ihr Kind besucht. Falls Ihre Kindertageseinrichtung nur ein deutlich eingeschränktes Betreuungsangebot unterbreitet, wenden Sie sich bitte an den örtlichen Träger. Dieser muss den Betreuungsanspruch erfüllen.

Sollte das Infektionsgeschehen eine erneute Einschränkung des Regelbetriebs erforderlich machen, bieten die im Leitfaden KiTa in Corona-Zeiten 2.0 skizzierten Szenarien eine gute Planungsgrundlage. Dort finden sich umfangreiche Empfehlungen und Handlungshilfen sowohl für den eingeschränkten Betrieb als auch für den Fall eines Shutdowns verbunden mit der Notbetreuung. Der Wechsel zwischen den Szenarien kann im Falle landesweit deutlich erhöhter Infektionszahlen im verordnungsrechtlichen Wege durch das Sozialministerium erfolgen, d.h., über die „Corona-Verordnung“. Handelt es sich hingegen um einen regionalen Anstieg des Infektionsgeschehens, kann das örtliche Gesundheitsamt den Wechsel von einem Szenario in ein anderes festlegen.

Als Träger einer Kindertageseinrichtung wenden Sie sich bitte mit Detailfragen an die für Sie zuständige Fachdienstkollegin / den für Sie zuständigen Fachdienstkollegen des Referats 52 des Kultusministeriums

Regelbetrieb in Zeiten von Corona

Bleibt das Gebot der strikten Trennung der Gruppen bestehen?

Nein. Das Gebot der strikten Trennung der Gruppen innerhalb des Gebäudes und auch auf dem Außengelände der Kindertageseinrichtungen kann aufgehoben werden. Es ist den Trägern der Einrichtungen und den Einrichtungsleitungen jedoch möglich, eigenverantwortlich an der Trennung der Gruppen festzuhalten.

Sind offene und teiloffene Betreuungskonzepte wieder möglich?

Ja. Offene und teiloffene Betreuungskonzepte sind wieder zulässig und können umgesetzt werden.

Welche Hygienemaßnahmen gelten?

Jede einzelne Kindertageseinrichtung und Kindertagespflegestelle muss ein auf die COVID-19-Situation ausgerichtetes Hygienekonzept aufstellen und einhalten. Der angepasste Rahmen-Hygieneplan Corona Kindertagesbetreuung gibt hierfür Leitlinien und Empfehlungen.

Dürfen erkrankte Kinder in die Betreuung kommen?

Die Eltern sind verantwortlich dafür, dass ein Kind fieberfrei zur Einrichtung geht und in den letzten 14 Tagen keine Kontakte zu an COVID-19-erkrankten oder SARS-CoV-2-positiv getesteten Personen hatte. Bei einem banalen Infekt ohne deutliche Beeinträchtigung des Wohlbefindens (z.B. nur Schnupfen, leichter Husten) kann die Kindertageseinrichtung besucht werden. Dies gilt auch bei Vorerkrankungen (z.B. Heuschnupfen, Pollenallergie).

Bei Infekten mit einem ausgeprägtem Krankheitswert (z.B. Husten, Halsschmerzen, erhöhte Temperatur) muss die Genesung abgewartet werden.

Nach 48 Stunden Symptomfreiheit kann die Kindertageseinrichtung ohne weitere Auflagen (d.h. ohne ärztliches Attest, ohne Corona-Test) wieder besucht werden, wenn kein wissentlicher Kontakt zu einer bestätigten Covid-19 Erkrankung bekannt ist.

Bei schwererer Symptomatik, zum Beispiel mit

  • Fieber ab 38,5°C oder
  • akutem, unerwartet aufgetreten Infekt (insb. der Atemwege) mit deutlicher Beeinträchtigung des Wohlbefindens oder
  • anhaltendem starken Husten, der nicht durch eine Vorerkrankung erklärbar ist,

sollte bitte unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Die Ärztin oder der Arzt wird dann entscheiden, ob ggf. auch eine Testung auf Corona durchgeführt werden soll und welche Aspekte für die Wiederzulassung zum Besuch der Kindertageseinrichtung zu beachten sind.

Ein tägliches „prophylaktisches“ Fiebermessen der Kinder in der Kindertageseinrichtung ist nicht zielführend. Jedenfalls aber wäre vorab eine Einwilligung der Erziehungsberechtigten einzuholen. Besser ist es, ggf. im konkreten Verdachtsfall Fieber zu messen, die Erziehungsberechtigten zu informieren und das Kind bei Anzeichen für eine schwere Infektion abholen zu lassen.

Welche Personalstandards sind einzuhalten?

Es sind grundsätzlich die Personalstandards nach KiTaG und den Durchführungsverordnungen einzuhalten. Es kann aber in Einzelfällen aufgrund des Schutzes besonders gefährdeter Personen oder im Falle von Erkrankungen zu Personalausfällen kommen. In diesen konkreten Fällen können die Vorgaben des Niedersächsischen Gesetzes über Tageseinrichtungen für Kinder (KiTaG) und der Verordnung über Mindestanforderungen an besondere Tageseinrichtungen für Kinder sowie über die Durchführung der Finanzhilfe (2. DVO-KiTaG) zur Qualifikation des erforderlichen Personals nicht eingehalten werden. Die Einrichtungsträger, denen die Einhaltung der Personalstandards unter Ausschöpfung aller Vertretungsreserven und unter Heranziehung zusätzlicher Kräfte nicht möglich ist, können im Einzelfall von den Personalvorgaben abweichen. Anstelle einer Fachkraft können die Einrichtungsträger nach Abstimmung mit dem örtlichen Träger oder der Gemeinde, die die Förderung der Kinder in Tageseinrichtungen nach § 13 Abs. 1 Nds. AG SGB VIII wahrnimmt, eine andere geeignete Person (zum Beispiel Bundesfreiwilligendienstleistende, Personen im Freiwilligen Sozialen Jahr, Eltern) mit der Wahrnehmung von Aufsichtspflichten betrauen. Voraussetzung ist, dass permanent mindestens eine sozialpädagogische Fachkraft in der Gruppe tätig ist. Diese Möglichkeit soll zunächst bis zum 23.10.2020 (Ende der Herbstferien in den Schulen) gegeben werden.

Wie viele Fachkräfte sind für die Betreuung in einer Gruppe erforderlich?

Es sind grundsätzlich die Personalstandards nach KiTaG und den Durchführungsverordnungen einzuhalten. Für die Betreuung einer Gruppe während des Regelbetriebs in Zeiten von Corona kann der Fachkraft-Kind-Schlüssel im konkreten Einzelfall des erhöhten Personalausfalls aufgrund von Erkrankungen oder aufgrund des Schutzes besonders gefährdeter Personen von den rechtlichen Anforderungen abweichen.

Auch in diesen Fällen ist aber die Anwesenheit von zwei Kräften je Gruppe, in der überwiegend Kinder unter drei Jahren betreut werden, anzustreben. Auch wenn mehr als zehn Kinder im Alter von drei Jahren bis zur Einschulung betreut werden, sollten nach Möglichkeit zwei Kräfte eingesetzt werden. Eine der beiden Kräfte soll eine Qualifizierung gem. § 4 KiTaG aufweisen.

Kann ein Träger eine andere geeignete Person mit der Wahrung von Aufsichtspflichten betrauen?

Es sind grundsätzlich die Personalstandards nach KiTaG und den Durchführungsverordnungen einzuhalten. Sofern im konkreten Einzelfall eine Fachkraft coronabedingt ausfällt, kann der Träger einer Kindertageseinrichtung einmalig je Gruppe anstelle einer Fachkraft eine andere geeignete Person (zum Beispiel Bundesfreiwilligendienstleistende, Personen im Freiwilligen Sozialen Jahr, Eltern) mit der Wahrnehmung von Aufsichtspflichten betrauen. Voraussetzung ist, dass mindestens eine sozialpädagogische Fachkraft in der Gruppe zeitgleich tätig ist. Der Träger muss sich im Falle nicht ausreichend verfügbarer Fach- und Betreuungskräfte zudem vor dem Einsatz einer anderen geeigneten Person mit dem jeweils zuständigen örtlichen Träger der Jugendhilfe oder der Gemeinde, die die Förderung der Kinder in Tageseinrichtungen nach § 13 Abs. 1 Nds. AG SGB VIII wahrnimmt, abstimmen. Diese Möglichkeit soll zunächst bis zum 23.10.2020 (Ende der Herbstferien in den Schulen) gegeben werden.

Hinweis: Der Einsatz ungelernter Kräfte ist eine Möglichkeit, die die Landesregierung in dieser Notlage zur Unterstützung der Kindertageseinrichtungen eröffnet hat. Der Einsatz ungelernter Kräfte ist aus pädagogischer Sicht selbstredend nicht gleichrangig zum Einsatz von Fachkräften. Daher sollte auf diese Möglichkeit nur dann zurückgegriffen werden, wenn das Betreuungsangebot anders nicht aufrechterhalten werden kann.

Wann ist eine andere Person nicht geeignet für die Wahrnehmung von Aufsichtspflichten in Kindertageseinrichtungen?

Eine Person ist insbesondere dann nicht geeignet, wenn sie rechtskräftig wegen einer Straftat nach den §§ 171, 174 bis 174 c, 176 bis 180 a, 181 a, 182 bis 184 g, 184 i, 201 a Abs. 3, den §§ 225, 232, 232 a, 233, 233 a, 234, 235 oder 236 des Strafgesetzbuchs verurteilt worden ist. Der Träger der Kindertagesstätte soll sich vor dem ersten Einsatz der Person daher ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen lassen.

Was ist mit Blick auf das Kindeswohl in Zeiten von Corona zu beachten?

In Zeiten von Corona ist auf die Wahrung des Kindeswohls in den Einrichtungen ein besonderes Augenmerk zu legen. Die insbesondere bei steigenden Fallzahlen angespanntere generelle gesellschaftliche Lage, die Belastungen in den Familien und der teilweise nicht zu vermeidende Einsatz von weiteren geeigneten Personen zur Wahrnehmung der Aufsichtspflichten können sich gegebenenfalls auch auf die Kinder auswirken. Ereignisse oder Entwicklungen, die auf eine Beeinträchtigung des Wohl der Kinder und Jugendlichen hindeuten, sind dem Landesjugendamt anzuzeigen. Die zuständigen Kolleginnen und Kollegen der Fachdienste des Niedersächsischen Kultusministeriums stehen für Informationen, Beratungen und Hilfestellungen gerne zur Verfügung.

Ist die Neuaufnahme von Kindern zulässig?

Ja. Sofern genehmigte Plätze nicht belegt sind, ist die Neuaufnahme von Kindern im Regelbetrieb in Zeiten von Corona zulässig.

Was ist bei Aufnahmegesprächen und während der Eingewöhnungszeit zu beachten?

Für Aufnahmegespräche neuer Kinder sowie während der Eingewöhnungszeit eines Kindes ist die Anwesenheit einer Erziehungsberechtigten oder eines Erziehungsberechtigten aus pädagogischen Gründen erforderlich. Die Erziehungsberechtigte oder der Erziehungsberechtigte soll während der Anwesenheit in der Eingewöhnungsphase eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Welchen zeitlichen Umfang hat die Betreuung während des Regelbetriebs in Zeiten von Corona?

Der Betreuungsumfang des Regelbetriebs in Zeiten von Corona entspricht grundsätzlich dem im Betreuungsvertrag festgelegten Betreuungsumfang. Es kann allenfalls aufgrund konkreter Personalausfälle, die nicht kompensiert werden können, im konkreten Einzelfall zu Abweichungen kommen.

Ist der Bildungsauftrag während des Regelbetriebs in Zeiten von Corona umzusetzen?

Sofern in der Übergangsphase ausreichend qualifiziertes Personal in der Einrichtung zur Verfügung steht, gelten hinsichtlich der Umsetzung des Bildungsauftrags die Vorgaben der §§ 2 und 3 des KiTaG, konkretisiert im Orientierungsplan für Bildung und Erziehung (online abrufbar unter: www.mk.niedersachsen.de). So müssen die Kindertageseinrichtungen der Erziehung, Bildung und Betreuung unter Einbezug der eigenen pädagogischen Konzeption nach Möglichkeit wieder umfassend Rechnung tragen. Dies gilt auch für die individuelle und differenzierte Sprachbildung und Sprachförderung im letzten Jahr vor der Einschulung. Da Singen oder dialogische Sprechübungen Tröpfchen über eine größere Distanz als 1,5 m transportieren können, sollten diese Angebote vorzugsweise im Freien angeboten werden. Dies empfiehlt sich auch für Bewegungsangebote und sportliche Aktivitäten.

Was ist in Bezug auf die Nutzung von Funktions- und Gemeinschaftsräumen zu beachten?

Die Nutzung von gruppenübergreifenden Räumlichkeiten, wie z. B. der Mehrzweck- oder Bewegungsraum, Flure oder Differenzierungsräume, ist ebenfalls wieder möglich. Der Rahmen-Hygieneplan ist umzusetzen. Insbesondere sollte regelmäßig gut durchlüftet werden (Stoßlüftung).

Was ist in Bezug auf die Einnahme des Mittagessens zu beachten?

Sofern Gemeinschaftsräume/Mensen für das Mittagessen genutzt werden, gilt ebenfalls, dass sich die jeweiligen Gruppen mit den diesen Gruppen zugeordneten Mitarbeitenden getrennt voneinander dort aufhalten. Die Anzahl der Tische ist zu reduzieren und diese sind (in Gruppengröße) möglichst weit räumlich getrennt aufzustellen. Nach Möglichkeit sollten die Mahlzeiten in den Gruppenräumen eingenommen werden.

Wie sieht es mit Bewegungsaktivitäten in geschlossenen Räumen aus?

Sportliche Bewegungsaktivitäten können auch in geschlossenen Räumen wieder stattfinden. Dabei sollten bewegungsintensive Aktivitäten sowie Situationen, in denen alle Kinder auf sehr engem Raum zusammenstehen, vermieden werden. Außenflächen sind zu bevorzugen.

Was ist in Bezug auf den Wasch- und Sanitärbereich zu beachten?

Die Sanitärobjekte sind regelmäßig auf Funktions- und Hygienemängel zu prüfen und ggf. umgehend Instand zu setzen.

Wickelauflagen sind unmittelbar nach Nutzung zu desinfizieren.

Die Sanitärbereiche sollten ferner bei planbaren Aufenthalten – etwa beim Zähneputzen oder Händewaschen – örtlich und/oder zeitlich versetzt von den einzelnen Gruppen genutzt werden.

Dürfen Feiern und Veranstaltungen gefeiert werden?

Ja, im Grundsatz schon. Bei der Durchführung von Veranstaltungen und Ausflügen sind jedoch der jeweils aktuelle Stand der Niedersächsischen Verordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus sowie der gültige Rahmen-Hygieneplan unbedingt zu beachten. Die hier beschriebenen Vorgaben sind stets einzuhalten.

Feiern und Veranstaltungen mit Eltern sollten generell bevorzugt im Freien und mit einer möglichst geringen Anzahl von Menschen durchgeführt werden. Von besonders kontaktintensiven Veranstaltungen, bei denen insbesondere auch regelmäßiges und richtiges Lüften (mehrere Minuten Stoß- bzw. Querlüftung) nicht möglich ist, wird abgeraten. Dies betrifft etwa die Übernachtung in einer Kindertageseinrichtung,

INFORMATIONEN ZUM BEREICH KINDERTAGESPFLEGE

Können Tagespflegestellen und Großtagespflegestellen wieder im normalem Umfang Kinder betreuen?

Ja. Seit dem 11.05.2020 können Tagespflegepersonen – auch in Großtagespflegestellen – wieder regulär tätig werden. Der Rahmen-Hygieneplan des Landes sollte unbedingt auch in der Kindertagespflege beachtet werden.

Dürfen Tagespflegegruppen öffentliche Spielplätze besuchen?

Ja. Tagespflegepersonen können seit dem 25.05.2020 mit den von ihnen betreuten Kindern Spielplätze besuchen. Das gilt auch, wenn die Kinder aus unterschiedlichen Haushalten kommen.

Kann derzeit in der Tagespflegestelle die Eingewöhnung eines neu aufgenommenen Kindes erfolgen?

Ja, dies ist möglich. In der Eingewöhnung begleitet in der Regel eine Bezugsperson (Eltern) das Kind für mehrere Tage oder Wochen. Die Erziehungsberechtigte oder der Erziehungsberechtigte soll während der Anwesenheit in der Eingewöhnungsphase eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Werden die Mittel nach der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung des Betreuungsangebotes in der Kindertagespflege (RKTP) auch dann gezahlt, wenn Tagespflegepersonen aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 nicht an fachlichen Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen konnten?

Nach Ziff. 4.2.2 RKTP müssen Tagespflegepersonen in einem Kindergartenjahr mindestens 24 Unterrichtsstunden an fachlichen Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen. Diese Zuwendungsvoraussetzung gilt auch dann als erfüllt, wenn der Zuwendungsempfänger glaubhaft begründet, dass die betroffenen Tagespflegepersonen in seinem Zuständigkeitsbereich infolge der Corona-Pandemie und der daraufhin ergangenen Maßnahmen gemäß § 33 IfSG sowie auch nach Wiederaufnahme eines aufgrund von Hygieneanforderungen noch eingeschränkten Regelbetriebs von Bildungseinrichtungen nicht wie geplant an fachlichen Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen konnten und diese Teilnahme bis zum Ende des Kindergartenjahres 2019/2020 nicht mehr erfolgen kann.

Werden die Mittel nach RKTP auch für die Zeit nach dem 11.5.2020 weitergezahlt, wenn Tagespflegepersonen auch nach diesem Datum keine Betreuungsstunden leisten?

Nein. Für eine Finanzierung von Kindertagespflegepersonen, die keine Betreuung anbieten, ist seit 11.05.2020 die Rechtsgrundlage entfallen. Die Landesregierung hat aufgrund der niedrigen Zahlen von Neuinfektionen entschieden, dass die Aufnahme des Regelbetriebs für Kindertagespflege seit dem 11. Mai wieder möglich ist. Es obliegt den Tagespflegepersonen, Hygienemaßnahmen zu ergreifen, sich gegen Infektionskrankheiten entsprechend zu schützen und Vorkehrungen gegen eine Minimierung der Risiken zu treffen. Die Risiken einer Infektion werden derzeit für Niedersachsen so gering eingeschätzt, dass der Betrieb nicht mehr länger untersagt werden muss. Damit können alle Tagespflegepersonen grundsätzlich tätig werden

INFORMATIONEN FÜR TRÄGER DER EINRICHTUNGEN

Müssen die vorgegebenen Hygienevorschriften auch in Waldkindergärten umgesetzt werden?

Ja. Auch für die Waldkindergärten gelten die vorgegebenen Hygienevorschriften.

Gibt es eine Covid-19-Teststrategie von Seiten des Landes?

Das Land hat eine Covid-19-Teststrategie aufgelegt und diese um Präventivtests für Beschäftigte in den Kindertageseinrichtungen erweitert. In Landkreisen oder kreisfreien Städten, in denen die Zahl von 35 Fällen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern in einem Zeitraum von sieben Tagen überschritten wird, werden den Beschäftigten in den Kindertageseinrichtungen präventive Tests auf Covid-19 angeboten. Weitere Informationen können über die örtlichen Gesundheitsämter erfragt werden. Bitte hier noch einen Link einfügen auf die allg. Teststrategie des Landes.

Welche Schutzmaßnahmen sind für die in der Kindertageseinrichtung tätigen Fachkräfte zu treffen?

Die erforderlichen Hygienebestimmungen/-vorschriften (insbesondere regelmäßiges intensives Händewaschen) müssen eingehalten werden und sollen auch mit den Kindern altersgerecht erörtert und geübt werden. Das ist wichtig, um Kinder und Personal der Kindertageseinrichtung zu schützen. Aktuelle Hygieneschutzmaßnahmen finden sich im Rahmen-Hygieneplan Corona Kindertagesbetreuung .

Personen, die aufgrund einer chronischen Erkrankung oder einer dauerhaften Einschränkung des Immunsystems ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf nach einer COVID-19-Infektion haben, werden weiterhin geschützt. Es kann daher erforderlich sein, im konkreten Einzelfall aufgrund eines regional stärker ausgeprägten Infektionsgeschehens und der spezifischen Gefährdungslage einzelne Fachkräfte im Homeoffice arbeiten zu lassen. Das Robert-Koch-Institut weist die besonders gefährdeten Gruppen im regelmäßig aktualisierten „SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19)“ aus. In nachstehender FAQ sind Beispiele genannt.

Jeder Träger überprüft für jede Einrichtung eigenständig, ob das regionale Infektionsgeschehen das Verbleiben einzelner Fachkräfte im Homeoffice erfordert oder ob angesichts gleichbleibend niedriger Zahlen vor Ort ein Einsatz in den Gruppen unter Einhaltung der Hygieneregeln nach eigenem Ermessen verantwortbar erscheint. Im Zweifelsfall wird eine Kontaktaufnahme zum örtlichen Gesundheitsamt empfohlen.

Welche Personen gehören zu Risikogruppen, so dass eine Überprüfung des Einsatzes vor Ort in einer Kindertageseinrichtung unter Berücksichtigung des regionalen Infektionsgeschehens angezeigt sein kann?

Laut RKI zählen folgende Personen zu den besonders gefährdeten Gruppen, bei denen nach einer Infektion mit dem SARS-CoV-2 ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe der Erkrankung besteht (mit stetig steigendem Risiko ab dem 50. Lebensjahr):

Personen mit bestimmten Vorerkrankungen

• des Herz-Kreislauf-Systems,

• der Lunge (z.B. chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)),

• Patienten mit chronischen Lebererkrankungen,

• Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit),

• Patienten mit einer Krebserkrankung,

• Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z.B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Cortison).

Besteht eine Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung für die Kinder und die Fachkräfte?

Nein, es besteht keine grundsätzliche infektionsschutzrechtliche Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Bei der Entscheidung über das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist zu berücksichtigen, dass kleine Kinder den direkten Kontakt mit den Fachkräften benötigen und häufig auch auf die Wahrnehmung der Mimik und des Ausdrucks der Fachkräfte angewiesen sind, um eine vertrauensvolle Beziehung herzustellen und Gesprochenes einordnen und verarbeiten zu können. Es kann aber aus Gründen des Arbeitsschutzes weitergehende Pflichten für Fachkräfte geben – etwa das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Sollte situationsbedingt eine Mund-Nasen-Bedeckung von Beschäftigten getragen werden, sind die Hinweise des Bundesamtes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu beachten. Diese sind hier aufgeführt.

Wird die Finanzhilfe während des Regelbetriebs in Zeiten von Corona weitergezahlt?

Ja. Für genehmigte Kindertagesstätten wird die Finanzhilfe nach den §§ 16 ff. KiTaG unter den dort geregelten Voraussetzungen weitergezahlt.

Wird Finanzhilfe für andere geeignete Personen gewährt, die anstelle einer Fachkraft während des eingeschränkten Betriebs Aufsichtspflichten wahrnehmen?

Nein. Für Personen, die nicht in § 4 genannt sind, kann keine Finanzhilfe gewährt werden. Das Land wird aber weiterhin Finanzhilfe nach §§ 16 ff. KiTaG für die in § 4 vorgesehenen Kräfte gewähren, auch wenn die Kraft tatsächlich krankheitsbedingt ausfallen sollte.



Brief von Kultusminister Grant Hendrik Tonne

 Brief an die Kita-Leitungen
(PDF, 0,11 MB)

Leitlinien zur Kita-Öffnung ab 22. Juni mit eingeschränktem Betrieb

Am 22. Juni gehen die Kindertageseinrichtungen in Niedersachsen in eine neue Phase der Öffnung. Geplant ist ein "eingeschränkter Betrieb". Für die Umsetzung gibt das Kultusministerium den Trägern und Einrichtungen umfassende Leitlinen mit an die Hand.

 Leitlinien zur Kita-Öffnung ab 22. Juni mit eingeschränktem Betrieb
(PDF, 0,24 MB)

Der NEUE Rahmenhygieneplan Kita ab 22. Juni 2020

Ab 22. Juni 2020 gilt ein überarbeiteter Rahmenhygieneplan für Kindertageseinrichtungen in Niedersachsen. Er begleitet die Öffnung der Einrichtungen zum eingeschränkten Regelbetrieb.

 Rahmenhygieneplan Kita ab 22. Juni 2020
(PDF, 0,33 MB)

Rahmenhygieneplan Kindertageseinrichtungen ab 7. Mai 2020

Alle Kindertageseinrichtungen verfügen nach § 36 i. V. m. § 33 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) über einen Hygieneplan, in dem die wichtigsten Eckpunkte nach dem IfSG geregelt sind, um durch ein hygienisches Umfeld zur Gesundheit der Kinder, Mitarbeitenden und Eltern beizutragen.

 Rahmenhygieneplan für Kindertageseinrichtungen ab 7. Mai 2020 (bis 21. Juni)
(PDF, 0,33 MB)

Ministerbrief zur Kita-Öffnung am 22. Juni

Am 22. Juni gehen die Kindertageseinrichtungen in die nächste Phase der Öffnung. Geplant ist ein "eingeschränkter Betrieb", erklärt Kultusminister Grant Hendrik Tonne in seinem Brief an die Träger und Einrichtungen.

 Ministerbrief zur Kita-Öffnung am 22. Juni
(PDF, 0,14 MB)

Artikel-Informationen

erstellt am:
16.03.2020
zuletzt aktualisiert am:
03.08.2020

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