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Schulinspektion Niedersachsen nimmt in Bad Iburg ihre Arbeit auf

Busemann: „Partnerschaftliche Unterstützung der Schulen auf Augenhöhe“


Heute nimmt die Schulinspektion Niedersachsen offiziell ihre Arbeit auf. In einem Turnus von drei bis vier Jahren sollen künftig alle Schulen des Landes regelmäßig Besuch von Schulinspektoren bekommen. Niedersachsen ist das erste Bundesland, das eine solche Behörde einrichtet und die Schulinspektion institutionalisiert", erklärte der Niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann heute in Bad Iburg. Am dortigen Schloss brachte er eigenhändig das Behördenschild an. Damit gab er das Signal zum Arbeitsbeginn der neuen Einrichtung. Vorausgegangen war eine Erprobungsphase, in der mit sehr positiven Rückmeldungen bisher über 30 Schulen inspiziert wurden.

Die Schulinspektion, in den Medien auch häufig als "Schul-TÜV" bezeichnet, ist ein Unterstützungsangebot an die Schulen zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität ihrer Arbeit. "Den Schulen wird neben der internen Qualitätsentwicklung dadurch von außen der Spiegel vorgehalten. Sie können ihre Stärken und Schwächen erkennen und daran arbeiten. Angeschaut wird das System Schule insgesamt, vom Keller bis zum Dachboden und von den Hausmeistern bis zur Schulleitung", erläutert Busemann.

So läuft eine Schulinspektion ab:

Mit einer Vorlaufzeit von bis zu drei Monaten kündigt das Inspektorenteam die Inspektion an. Zuvor werden bereits die verfügbaren Daten zur Schule erhoben, z. B. die Ergebnisse bei landesweiten Vergleichstests, die Quote der Wiederholer und der erfolgreichen Abschlussprüfungen, das Schulprogramm, Veröffentlichungen zu dieser Schule usw. Der Leiter des Inspektionsteams soll aus der Schulform kommen, die inspiziert wird; also wird ein Gymnasium von jemandem mit Gymnasialerfahrung, eine Realschule von jemandem, der aus der Realschule kommt und eine Hauptschule von jemandem mit Hauptschulerfahrungen inspiziert. "Die Inspektion soll partnerschaftlich auf Augenhöhe erfolgen", stellt Busemann fest.

Zur Inspektion gehört ein Rundgang durch das Gebäude, um den baulichen Zustand und die Ausstattung der Schule z.B. im naturwis-senschaftlichen Bereich anzuschauen. Auch das Schulgelände und die Umgebung der Schule, z.B. die Lage in einem gutbürgerlichen Wohngebiet, in einem sozialen Brennpunkt oder auch an einer viel befahrenen Straße sollen berücksichtigt werden.

Während der Inspektion wird so viel Unterricht wie möglich angeschaut, mindestens aber 50 Prozent der Lehrkräfte, um einen Eindruck von der Unterrichtsqualität der Schule zu erhalten. Für jeweils gut 20 Minuten gehen die Inspektoren in eine Unterrichtsstunde. "Davor muss niemand Angst haben. Denn überprüft wird nicht die einzelne Lehrkraft, sondern die Unterrichtsqualität des Systems Schule insgesamt", macht Busemann deutlich. Auch wird, anders als bei den Unterrichtsbesichtigungen von Referendaren, zum Zweiten Staatsexamen oder für die Beurteilungen vor einer Beförderung, keine schriftliche Ausarbeitung verlangt.

Das Inspektionsteam führt Gespräche mit Eltern, Schülern und Lehrkräften, um u.a. auch zum Lernklima und zur Atmosphäre in der Schule Informationen zu gewinnen. Am Ende steht ein Abschlussgespräch, bei dem erste Ergebnisse mitgeteilt werden. Die Schulleitung kann sich unmittelbar dazu äußern. Später kommt dann ein schriftlicher Inspektionsbericht, der Stärken und Schwächen der Schule im Detail benennt.

Verantwortlich für die ggf. nachfolgenden Verbesserungsmaßnahmen ist die Schulleiterin bzw. der Schulleiter. Der Schulinspektionsbericht soll nicht vertraulich sein. Er soll neben der Schulaufsicht über die Schulleitung allen an Schule Beteiligten, Eltern, Schülern, Lehrkräften, Schulträgern und Schulaufsicht, vollständig übermittelt werden. In der Erprobungsphase haben einige der inspizierten Schulen ihren Bericht auch von sich aus auf ihren Internetseiten veröffentlicht. "Die Schulinspektion bezweckt jedoch kein öffentliches Ranking oder gar eine Hitparade der Schulen. Denn es bringt Eltern, die zum Beispiel in Goslar im Harz leben, nichts, wenn sie dann wissen, dass etwa eine Realschule in Emden an der Nordsee besser ist als eine andere Realschule in ihrem Wohnort", hebt Busemann hervor.

Der Sitz der Niedersächsischen Schulinspektion ist Bad Iburg, in den Räumlichkeiten des Schlosses Bad Iburg. "Die Schulinspektorinnen und Schulinspektoren werden aus allen Teilen des Landes Niedersachsen kommen und grundsätzlich zur Inspektion der Schulen wohnortnah eingesetzt werden können. Dazu werden für ca. 50 dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teils mobile Telearbeitsplätze eingerichtet. Diese Schulinspektoren werden zu gemeinsamen Besprechungen nur gelegentlich nach Bad Iburg reisen müssen", so Busemann. Am Sitz der Behörde in Bad Iburg selbst sollen die Führungskräfte, ein Teil der Inspektoren, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit der Vor- und Nachbereitung von Schulinspektionen beschäftigt sind, sowie das Personal für übergreifende Fachaufgaben und für Querschnittsaufgaben eingesetzt werden. Die Raumbedarfsplanung geht dafür von ca. 70 Personen aus, die ihren ständigen Dienstort am Sitz der Behörde in Bad Iburg haben.

Presseinformationen
Artikel-Informationen

01.03.2010

Ansprechpartner/in:
Stefan Muhle

Nds. Kultusministerium
Pressesprecher
Schiffgraben 12
30159 Hannover
Tel: 0511 / 120 7145
Fax: 0511 / 120 7451

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