Nds. Kultusministerium klar

Bund, Land und Bundesagentur für Arbeit stärken gemeinsam die Berufliche Orientierung niedersächsischer Schülerinnen und Schüler +++ Willamowius: Land will Berufliche Orientierung an allen Schulformen stärken und ausbauen


Dass Berufliche Orientierung deutlich mehr ist als die Beschäftigung mit der Frage „Was will ich einmal werden?", erfuhren am (heutigen) Freitag die Schülerinnen und Schüler des 9. Schuljahrgangs am Hölty-Gymnasium in Wunstorf. Sie durchliefen das computergestützte Kompetenzfeststellungsverfahren „Profil-AC-Niedersachsen". Die Auseinandersetzung mit den eigenen Kompetenzen kann für die Jugendlichen ein wichtiger Baustein in ihrer Beruflichen Orientierung sein. Bei der Testung ließen sich die Schülerinnen und Schüler von prominenten Gästen über die Schulter blicken: Die Staatssekretärin im Niedersächsischen Kultusministerium, Gaby Willamowius, die Abteilungsleiterin für Berufliche Bildung und Lebenslanges Lernen im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Kornelia Haugg, und Klaus Oks, Mitglied der Geschäftsführung der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit (BA), waren nach Wunstorf gekommen, um sich über die Aktivitäten des Hölty-Gymnasiums im Bereich der Beruflichen Orientierung zu informieren und zugleich die Bund-Land-Vereinbarung zur Durchführung der Initiative „Abschluss und Anschluss - Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss" vorzustellen. Die Kompetenzanalyse ist für die allgemein bildenden Schulen ein wesentlicher Bestandteil der Bund-Land-Vereinbarung.

Ziel der Vereinbarung ist es, die verschiedenen Instrumente und Angebote zur Beruflichen Orientierung und zum Übergang von der Schule in eine Ausbildung oder in ein Studium auf lokaler, regionaler, Landes- und Bundesebene aufeinander zu beziehen und miteinander abzustimmen. Dadurch soll den Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Niedersachsen ein möglichst nahtloser Übergang von der Schule in eine Ausbildung oder ein Studium ermöglicht und die Zahl der Jugendlichen, die eine Ausbildung erfolgreich abschließen, erhöht werden.

Staatssekretärin Willamowius: „Wir wollen unsere Jugendlichen dabei unterstützen, eine gute, weil fundierte Entscheidung über ihre berufliche Zukunft zu treffen. Deshalb ist es das Ziel der Landesregierung, die Berufliche Orientierung an allen Schulformen zu stärken und auszubauen. Die Bund-Land-Vereinbarung ist ein wichtiges Element auf diesem Weg. Ich begrüße es daher sehr, dass Bund, Land und Bundesagentur für Arbeit zukünftig ihre Angebote eng verzahnen und gemeinsam die Berufliche Orientierung und die Maßnahmen am Übergang von der Schule in eine Ausbildung oder ein Studium in den Fokus nehmen."

Abteilungsleiterin Haugg: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit der nun vorliegenden Vereinbarung von Bund, BA und dem Land Niedersachsen noch stärker und besser gemeinsam daran arbeiten können, Jugendliche am Übergang von der Schule in den Beruf bestmöglich zu unterstützen. Unser gemeinsames Ziel ist es, dass jeder Jugendliche möglichst nach seinen Interessen und Fähigkeiten seinen eigenen beruflichen Weg findet und gestaltet. Die Kompetenzanalyse ist ein erster und wesentlicher Baustein für alle Jugendlichen, um die eigenen Stärken zu entdecken und damit eine Grundlage für eine Reflexion zu haben. „Was kann, was will, wohin will ich in meinem Leben?"."

Geschäftsführer Oks: „Eine abgeschlossene Berufsausbildung legt den Grundstein für einen guten Berufseinstieg und schützt vor Arbeitslosigkeit. Leider brechen immer noch zu viele Jugendliche ihre Ausbildung ab - im Betrieb, aber auch an den Hochschulen, wenn Erwartungen und Realität nicht zusammenpassen. Ich bin deshalb sehr froh, dass in Niedersachsen alle relevanten Akteure noch stärker zusammenrücken, damit junge Menschen besser auf die Berufswahl vorbereitet werden und diejenigen Schülerinnen und Schüler, die mehr Unterstützung benötigen, diese auch frühzeitig bekommen."

Die Bund-Land-Vereinbarung enthält Instrumente und Angebote an allgemein bildenden wie berufsbildenden Schulen aller Vereinbarungspartner. Im Bereich der berufsbildenden Schulen zeigt zum Beispiel das vom BMBF geförderte Projekt „Begleitete Berufsorientierung für jugendliche Flüchtlinge", wie die Förderinstrumente von Bund, Land und Bundesagentur für Arbeit sinnvoll miteinander verzahnt werden können. Der sprach- und kultursensible Kompetenzcheck komPASS3, der Einsatz von regionalen Prozessbegleiterinnen und Prozessbegleitern sowie das betriebliche Praktikum im Rahmen der von der BA geförderten Einstiegsqualifizierung haben dazu beigetragen, dass im aktuellen Ausbildungsjahr rund die Hälfte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Sprach- und Integrationsprojekts SPRINT-Dual erfolgreich in eine Ausbildung vermittelt werden konnten. An einzelnen Standorten haben sogar alle teilnehmenden Jugendlichen mit Fluchtgeschichte eine Ausbildung aufnehmen können.

Das BMBF unterstützt im Rahmen der Laufzeit dieser Vereinbarung auf der Basis des Landeskonzeptes Maßnahmen in Höhe von rund 29 Mio. €. Dies sind insbesondere die Einführung der Kompetenzanalyse an allen Schulformen, die Durchführung des landesspezifischen Berufsorientierungsprogramms und die begleitete Berufsorientierung für junge Flüchtlinge.

Die Bund-Land-Vereinbarung „Bildungsketten" gilt bis Ende 2020. Der Vereinbarungstext ist online verfügbar unter:

www.bildungsketten.de/vereinbarung-niedersachsen

 
Vorstellung der Bund-Land-Vereinbarung in Wunstorf
Artikel-Informationen

09.03.2018

Ansprechpartner/in:
Tanja Meister

Nds. Kultusministerium
Stellvertretende Pressesprecherin
Schiffgraben 12
30159 Hannover
Tel: 0511 120 7145

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