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Wissenschaftliche Begleitung

Die Einführung der inklusiven Schule in Niedersachsen wurde im Zeitraum 2015-2017 durch das Forschungsprojekt „Inklusive schulische Bildung in Niedersachsen“, das im Auftrag des Kultusministeriums durch das Institut für Sonderpädagogik der Leibniz Universität Hannover durchgeführt wurde, wissenschaftlich begleitet. Verantwortlich durchgeführt wurde das Projekt von Herrn Prof. Dr. Rolf Werning und Frau Prof. Dr. Katja Mackowiak, beide vom Institut für Sonderpädagogik der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover.

Im Rahmen des Forschungsprojekts wurden Daten zum Stand der inklusiven schulischen Bildung in Niedersachsen erhoben sowie die Wirksamkeit der sonderpädagogischen Grundversorgung in Grundschulen untersucht. Aus den Ergebnissen können Erkenntnisse für die weitere Optimierung der inklusiven Schule abgeleitet werden.

Im Jahr 2016 wurde ein Zwischenbericht zur wissenschaftlichen Begleitung vorgelegt (weitere Informationen hier). Die Abschlussveranstaltung fand am 27.11.2017 statt, der Abschlussbericht wurde im Januar 2018 vorgelegt.

Die Einführung der inklusiven Schule trifft bei Schulleitungen, Regel- und Förderschulkräften an niedersächsischen Grundschulen auf eine große Akzeptanz. Besonders groß ist die Zustimmung bei den Schulleiterinnen und Schulleitern. Damit Inklusion gelingen kann, so ein weiteres Ergebnis der Untersuchungen, ist es wichtig, kooperative Strukturen aufzubauen. In Schulen, in denen sich die Lehrkräfte in derartige Strukturen eingebunden fühlen, gelingt die Umsetzung der Inklusion besser. Ein gutes Zusammenwirken und ein regelmäßiger Austausch von Klassenlehrkräften und sonderpädagogischen Fachkräften ist eine wichtige Gelingensbedingung für die Inklusion. Von Bedeutung ist auch das Engagement der Schulleitung: Unterstützt die Schulleitung den Ausbau kooperativer Strukturen und vertritt sie ein klares Konzept von Inklusion, gibt sie eine wichtige Orientierung für die erfolgreiche Umsetzung an der jeweiligen Schule.

Das Forschungsteam leitet aus den Untersuchungen einige Empfehlungen für die Weiterentwicklung der inklusiven Schule ab:

Aufgrund der Schlüsselfunktion der Schulleitung sollte diese durch Fortbildungen und Unterstützung in dieser Rolle gestärkt werden. Dies kann maßgeblich dazu beitragen, dass tragfähige Kommunikations- und Kooperationsstrukturen wie auch inklusionsförderliche Kulturen, Strukturen und Praktiken etabliert werden können.

  • Hinsichtlich der Kooperation von Professionellen zeigen die Befunde dieser Studie einen deutlichen Entwicklungsbedarf. Eine gemeinsame Verantwortung war selten vorhanden, gemeinsam erteilter Unterricht konnte ebenfalls nur selten beobachtet werden. Moniert wurde von den Lehrkräften eine zu geringe personelle Ressourcenzuweisung, die als Ursache für die mangelnde Umsetzung angesehen wurde. Eine Etablierung von Unterrichtsteams war nicht vorhanden und sollte – auch unter Einbeziehung von pädagogischen Fachkräften – nachhaltig unterstützt werden.
  • Weiterer Entwicklungsbedarf besteht im Bereich der Unterrichtsentwicklung hinsichtlich der adaptiven Lernunterstützung. Verwiesen wird auf die herausgehobene Bedeutung der Anpassung der Schwierigkeit der Aufgaben an die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler in inklusiven Lerngruppen. Es wird empfohlen, Qualitätsnetzwerke für inklusive Unterrichtsentwicklung zu etablieren, um sich auch über die eigene Schule hinaus mit Kolleginnen und Kollegen zu bestimmten Themen austauschen zu können.
  • Die Befunde dieser Studie zeigen eine positive Bewertung einer systemischen Ressourcenzuweisung auf. Diese sollte jedoch die unterschiedlichen Anforderungsprofile der Schulen berücksichtigen. Schulen mit hohem Anforderungsprofil würden mehr personelle und sächliche Unterstützung brauchen als Schulen, an denen diese besonderen Anforderungen seltener zu finden sind.
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