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Sprachlernklassen

Sprachlernklassen sind ein Element aus dem Portfolio der schulischen Sprachförderung in Niedersachsen. Sie dienen dem Ziel, neu nach Deutschland zuwandernden Kindern und Jugendlichen ohne oder mit geringen Deutschkenntnissen auf den erfolgreichen Besuch einer Regelklasse sprachlich vorzubereiten. Um eine Sprachlernklasse einzurichten, sind mindestens zehn Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache erforderlich, die dem Unterricht in der Regelklasse noch nicht folgen können, die Schülerhöchstzahl für Sprachlernklassen beträgt 16.

Zu Beginn des Schuljahres 2016/2017 gibt es in Niedersachsen mehr als 600 Sprachlernklassen.

Der Besuch einer Sprachlernklasse dauert in der Regel ein Jahr, kann aber entsprechend dem Stand der Deutschkenntnisse und dem Bildungsstand der Schülerin bzw. des Schülers jederzeit verkürzt werden, um den Übergang in die Regelklasse je nach Voraussetzung individuell flexibel zu gestalten. Der Spracherwerb wird dadurch unterstützt, dass die Schülerin bzw. der Schüler nach einer bis zu dreimonatigen Eingewöhnungs- und Beobachtungsphase in der Sprachlernklasse einer Regelklasse zugeordnet wird und dort mit kontinuierlich zunehmenden Anteilen am Regelunterricht und zudem an Arbeitsgemeinschaften und an Ganztagsangeboten teilnimmt. Hierbei sind die Vorkenntnisse und Interessen der Schülerin bzw. des Schülers besonders zu berücksichtigen.

Eine Sprachlernklasse ist von einer Lehrkraft zu führen, die über eine Qualifikation in Deutsch als Zweitsprache verfügt oder diese im Rahmen einer entsprechenden Fortbildungsmaßnahme zeitnah erwirbt. Die Klasse kann auch mehrere Jahrgangsstufen umfassen. Der Unterricht in der Sprachlernklasse konzentriert sich auf den Sprachenunterricht, wobei die sprachliche Handlungsfähigkeit in allen Fächern Gegenstand sein soll. Bei der Vermittlung fachlicher Inhalte orientiert er sich an den curricularen Vorgaben für die Fächer in der jeweiligen künftigen Schulform. Im Hinblick auf die zu erreichende Integration sollen die Schülerinnen und Schüler einer Sprachlernklasse schon von Anfang an mit zunehmenden Anteilen in ausgewählten Fächern (z. B. in musisch-kulturellen, in praxisbezogenen Fächern und im Sport) am Unterricht ihrer künftigen Regelklasse teilnehmen.

Sprachlernklassen können grundsätzlich an allen Schulformen des allgemein bildenden Bereichs außer an Förderschulen eingerichtet werden. Bei Bedarf kann die Niedersächsische Landesschulbehörde im Einvernehmen mit dem Schulträger auch Sprachlernklassen an zentralen Standorten einer Region einrichten, in denen Schülerinnen und Schüler des Sekundarbereichs I aus mehreren Schulen unterschiedlicher Schulformen zusammen unterrichtet werden. In besonderen Fällen können sich auch Grundschulen zusammenschließen, um zentrale Sprachlernklassen zu bilden, wobei die schrittweise Integration in die jeweiligen Regelklassen gewährleistet sein muss. Bei entsprechender Bedarfslage können zentrale Sprachlernklassen eingerichtet werden, in die ausschließlich Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden, die in ihrer Herkunftssprache nicht alphabetisiert sind und/ oder über eine geringe oder keine schulische Grundbildung in ihrem Herkunftsland verfügen.

Weitere Informationen über Sprachlernklassen finden Sie im Erlass „Förderung von Bildungserfolg und Teilhabe von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache" (siehe Download).

Erlass Bildungserfolg und Teilhabe von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache

 Runderlass „Förderung von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache“ vom 01.07.2014
(PDF, 0,78 MB)

Grafik über Anstieg der Sprachlernklassen  
Aus dem Schulverwaltungsblatt: Sprachlernklassen und Deutsches Sprachdiplom

Die Themen Sprachlernklassen und Deutsches Sprachdiplom waren Themen des Monats im Schulverwaltungsblatt.

 SVBL zu Sprachlernklassen Deutsches Sprachdiplom
(PDF, 0,18 MB)

Artikel-Informationen

19.08.2016

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