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Fragen und Antworten zum eingeschränkten Betrieb an Kindertageseinrichtungen

Die Corona-Krise fordert uns alle, verantwortlich mit der Situation umzugehen und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.

Zu den derzeit wichtigsten Fragestellungen für den Bereich Kita/Tagespflege finden Sie hier eine überblicksartige Orientierung.


Als Elternteil wenden Sie sich bitte bei Fragen an den Träger der Kindertageseinrichtung, die ihr Kind besucht. Als Träger einer Kindertageseinrichtung wenden Sie sich bitte bei Fragen an die für Sie zuständige Fachdienstkollegin / den für Sie zuständigen Fachdienstkollegen des Referats 52 des Kultusministeriums(Downloadliste der Kontakte).

Es gilt zurzeit:

Für die Kindergärten, Krippen und Horte gilt ab dem 22.06.2020 der eingeschränkte Betrieb. Der eingeschränkte Betrieb bedeutet, dass für alle Kinder ein Betreuungsangebot in der Kindertageseinrichtung angeboten wird, mit der sie einen Betreuungsvertrag abgeschlossen haben. Die Notbetreuung endet am 21.06.2020, da alle Kinder wieder ihre Kindertageseinrichtung besuchen können. Damit entfällt das Erfordernis einer oft schwierigen Auswahl, welche Kinder in die Notbetreuung aufgenommen werden können.

Die Betreuung der Kinder während des eingeschränkten Betriebs soll in den Gruppen stattfinden, in die sie regulär aufgenommen wurden. Sofern genehmigte Plätze nicht belegt sind, ist die Neuaufnahme von Kindern zulässig. Jeder Gruppe sind klar definierte Räumlichkeiten zuzuordnen. Den erforderlichen Hygienemaßnahmen, namentlich den im „Niedersächsischen Rahmen-Hygieneplan Corona Kindertagesbetreuung“ vorgesehenen Empfehlungen, ist aus Gründen des Infektionsschutzes weiterhin nachzukommen. Daher bleiben etwa auch offene Gruppenkonzepte nach wie vor untersagt.

Für die Organisation des eingeschränkten Betriebs in den Kitas sind auch weiterhin die Kommunen und die Einrichtungsträger zuständig, das Land Niedersachsen gibt in den nachstehenden FAQs Empfehlungen und orientierende Hinweise.

EINGESCHRÄNKTER BETRIEB

Wozu dient der eingeschränkte Betrieb der Kindertageseinrichtungen einschließlich der Kinderhorte?

Ziel des eingeschränkten Betriebs ist es, dass alle Kinder wieder ihre Kindertageseinrichtung besuchen können – auch wenn aufgrund der Anforderungen an den Infektionsschutz noch Einschränkungen im pädagogischen Alltag in Kauf zu nehmen sind. Aufgrund des rückläufigen Infektionsgeschehens ist es möglich, den nächsten Schritt der weiteren Öffnung der Kindertageseinrichtungen ab dem 22.06.2020 vorzusehen und dann in die Phase weg von der Notbetreuung hin zum eingeschränkten Betrieb der Kindertageseinrichtungen einzutreten.

Verordnungsrechtlich ist die Betreuung aller Kinder erlaubt. Was gilt es bei der Betreuung der Kinder aus Sicht des Infektionsschutzes zu beachten?

Aus Sicht des Infektionsschutzes ist es wichtig, dass bei einer Verbreitung des Coronavirus Infektionsketten nachvollzogen werden können. Daher soll die Betreuung der Kinder während des eingeschränkten Betriebs in den Gruppen erfolgen, in die die Kinder aufgenommen wurden. Die Gruppenzusammensetzung muss dabei konstant sein. Offene Gruppenkonzepte sowie gruppenübergreifende Früh- und Spätdienste sind nicht zulässig. Der Rahmen-Hygieneplan ist zu beachten.

Sollen Horte und Sonstige Tageseinrichtungen für Schulkinder ebenfalls wieder alle Kinder betreuen?

Ja, auch Horte und Sonstige Tageseinrichtungen für Schulkinder sollen ab dem 22.06.2020 wieder alle Kinder betreuen, die aufgenommen worden sind. Da in der Schule ein anderer Rahmen-Hygieneplan gilt als in Kindertageseinrichtungen, sollte hinsichtlich der Umsetzung eine Abstimmung zwischen dem Träger der Kindertageseinrichtung bzw. der Hortleitung und der Schulleitung erfolgen.

Welche zeitlichen Einschränkungen gibt es mit Blick auf den eingeschränkten Betrieb?

Die Betreuungszeit und der Betreuungsumfang sollen weitestgehend dem Regelbetrieb entsprechen. Einschränkungen können sich aus dem Umstand ergeben, dass offene Gruppenkonzepte derzeit aus Gründen des Hygieneschutzes untersagt sind und auch gruppenübergreifende Früh- und Spätdienste noch nicht regulär angeboten werden können, ggf. auch, weil aus Gründen des Arbeitsschutzes das Personal noch nicht wieder in vollem Umfang zur Verfügung steht.

Welche Einschränkungen gibt es im pädagogischen Alltag eines eingeschränkten Betriebs?

Wenn Personalengpässe aufgrund des Schutzes von Beschäftigten mit einem hohen Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf auftreten, kann es zu Einschränkungen des Betreuungsumfangs kommen.

Welche Personalstandards sind einzuhalten?

Aufgrund der Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 auf die Personalressourcen von Kindertageseinrichtungen sind die Vorgaben des Niedersächsischen Gesetzes über Tageseinrichtungen für Kinder (KiTaG) und der Verordnung über Mindestanforderungen an besondere Tageseinrichtungen für Kinder sowie über die Durchführung der Finanzhilfe (2. DVO-KiTaG) zur Qualifikation des erforderlichen Personals während des eingeschränkten Betriebs ausgesetzt.

Wie viele Fachkräfte sind für die Betreuung in einer Gruppe erforderlich?

Für die Betreuung einer Gruppe während des eingeschränkten Betriebs kann der Fachkraft-Kind-Schlüssel von den gesetzlichen Anforderungen abweichen.

Die Anwesenheit von zwei Kräften je Gruppe, in der überwiegend Kinder unter drei Jahren betreut werden, ist anzustreben. Auch wenn mehr als zehn Kinder im Alter von drei Jahren bis zur Einschulung betreut werden, sollten nach Möglichkeit zwei Kräfte eingesetzt werden. Eine der beiden Kräfte soll eine Qualifizierung gem. § 4 KiTaG aufweisen.

Kann ein Träger eine andere geeignete Person mit der Wahrung von Aufsichtspflichten betrauen?

Ja, einmalig je Gruppe kann der Träger einer Kindertageseinrichtung anstelle einer Fachkraft eine andere geeignete Person (zum Beispiel Bundesfreiwilligendienstleistende, Personen im Freiwilligen Sozialen Jahr, Eltern) mit der Wahrnehmung von Aufsichtspflichten betrauen. Voraussetzung ist, dass mindestens eine sozialpädagogische Fachkraft in der Gruppe zeitgleich tätig ist. Der Träger muss sich im Falle nicht ausreichend verfügbarer Fach- und Betreuungskräfte zudem vor dem Einsatz einer anderen geeigneten Person mit dem jeweils zuständigen örtlichen Träger der Jugendhilfe abstimmen. Hinweis: Der Einsatz ungelernter Kräfte ist eine Möglichkeit, die die Landesregierung in dieser Notlage zur Unterstützung der Kindertageseinrichtungen eröffnet hat. Der Einsatz ungelernter Kräfte ist aus pädagogischer Sicht selbstredend nicht gleichrangig zum Einsatz von Fachkräften. Daher sollte auf diese Möglichkeit nur dann zurückgegriffen werden, wenn das Betreuungsangebot anders nicht aufrechterhalten werden kann.

Wann ist eine andere Person insbesondere nicht geeignet für die Wahrnehmung von Aufsichtspflichten in Kindertageseinrichtungen?

Eine Person ist insbesondere dann nicht geeignet, wenn sie rechtskräftig wegen einer Straftat nach den §§ 171, 174 bis 174 c, 176 bis 180 a, 181 a, 182 bis 184 g, 184 i, 201 a Abs. 3, den §§ 225, 232, 232 a, 233, 233 a, 234, 235 oder 236 des Strafgesetzbuchs verurteilt worden ist. Der Träger der Kindertagesstätte soll sich vor dem ersten Einsatz der Person daher ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen lassen.

Was ist in Bezug auf Personalwechsel zu beachten?

Den Gruppen sollten feste Bezugspersonen zugeordnet, ein Personalwechsel zwischen den Gruppen sollte - soweit möglich - vermieden werden und Kräfte nach Möglichkeit nicht in mehreren Gruppen eingesetzt werden (nach Möglichkeit konstantes Personal). Dadurch erhöht sich die Nachvollziehbarkeit der Infektionsketten.

Bei einem Wechsel des Personals (auch in Vertretungssituationen) sind insbesondere ausreichende Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen zu veranlassen.

Ist die Neuaufnahme von Kindern zulässig?

Ja. Sofern genehmigte Plätze nicht belegt sind, ist die Neuaufnahme von Kindern zulässig.

Inwiefern sind Durchmischungen der Gruppen zulässig?

Durchmischungen von zeitgleich in einer Kindertageseinrichtung betriebenen Gruppen sind – genau wie offene Gruppenkonzepte – aufgrund des Infektionsschutzes nicht zulässig.

Ist der Wechsel von der Notbetreuung in den eingeschränkten Betrieb verordnungsrechtlich überhaupt erlaubt?

Ja. Er ist nicht nur erlaubt, sondern gewünscht. Durch den Wechsel von der Notbetreuung in den eingeschränkten Betrieb kommt es zu einem Wechsel der Gruppenkonstellationen. Denn die Betreuung soll ab dem 22.06.2020 wieder in der „alten Regelgruppe“ stattfinden. Damit endet die Betreuung in der Notgruppe und die Betreuung in der bisherigen Regelgruppe wird wieder aufgenommen. Rechtlich betrachtet steht auch das verordnungsrechtliche Durchmischungsverbot diesem Wechsel nicht entgegen. Denn mit diesem Wechsel geht keine Durchmischung von Gruppen einher. Vielmehr handelt es sich um zwei unterschiedliche Gruppen, in denen nacheinander – und nicht etwa gleichzeitig und durchmischt – Kinder betreut werden. Diese Wechsel sind verordnungsrechtlich zulässig.

Wie ist es mit dem Wechsel vom eingeschränkten Betrieb der Gruppen zum Ferienbetrieb während der Schulferien? Ist dieser Wechsel verordnungsrechtlich erlaubt?

Ja. Auch dieser Wechsel ist erlaubt, da die Betreuung in den „alten Regelgruppen“ dann endet und stattdessen die Betreuung in einer neu zusammengesetzten „Ferienbetreuungsgruppe“ aufgenommen wird.

Wie soll die Betreuung der Kinder erfolgen, wenn in der Kindertageseinrichtung regulär offene Gruppenkonzepte vorgesehen sind?

Jede Kindertageseinrichtung erhält eine Betriebserlaubnis nach § 45 SGB VIII. Die Betriebserlaubnis wird immer raumbezogen erteilt. Das bedeutet, dass im Rahmen der Betriebserlaubnis jeder Gruppe ein Gruppenraum fest zugeordnet ist, auch wenn in der Praxis offene Gruppenkonzepte durchgeführt werden. Die Gruppen sollen daher in dem jeweils für sie jeweils vorgesehenen Gruppenraum betreut werden.

Wenn in der Einrichtung nicht bekannt ist, welcher Raum für welche Gruppe genehmigt wurde, müsste der Träger dies ggf. anhand der Betriebserlaubnis (Grundriss) nachvollziehen und die Einrichtung entsprechend informieren.

Ist das Kindeswohl während des eingeschränkten Betriebs zu wahren?

Ja. Auch während des eingeschränkten Betriebs sind die Grundsätze zur Wahrung des Kindeswohls des Achten Buches Sozialgesetzbuch (SGB VIII) des KiTaG und der Durchführungsverordnungen handlungsleitend. Ereignisse oder Entwicklungen, die geeignet sind, das Wohl der Kinder und Jugendlichen zu beeinträchtigen, sind dem Landesjugendamt anzuzeigen.

Dürfen erkrankte Kinder in die Betreuung kommen?

Erkrankte Kinder dürfen nicht in den Einrichtungen betreut werden. Bei Kindern von Eltern, die nachweislich in ungeschütztem und direktem Kontakt mit Corona-infizierten Menschen waren, sollte ebenfalls keine Betreuung stattfinden. Die Betreuung kann allerdings dann normal durchgeführt werden, wenn – wie dies etwa regelmäßig bei einer Tätigkeit einer Erziehungsberechtigten oder eines Erziehungsberechtigten im Gesundheitsbereich der Fall ist – der Kontakt mit Corona-infizierten Menschen kontrolliert und unter Einsatz von Schutzkleidung stattfindet.

Wie groß darf die Gruppe maximal sein?

In Bezug auf die höchstens zulässige Zahl der in einer Gruppe während des eingeschränkten Betriebs betreuten Kinder sind die allgemeinen Vorgaben des KiTaG und der 1. DVO-KiTaG sowie im Einzelfall die im Rahmen der Betriebserlaubnis genehmigten Platzzahl einer Gruppe handlungsleitend. Bei der Wiederaufnahme der Kinder sollten von Beginn an alle Kinder einer Gruppe berücksichtigt werden. Sofern genehmigte Plätze nicht belegt sind, ist die Neuaufnahme von Kindern zulässig.

Welchen zeitlichen Umfang hat die Betreuung während des eingeschränkten Betriebs?

Der Betreuungsumfang des eingeschränkten Betriebs sollte dem Betreuungsumfang des Regelbetriebs entsprechen. Er kann aber im Rahmen des eingeschränkten Betriebs aufgrund von räumlichen, personellen und organisatorischen Kapazitäten der Einrichtung eingeschränkt werden.

Kann das Außengelände genutzt werden?

Ja. Die Nutzung des Außengeländes muss Anforderungen an den Infektionsschutz entsprechen und hat daher zeitlich getrennt je Gruppe zu erfolgen. Dies gilt nicht bei ausreichend großen Außenflächen, bei denen eindeutig abgrenzbare Spielbereiche für einzelne Gruppen geschaffen werden, die eine Durchmischung von zeitgleich in einer Kindertageseinrichtung betriebenen Gruppen wirksam unterbinden. Zugleich müssen die Spielbereiche derart eingegrenzt sein, dass zwischen den einzelnen Spielbereichen ein Korridor mit einer Breite von mindestens 1,5 Metern besteht.



Was ist in Bezug auf die Nutzung von Funktions- und Gemeinschaftsräumen zu beachten?

Die Nutzung von gruppenübergreifenden Räumlichkeiten, wie z. B. der Mehrzweck- oder Bewegungsraum, Flure oder Differenzierungsräume, können nur zeitlich getrennt von jeweils einer Gruppe genutzt werden. Hier sollte die Einrichtung einen abgestimmten Nutzungsplan erstellen, der sowohl den Mitarbeitenden als auch den Kindern eine ausreichende Orientierung gibt. Funktionsräume sollten zeitversetzt von den Kleingruppen genutzt und vor der jeweiligen Nutzung gut durchlüftet werden (Stoßlüftung).

Was ist in Bezug auf die Einnahme des Mittagessens zu beachten?

Sofern Gemeinschaftsräume/Mensen für das Mittagessen genutzt werden, gilt ebenfalls, dass sich die jeweiligen Gruppen mit den diesen Gruppen zugeordneten Mitarbeitenden getrennt voneinander dort aufhalten. Die Anzahl der Tische ist zu reduzieren und diese (in Gruppengröße) möglichst weit räumlich getrennt aufzustellen. Nach Möglichkeit sollten die Mahlzeiten in den Gruppenräumen eingenommen werden.

Wie sieht es mit den Schlafräumen aus?

In den Schlafräumen ist den Kindern ein fester Schlafplatz mit eigener Bettwäsche zuzuordnen. Entsprechend der vorhandenen Raumfläche sollte ein größtmöglicher Abstand zwischen den Schlafplätzen gewährleistet werden.

Was ist in Bezug auf den Wasch- und Sanitärbereich zu beachten?

Die individuellen Möglichkeiten des Wasch- und Sanitärbereiches stellen die Einrichtungen mit der Aufnahme aller Kinder vor besondere Herausforderungen. Mit den Kindern ist alters- und kindgerecht die Nutzung der Sanitärräume mit Hinweis auf die Einhaltung der Hygieneregeln einzuüben. Insbesondere in Einrichtungen, in denen der Sanitärbereich von mehreren Gruppen genutzt werden muss, sollte nach Möglichkeit eine zeitversetzte Nutzung – etwa beim Zähneputzen oder Händewaschen – erfolgen. Einzelne Sanitäreinrichtungen (Waschbecken; WC) sollten jeweils einer Gruppe zugeordnet werden.

Dürfen während der Betreuung Ausflüge gemacht werden?

Nach wie vor sind außerhalb der Gruppen in den Räumen der Einrichtung physische Kontakte zu anderen Menschen, die nicht zu den Angehörigen des eigenen Hausstandes gehören, auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Daher sind bei der Planung und Durchführung von Ausflügen soziale Kontakte außerhalb des Gruppengeschehens zu vermeiden. Das Aufsuchen belebter Orte ist nicht gestattet, Menschenansammlungen sollten gemieden werden. Es empfiehlt sich, Ausflüge in die Natur zu unternehmen. Waldtage oder eine Waldwoche sind ebenfalls möglich. Öffentlicher Nahverkehr sollte nach Möglichkeit nicht genutzt werden.

Dürfen Abschiedsfeste gefeiert werden?

Ja. Dabei ist aber folgendes zu beachten: (Abschluss-) Feiern sollten nach Möglichkeit im Freien und mit einer möglichst geringen Anzahl von Menschen durchgeführt werden. Von Abschiedsritualen, wie z.B. der Übernachtung in einer Kita, wird dringend abgeraten.

Werden die Kindertageseinrichtungen und die Kindertagespflegepersonen auf Schließtage im Sommer verzichten, um die bisherigen Betriebseinstellungen und Betriebseinschränkungen zu kompensieren?

Das Land hat diesbezüglich keine Weisungsbefugnis gegenüber den Trägern von Kindertageseinrichtungen und die Tagespflegepersonen. Allerdings ist § 22a SGB VIII zu beachten: Demnach besteht für die Träger der öffentlichen Jugendhilfe die Pflicht, auch während der Ferienzeiten für die Kinder, die nicht von den Erziehungsberechtigten betreut werden können, andere Betreuungsmöglichkeiten sicherzustellen.

Welche Schutzmaßnahmen sind für die in der Kindertageseinrichtung tätigen Fachkräfte zu treffen?

Prämisse bei allen Entscheidungen vor Ort muss es sein, etwaige Infektionsketten zu unterbrechen bzw. jedenfalls nachvollziehen zu können. Insofern ist insbesondere bei der Übergabe der Kinder (Bringen/Abholen) auf einen angemessenen Abstand zu den Eltern zu achten. Die erforderlichen Hygienebestimmungen/-vorschriften (insbesondere regelmäßiges intensives Händewaschen) müssen eingehalten werden und sollen auch mit den Kindern altersgerecht erörtert und geübt werden, um Kinder und Personal der Kindertageseinrichtung zu schützen. Schutzhandschuhe sind insbesondere im sanitären Bereich oder bei einer Wundversorgung zu nutzen. Auf den Rahmen-Hygieneplan des Landes wird verwiesen.

Kann derzeit in der Kindertageseinrichtung die Eingewöhnung eines Kindes erfolgen?

Ja, dies ist grundsätzlich möglich und muss abhängig von den Gegebenheiten vor Ort durch die Einrichtungsträger entschieden werden.

In der Eingewöhnung begleitet in der Regel eine Bezugsperson (Eltern) das Kind für mehrere Tage oder Wochen. Sofern die Hygieneregeln eingehalten werden können, steht einer Eingewöhnung eines Kindes nichts entgegen. Die Anwesenheit der Bezugsperson ist auf ein Mindestmaß zu beschränken. Die Erziehungsberechtigte oder der Erziehungsberechtigte soll während der Anwesenheit in der Eingewöhnungsphase eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.


INFORMATIONEN ZUM BEREICH KINDERTAGESPFLEGE

Können Tagespflegestellen und Großtagespflegestellen wieder Kinder in normalem Umfang betreuen?

Ja. Seit dem 11.05.2020 können Tagespflegepersonen – auch in Großtagespflegestellen – wieder regulär tätig werden. Der Rahmen-Hygieneplan des Landes sollte auch in der Kindertagespflege beachtet werden.

Dürfen Tagespflegegruppen öffentliche Spielplätze besuchen?

Ja. Tagespflegepersonen können seit dem 25.05.2020 mit den von ihnen betreuten Kindern Spielplätze besuchen. Das gilt auch, wenn die Kinder aus unterschiedlichen Haushalten kommen.

Kann derzeit in der Tagespflegestelle die Eingewöhnung eines Kindes erfolgen?

Ja, dies ist grundsätzlich möglich und muss abhängig von den Gegebenheiten vor Ort durch die Tagespflegeperson entschieden werden.

In der Eingewöhnung begleitet in der Regel eine Bezugsperson (Eltern) das Kind für mehrere Tage oder Wochen. Sofern die Hygieneregeln eingehalten werden können, steht einer Eingewöhnung eines Kindes nichts entgegen. Die Anwesenheit der Bezugsperson ist auf ein Mindestmaß zu beschränken. Die Erziehungsberechtigte oder der Erziehungsberechtigte soll während der Anwesenheit in der Eingewöhnungsphase eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Werden die Mittel nach RKTP auch dann gezahlt, wenn Tagespflegepersonen aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 nicht an fachlichen Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen konnten?

Die Zuwendungsvoraussetzung nach Ziff. 4.2.2 RKTP, wonach Tagespflegepersonen in einem

Kindergartenjahr mindestens 24 Unterrichtsstunden an fachlichen Fortbildungsveranstaltungen

teilnehmen müssen, gilt auch dann als erfüllt, wenn der Zuwendungsempfänger glaubhaft begründet, dass die betroffenen Tagespflegepersonen in seinem Zuständigkeitsbereich infolge der Corona-Pandemie und der daraufhin ergangenen Maßnahmen gemäß § 33 IfSG sowie auch nach Wiederaufnahme eines aufgrund von Hygieneanforderungen noch eingeschränkten Regelbetriebs von Bildungseinrichtungen nicht wie geplant an fachlichen Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen konnten und diese Teilnahme bis zum Ende des Kindergartenjahres 2019/2020 nicht mehr erfolgen kann.

Werden die Mittel nach RKTP nach dem 11.5. weitergezahlt, wenn Tagespflegepersonen ab diesem Datum (weiterhin) keine Betreuungsstunden leisten?

Nein. Für eine Finanzierung von Kindertagespflegepersonen, die keine Betreuung anbieten, entfällt ab dem 11.05.2020 die Rechtsgrundlage. Die Landesregierung hat aufgrund der niedrigen Zahlen von Neuinfektionen entschieden, dass die Aufnahme des Regelbetriebs für Kindertagespflege möglich ist. Es obliegt nun den Tagespflegepersonen, Hygienemaßnahmen zu ergreifen, sich gegen Infektionskrankheiten entsprechend zu schützen und Vorkehrungen gegen eine Minimierung der Risiken zu treffen. Die Risiken einer Infektion werden derzeit für Niedersachsen so gering eingeschätzt, dass der Betrieb nicht mehr länger untersagt werden muss. Damit können alle Tagespflegepersonen grundsätzlich tätig werden


INFORMATIONEN FÜR TRÄGER DER EINRICHTUNGEN

Müssen die vorgegebenen Hygienevorschriften auch in Waldkindergärten umgesetzt werden?

Ja. Auch für die Waldkindergärten gelten die vorgegebenen Hygienevorschriften.

Gibt es eine Covid-19-Teststrategie von Seiten des Landes?

Das Land hat eine Covid-19-Teststrategie aufgelegt und diese um Präventivtests für Beschäftigte in den Kindertageseinrichtungen erweitert. In Landkreisen oder kreisfreien Städten, in denen die Zahl von 35 Fällen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern in einem Zeitraum von sieben Tagen überschritten wird, werden den Beschäftigten in den Kindertageseinrichtungen präventive Tests auf Covid-19 angeboten. Weitere Informationen können über die örtlichen Gesundheitsämter erfragt werden.

Welche Personen gehören zu Risikogruppen und sollten deshalb nach Möglichkeit nicht mit Aufgaben in der Kindertageseinrichtung /in Kindertagespflegestellen betraut werden?

Laut RKI zählen folgende Personen zu den besonders gefährdeten Gruppen, bei denen nach einer Infektion mit dem SARS-CoV-2 ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe der Erkrankung besteht (mit stetig steigendem Risiko ab dem 50. Lebensjahr):

Personen mit bestimmten Vorerkrankungen

  • des Herz-Kreislauf-Systems,
  • der Lunge (z.B. chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)),
  • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen,
  • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit),
  • Patienten mit einer Krebserkrankung,
  • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z.B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Cortison).

Welche Schutzmaßnahmen sind für die in der Kindertageseinrichtung tätigen Fachkräfte zu treffen?

Die erforderlichen Hygienebestimmungen/-vorschriften (insbesondere regelmäßiges intensives Händewaschen) müssen eingehalten werden und sollen auch mit den Kindern altersgerecht erörtert und geübt werden, um Kinder und Personal der Kindertageseinrichtung zu schützen. Schutzhandschuhe sind insbesondere im sanitären Bereich oder bei einer erforderlichen Wundversorgung zu nutzen. Sollten in einer Einrichtung mehrere Gruppen betreut werden, so ist auf eine angemessene Distanz der Kinder der verschiedenen Gruppen zu achten. Die Nutzung des Außengeländes sowie die Einnahme von Mahlzeiten erfolgt getrennt je Gruppe. In der Kindertageseinrichtung sollen nach Gruppen getrennte zeitliche Regelungen für die Bring- und Abholphasen vereinbart werden.

Erkrankte Kinder dürfen nicht betreut werden. Bei Kindern von Eltern, die nachweislich in ungeschütztem und direktem Kontakt mit Corona infizierten Menschen waren, sollte ebenfalls keine Betreuung stattfinden. Die Betreuung kann allerdings dann normal durchgeführt werden, wenn – wie dies etwa regelmäßig bei einer Tätigkeit einer Erziehungsberechtigten oder eines Erziehungsberechtigten im Gesundheitsbereich der Fall ist – der Kontakt mit Corona infizierten Menschen kontrolliert und unter Einsatz von Schutzkleidung stattfindet.

Besteht eine Verpflichtung zum Tragen eines Mundschutzes für die Kinder und die Fachkräfte?

Nein, es besteht keine grundsätzliche infektionsschutzrechtliche Verpflichtung zum Tragen eines Mundschutzes. Bei der Entscheidung über das Tragen eines Mundschutzes ist auch zu berücksichtigen, dass kleine Kinder den direkten Kontakt mit den Fachkräften benötigen und häufig auch auf die Wahrnehmung der Mimik und des Ausdrucks der Fachkräfte angewiesen sind, um eine vertrauensvolle Beziehung herzustellen und Gesprochenes einordnen und verarbeiten zu können. Es kann aber aus Gründen des Arbeitsschutzes weitergehende Pflichten für Fachkräfte geben. So kann etwa das Tragen eines Visieres oder aber einer Mund-Nasen-Bedeckung erforderlich sein.

Wird die Finanzhilfe während des eingeschränkten Betriebs weitergezahlt?

Ja. Für genehmigte Kindertagesstätten wird die Finanzhilfe nach den §§ 16 ff. KiTaG weitergezahlt, sofern der Einrichtungsbetrieb nur vorübergehend wegen der Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus eingeschränkt werden muss. Allerdings wird der Bezug von Kurzarbeitergeld für volle Kalendermonate für finanzhilfefähiges Personal in Kindertagesstätten bei der Abrechnung der Finanzhilfe für das Kindergartenjahr 2019/2020 in Abzug gebracht.“

Wird Finanzhilfe für andere geeignete Personen gewährt, die anstelle einer Fachkraft während des eingeschränkten Betriebs Aufsichtspflichten wahrnehmen?

Nein. Für Personen, die nicht in § 4 genannt sind, kann keine Finanzhilfe gewährt werden. Das Land wird aber weiterhin Finanzhilfe nach §§ 16 ff. KiTaG für die in § 4 vorgesehenen Kräfte gewähren, auch wenn die Kraft tatsächlich krankheitsbedingt ausfallen sollte.

Können Sprachheilkindergärten und Heilpädagogische Kindergärten wieder Kinder in normalem Umfang betreuen?

Ja. Seit dem 11.05.2020 können Sprachheilkindergärten und Heilpädagogische Kindergärten wieder regulär öffnen. Von der verordnungsrechtlichen Einschränkung des Betriebs sind Gruppen ausgenommen, in denen sich ausschließlich Kinder befinden, denen Hilfe nach dem Neunten Buch des Sozialgesetzbuches gewährt wird. Der Rahmen-Hygieneplan des Landes sollte auch in diesen Gruppen beachtet werden. Für die betreuten Kinder gilt: Kindern, die unter einer oder mehreren der im Rahmen-Hygieneplan genannten Vorerkrankungen leiden, wird empfohlen, zuhause zu bleiben.


Den neuen Rahmenhygieneplan für Kita ab 22. Juni 2020 finden Sie hier .

Weitere Informationen und Antworten finden Sie hier und hier

Hilfe bei Verdacht auf Kindesmissbrauch gibt es hier

Informationen zum Rahmenhygieneplan für Kindertageseinrichtungen finden Sie hier

https://www.mk.niedersachsen.de/download/134408
Ministerbrief zur Kita-Öffnung am 22. Juni

Am 22. Juni gehen die Kindertageseinrichtungen in die nächste Phase der Öffnung. Geplant ist ein "eingeschränkter Betrieb", erklärt Kultusminister Grant Hendrik Tonne in seinem Brief an die Träger und Einrichtungen.

 Ministerbrief zur Kita-Öffnung am 22. Juni
(PDF, 0,14 MB)

Leitlinien zur Kita-Öffnung ab 22. Juni mit eingeschränktem Betrieb

Am 22. Juni gehen die Kindertageseinrichtungen in Niedersachsen in eine neue Phase der Öffnung. Geplant ist ein "eingeschränkter Betrieb". Für die Umsetzung gibt das Kultusministerium den Trägern und Einrichtungen umfassende Leitlinen mit an die Hand.

 Leitlinien zur Kita-Öffnung ab 22. Juni mit eingeschränktem Betrieb
(PDF, 0,24 MB)

Der NEUE Rahmenhygieneplan Kita ab 22. Juni 2020

Ab 22. Juni 2020 gilt ein überarbeiteter Rahmenhygieneplan für Kindertageseinrichtungen in Niedersachsen. Er begleitet die Öffnung der Einrichtungen zum eingeschränkten Regelbetrieb.

 Rahmenhygieneplan Kita ab 22. Juni 2020
(PDF, 0,33 MB)

Rahmenhygieneplan Kindertageseinrichtungen ab 7. Mai 2020

Alle Kindertageseinrichtungen verfügen nach § 36 i. V. m. § 33 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) über einen Hygieneplan, in dem die wichtigsten Eckpunkte nach dem IfSG geregelt sind, um durch ein hygienisches Umfeld zur Gesundheit der Kinder, Mitarbeitenden und Eltern beizutragen.

 Rahmenhygieneplan für Kindertageseinrichtungen ab 7. Mai 2020 (bis 21. Juni)
(PDF, 0,33 MB)

Artikel-Informationen

16.03.2020

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