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Kultusminister warnt vor unangebrachter Lehrerschelte

Busemann: „Schule und Lehrkräfte sind offen für Reformen und brauchen Anerkennung“


"Auch diese OECD-Studie bietet überhaupt keinen Anlass, unsere Lehrkräfte herunter zu machen. Daraus Lehrerschelte abzuleiten, ist völlig unangebracht", hat der Niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann die heute offiziell veröffentlichte Studie über "Anwerbung, berufliche Entwicklung und Verbleib von qualifizierten Lehrerinnen und Lehrern" kommentiert. "Deutsche Lehrerinnen und Lehrer sind hoch qualifizierte pädagogische Fachkräfte mit abgeschlossenem Studium und haben ein ihrer Ausbildung und Leistung angemessenes Einkommen. In vielen anderen Ländern werden weit weniger qualifizierte Lehrkräfte eingesetzt", sagte Busemann in Hannover. Während die PISA-Studie unter Hinweis auf entsprechende Bildungserfolge geradezu dazu aufrufe, die Arbeit der Lehrkräfte mehr anzuerkennen, laufe die OECD mit ihren oft nicht aktuellen statistischen Daten Gefahr, die Lehrerinnen und Lehrer ungerechtfertigter Diskreditieruung auszusetzen.

Busemann erinnerte daran, dass die PISA-Studie einen auffälligen Zusammenhang zwischen dem öffentlichen Ansehen der Lehrkräfte und der Leistungsfähigkeit der Schulen in einem Land ergeben habe. "Qualitätsschule ist nur mit entsprechend qualifizierten und motivierten Lehrkräften zu machen", stellte er fest. Zwar sei die Altersstruktur der Lehrerschaft in der Tat besorgniserregend, weil in der Vergangenheit nicht regelmäßig genügend junge Lehrkräfte eingestellt worden seien. "Solche Fehler im Personalmanagement sind aber nicht den Lehrerinnen und Lehrern anzulasten", betonte Busemann. Das hänge mit der Bevölkerungsentwicklung, dem gesellschaftlichen Stellenwert von Bildung sowie letztlich mit dem Verhalten der politisch Verantwortlichen zusammen. So habe zum Beispiel die Umsetzung der Schulstrukturreform in Niedersachsen deutlich gemacht, "wie flexibel, belastbar, motiviert und leistungsbereit unsere Lehrerinnen und Lehrer in Wirklichkeit sind", so der Kultusminister. Auch die OECD-Studie lobe letztlich die Offenheit der Schulen und damit der Lehrkräfte für Reformen.

"Viele Schüler brauchen viele Lehrer. Deshalb haben wir unmittelbar nach dem Regierungswechsel in Niedersachsen mit 2.500 neuen Stellen insgesamt 4.204 neue, überwiegend junge Lehrkräfte eingestellt, weitere 2.200 kommen in diesem Jahr an unsere Schulen", so Busemann. "Wenn demnächst rund 3000 Lehrkräfte pro Jahr in Pension gehen und weitgehend ersetzt werden müssen, wird es in vielen Unterrichtsfächern sehr schwierig werden, genügend Nachwuchskräfte zu finden. Wir müssen wieder mehr junge Leute für den Lehrerberuf begeistern. Das geht nur mit einer soliden Ausbildung, einem besseren Sozialprestige und attraktiven Karrierewegen", machte Busemann deutlich. Eine Diskussion über den Beamtenstatus der Lehrkräfte sei dabei zurzeit wenig hilfreich.

Presseinformationen
Artikel-Informationen

01.03.2010

Ansprechpartner/in:
Stefan Muhle

Nds. Kultusministerium
Pressesprecher
Schiffgraben 12
30159 Hannover
Tel: 0511 / 120 7145
Fax: 0511 / 120 7451

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