Nds. Kultusministerium Niedersachen klar Logo

Zusammenarbeit Kindergarten und Grundschule

Kinder sind kompetente Lernende und wollen sich ihre Lebenswelt erschließen. Die Bildungswege von Kindern sollten dabei ohne institutionelle Brüche verlaufen. Es ist daher wichtig, dass die Kindertagesstätte und die Grundschule zusammenarbeiten und die Eltern der Kinder einbinden. Grundlage dafür ist ein gemeinsames Bildungsverständnis und eine zwischen Kindertagesstätte und Grundschule abgestimmte Gestaltung von anschlussfähigen Bildungsprozessen im Übergang vom Elementar- in den Primarbereich.

Kindertagesstätten

Im Niedersächsischen Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder (KiTaG) in der Fassung vom 22.06.2018 (Nds. GVBL. S. 124) ist der Auftrag zur Zusammenarbeit mit der Grundschule formuliert. Dort heißt es in § 3 Abs. 6 S. 1: „Die Tageseinrichtung soll mit solchen Einrichtungen ihres Einzugsbereichs, insbesondere mit den Schulen des Primarbereichs, zusammenarbeiten, deren Tätigkeit im Zusammenhang mit dem Bildungs- und Erziehungsauftrag der Tageseinrichtung steht.“ Im Orientierungsplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich niedersächsischer Tageseinrichtungen für Kinder wird in Kapitel 3 das Thema „Zusammenarbeit von Tageseinrichtung und Grundschule“ konkreter ausgeführt.

Grundschulen

Die Grundschule hat die Aufgabe, an die Bildungs- und Erziehungsarbeit der Kindertageseinrichtungen anzuknüpfen und den in § 2 Niedersächsisches Schulgesetz (NSchG) vorgegebenen Bildungs- und Erziehungsauftrag in pädagogisch angemessener Weise in einem für alle Kinder gemeinsamen Bildungsgang zu erfüllen. Die Zusammenarbeit von Tageseinrichtung für Kinder und Grundschule ist gesetzlicher Auftrag. Im NSchG, § 6 Abs. 1 Satz 4, heißt es hierzu: „Die Grundschule arbeitet mit den Erziehungsberechtigten, dem Kindergarten und den weiterführenden Schulen zusammen“.

Im Grundsatzerlass „Die Arbeit in der Grundschule“ vom 01.08.2012, Schulverwaltungsblatt (SVBl.) Nr. 8, S. 404, zuletzt geändert durch Runderlass (RdErl.) vom 01.09.2018 (SVBl. Nr. 9, S. 488) wird in der Nr. 3 die Zusammenarbeit mit den Tageseinrichtungen für Kinder im Einzelnen aufgeführt.

Richtlinie BRÜCKE

Mit der am 26.09.2018 im Niedersächsischen Ministerialblattes (Nds. MBl.) Nr. 33/2018 veröffentlichten Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung durchgängiger Bildungswege und Unterstützung kindlicher Entwicklungsprozesse in Kindergarten und Grundschule (Richtlinie BRÜCKE) fördert die Landesregierung Vorhaben zur Unterstützung und Begleitung des Übergangs von der Kindertagesbetreuung in die Grundschule unter Berücksichtigung der individuellen Lern- und Entwicklungsvoraussetzungen von Kindern. Zuwendungsempfänger - und somit antragsberechtigt - sind die örtlichen Träger der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe (Jugendämter), Trägerverbände sowie Träger von Kindertageseinrichtungen.

Nähere Informationen zur Antragstellung bietet die Niedersächsische Landesschulbehörde (NLSchB) hier: https://www.landesschulbehoerde-niedersachsen.de/themen/fruehkindliche-bildung/richtlinie-bruecke

Konsultationsverbünde Kita und Grundschule

Seit 2016 bieten Standorte (auch ehemalige Modellstandorte) aus Kita und Grundschule als Konsultationsverbund „Kita und Grundschule“ für Kita-Fachkräfte und Grundschullehrkräfte Fortbildungen zu ihrer gemeinsam erprobten Bildungspraxis an. Zu den ersten Konsultationsverbünden „Kita und Grundschule“ zählen fünf der ehemaligen acht Modellstandorte „Kita und Grundschule unter einem Dach“.

Hier finden Sie die Kontaktliste aktueller Konsultationsverbünde „Kita und Grundschule“.

Modellvorhaben „Kita und Grundschule unter einem Dach“ (abgeschlossen Mitte 2015)

Bildung für Kinder von 0 bis 10 Jahren soll in Niedersachsen kindgerecht, flexibel und ohne institutionelle Brüche - also „unter einem Dach" gestaltet werden. Grundlage dafür ist eine enge Verzahnung der pädagogischen Arbeit in Kindertagesstätten und Grundschulen. Wie dies konkret aussehen kann, wurde 2012 - 2015 an landesweit acht Modellstandorten erarbeitet. In diesem Sinne hat das Modellvorhaben „Kita und Grundschule unter einem Dach" die bildungspolitische Initiative des „Brückenjahrs" (s. u.) fortgesetzt.

Im Verbund von Kitas und Grundschulen haben sich die Modellstandorte auf den Weg gemacht, ein gemeinsames Bildungsverständnis sowie gemeinsame Handlungskonzepte in zentralen Querschnittsbereichen wie Sprachbildung, Kooperation mit Eltern und Beobachten und Dokumentieren von Bildungsprozessen zu entwickeln. Zusätzlich erarbeitete jeder Standort methodisch-didaktische Grundlagen zu einem gewählten Bildungsschwerpunkt wie beispielsweise naturwissenschaftliche und mathematische Bildung, ästhetische Bildung oder Bildung im Bereich Körper, Gesundheit und Bewegung. Weitere Informationen finden Sie im Projektbericht und in den Expertisen:

  • Claudia Schomaker: Zur Auseinandersetzung mit Sachen im Übergang vom Elementar- in den Primarbereich Gestaltung durchgängiger Bildungsprozesse für Kinder von 0-10 Jahren; 2015
  • Prof. Dr. Ursula Carle & Dr. Heinz Metzen: Gute Lernaufgaben für anschlussfähige Bildungsprozesse; 2013
  • Prof. Dr. Ursula Carle / Dr. Heinz Metzen: Sprachbildung und Sprachförderung als Querschnittsaufgabe, 2014
  • Prof. Dr. Ulrike Graf: "Das Kinder in seiner Weltbegegnung- Würdigung der individuellen entwicklungsbezogenen Leistung unter gleichwertiger Beachtung des Sachanspruchs", 16.05.2013

Projekt Brückenjahr (abgeschlossen Mitte 2011)

In Niedersachsen wurde ab dem Schuljahr 2007/2008 für die Dauer von insgesamt vier Jahren im Rahmen des Modellvorhabens „Brückenjahr" in über 570 Modellprojekten erprobt, wie Fachkräfte aus Kindergarten und Grundschule die Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung („Brückenjahr") gemeinsam auf den Übergang in die Grundschule vorbereiten und ihnen die für den Schulstart notwendigen Kompetenzen vermitteln können. Ein Drittel aller Grundschulen und ein Viertel aller Kindertageseinrichtungen in Niedersachsen haben sich an diesen Modellprojekten beteiligt.

Insgesamt 48 Beratungsteams aus jeweils einer sozialpädagogischen Fachkraft und einer Grundschullehrkraft haben diese Verzahnung der spezifischen Bildungsansätze in Kindergarten und Grundschule begleitet, Qualifizierungsmaßnahmen organisiert und die für den Prozess der Verzahnung relevanten Akteure vor Ort zusammengebracht. Die Modellprojekte wurden 2011 beendet. Die Beratungs- und Qualifizierungsstrukturen wurden auf der Grundlage der bisherigen Richtlinie bis Mitte 2013 fortgeführt.





zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln