Nds. Kultusministerium klar

Online-Befragung „MEHR ZEIT FÜR GUTE SCHULE“

Die Niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt möchte von Lehrkräften, Schulleitungen und dem pädagogischen Personal erfahren, welche Tätigkeiten im Arbeitsalltag als besonders herausfordernd oder belastend empfunden werden. Dafür hat das Niedersächsische Kultusministerium die Online-Befragung „Mehr Zeit für gute Schule" durchgeführt. Bis zum 25. Juni 2016 konnten die über 90.000 Lehrerinnen und Lehrer, Schulleiterinnen und Schulleiter sowie pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen ihre aktuelle Arbeitssituation einschätzen und eigene Verbesserungsvorschläge machen.

Rund 10.300 Lehrerinnen und Lehrer, Schulleiterinnen und Schulleiter sowie pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich an der Online-Befragung beteiligt. „Damit haben wir eine sehr erfreuliche Rücklaufquote erzielt, aus der wir Rückschlüsse auf die Gesamtgruppe ziehen können", sagte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt. „Ich freue mich über diese große Resonanz. Jetzt folgt die ausführliche Auswertung, die einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse." Ziel der Befragung ist zu erfahren, welche Tätigkeiten von den Befragten im Arbeitsalltag als besonders herausfordernd oder belastend empfunden werden. Im Lichte der Ergebnisse will die Kultusministerin konkrete Verbesserungen mit Verbänden und Gewerkschaften erörtern.

Mit der Auswertung der Online-Befragung ist das Zentrum für Angewandte Gesundheitswissenschaften der Leuphana-Universität Lüneburg beauftragt, das die Befragung auch durchgeführt hat. Erste statistische, rein quantitative Ergebnisse werden voraussichtlich im August erwartet. Ein Zwischenbericht zu den quantitativen Fragestellungen mit ersten Analysen wird voraussichtlich im Herbst 2016 und der Abschlussbericht mit den Ergebnissen der qualitativen Fragestellungen im Frühjahr 2017 veröffentlicht.

„Dieses Vorhaben ist mindestens für Niedersachsen einzigartig", so die Kultusministerin weiter. Über 90.000 Personen hätten die Chance, sich zu beteiligen und ihre Erfahrungen einzubringen.

„Einmal mehr gehen wir damit einen innovativen, und ich meine auch, mutigen Weg. Ich stelle mich der kritischen Diskussion und freue mich auf die Anregungen aus der Praxis. Und ich werde im Lichte der Ergebnisse konkrete Verbesserungen mit den Verbänden und Gewerkschaften erörtern", sagte Heiligenstadt. Es gehe ihr um einen differenzierten Blick auf die Belastungserfahrungen und um Entlastungsfaktoren, denn hierüber lägen bisher nur wenige Erkenntnisse vor. Heiligenstadt:„ Wir wissen nicht viel darüber, welche Maßnahmen als entlastend empfunden werden und welche Rahmenbedingungen zur Entlastung beitragen könnten. Ich interessiere mich außerdem dafür, an welchen Stellen mehr oder andere Unterstützung notwendig ist: Wo können wir - wie kann die Schulverwaltung - noch besser werden? Ich lade alle Schulleitungen, Lehrkräfte und pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein, sich an der Online-Befragung zu beteiligen und sich einzubringen."

Im Rahmen der Befragung werden Arbeitsanforderungen der Lehrkräfte und pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Niedersachsen erfasst. Dabei steht die Passung zwischen den Vorgaben des Ministeriums einerseits und der Umsetzung im Arbeitsalltag andererseits im Mittelpunkt. Ziel ist es, Tätigkeiten zu identifizieren, die eine Anpassung oder Bündelung erfordern oder mehr Unterstützung seitens der Landesbehörden bedürfen.

Professor Paulus führte dazu aus: „Belastungen für das pädagogische Personal entstehen, wenn für die Bewältigung von Anforderungen keine ausreichenden Ressourcen zur Verfügung stehen. Ein Ausgleich kann erreicht werden, wenn die individuellen Ressourcen gestärkt werden. Entsprechende Maßnahmen wie Bewältigungstrainings etc. zielen darauf ab, das Verhalten positiv zu beeinflussen. Solche Maßnahmen greifen aber zu kurz. Sie berücksichtigen nicht, dass es entscheidend auch darauf ankommt, dass die Arbeitsbedingungen gute gesundheitsgerechte Arbeit unterstützen. Die Befragung „Mehr Zeit für gute Schule" setzt deshalb bei den Arbeitsanforderungen an. So können Handlungsbedarfe identifiziert werden, die nachhaltig wirksame Maßnahmen erlauben."

Der Fragebogen wurde von einer Arbeitsgruppe des Kultusministeriums in Zusammenarbeit mit den nachgeordneten Behörden und der Leuphana Universität Lüneburg erarbeitet. Ebenfalls beteiligt an der Entwicklung des Fragebogens waren die Bildungsverbände und -gewerkschaften. „Ich verstehe diese Online-Befragung als wissenschaftlich moderierten Dialog zwischen dem Kultusministerium und den in Schule Tätigen. Es geht um das Zuhören und das Ernstnehmen. Und es geht darum, kommende Entscheidungen gut vorzubereiten und eine solide, sachgemäße Grundlage für Konsequenzen zu legen. Das Ziel dabei ist klar: Mehr Zeit für gute Schule zu haben!", so Ministerin Heiligenstadt.

Der Fragebogen besteht aus sechs Bereichen, die wichtige Arbeitsfelder des pädagogischen Personals erfasst:

1. Unterricht

2. Inklusive Bildung

3. Sprachförderung und interkulturelle Bildung

4. Ganztag

5. Zusammenarbeit

6. Schule leiten und verwalten

„Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Arbeitssituationen, die sich durch mangelnde Unterstützung auszeichnen oder als unklar, schlecht zu bewältigen, nicht nachvollziehbar oder als unbedeutend wahrgenommen werden, Stress auslösen können, der sich wiederum ungünstig auf die Gesundheit und die Arbeitszufriedenheit auswirken kann", erläutert Prof. Paulus.

Zu den Rahmenbedingungen der Online-Befragung „Mehr Zeit für gute Schule:

  • Freiwilligkeit: Der angesprochene Personenkreis konnte, aber niemand musste teilnehmen.
  • Datensicherheit: Die Einhaltung der Bestimmungen des niedersächsischen Datenschutzgesetzes und des Bundesdatenschutzgesetzes sind garantiert. Die Teilnahme an der Onlinebefragung war nur nach Eingabe eines Codes möglich. Er lag dem Informationsschreiben bei.
Anonymität: Der beigefügte Code wurde per Zufall generiert und konnte keiner Einzelperson oder einer Schule zugeordnet werden. Generell wurden keine Informationen erhoben, die eine Identifikation von Personen ermöglichen.
Artikel-Informationen

19.07.2016

Ansprechpartner/in:
Sebastian Schumacher

Nds. Kultusministerium
Pressesprecher
Schiffgraben 12
30159 Hannover
Tel: 05 11/1 20-71 48

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