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Mehr Bewegung im Ganztag – Kultusministerium und LandesSportBund entwickeln Rahmenvereinbarung für Ganztagsschulen in Niedersachsen weiter

Das Niedersächsische Kultusministerium und der LandesSportBund (LSB) Niedersachsen wollen ihre gemeinsame erfolgreiche Zusammenarbeit an öffentlichen Ganztagsschulen auch in Zukunft fortführen und sie vor dem Hintergrund der verbesserten Rahmenbedingungen, die das Land den Schulen bietet, weiterentwickeln. Die Niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt und der Vorstandsvorsitzende des LSB Niedersachsen Reinhard Rawe haben dazu am (heutigen) Montag in einer Feierstunde in Hannover eine entsprechende Rahmenvereinbarung unterzeichnet.

In der Grundschule Heinrich-Wilhelm-Olbers in Hannover

Ministerin unter den Zuschauern  
Bei der Vertragsunterzeichnung  

„Sport spielt in unseren Ganztagsschulen eine große Rolle. Schülerinnen und Schüler bekommen neben dem regulären Sportunterricht zusätzliche Bewegungseinheiten, die gesund sind und Spaß machen. Außerdem erhalten sie die Möglichkeit, unbekannte Sportarten auszuprobieren - und zwar unabhängig vom Geldbeutel der Eltern. Der Ausbau der Ganztagsschulen in Niedersachsen bringt noch mehr Bewegung in die Schule. Davon profitieren alle Schülerinnen und Schüler", sagte Ministerin Heiligenstadt anlässlich der Unterzeichnung. Hintergrund der Kooperation mit dem LandesSportBund sei das gemeinsame pädagogische Interesse, junge Menschen zu motivieren, lebenslang Sport zu treiben. „Der LandesSportBund ist ein wichtiger Partner bei der Ausgestaltung des Ganztagsangebotes in Niedersachsen", so die Ministerin. „Mit seinem breiten Netzwerk an Übungsleiterinnen und Übungsleitern bereichert er das qualitätsvolle Angebot in den Schulen mit tollen Impulsen aus den Sportvereinen und erreicht in den Ganztagsschulen viele junge Menschen, um für die eigene Vereinsarbeit zu werben. Eine Win-win-Situation für alle."


Auch der LSB-Vorstandsvorsitzende Reinhard Rawe begrüßte die Fortschreibung der Rahmenvereinbarung. „Sport ist aus gesellschafts-, sozial- und gesundheitspolitischen Gründen so wichtig für uns alle, dass wir alle Kräfte mobilisieren und entfalten müssen, um seine Bedeutung und Akzeptanz noch weiter zu steigern. Eine noch intensivere Zusammenarbeit von Schulen und Vereinen muss daher unser Ziel sein. Dabei geht es darum, alle Kinder und Jugendlichen mit Bewegungsangeboten zu erreichen und das geht am besten dort, wo alle Kinder und Jugendlichen sind, in der Schule."


Bereits seit 2004 engagieren sich Sportvereine in Ganztagsschulen. Schon in der damals geschlossenen Rahmenvereinbarung zur Zusammenarbeit an öffentlichen Ganztagsschulen stimmten das Niedersächsische Kultusministerium und der LandesSportBund darin überein, dass zu den unterrichtsergänzenden Angeboten, die eine Ganztagsschule für ihre Schülerinnen und Schüler vorsieht, auch Vereinsangebote aus dem Bereich Bewegung, Spiel und Sport gehören. Im Rahmen der Zukunftsoffensive Bildung der Niedersächsischen Landesregierung werden Ganztagsschulen in Niedersachsen ausgebaut und deutlich besser mit Ressourcen ausgestattet. Im Zuge dessen ist zum 1. August 2014 ein neuer Ganztagsschul-Erlass in Kraft getreten und in der Schulgesetznovelle vom 3. Juni 2015 wird eine klare Abgrenzung der Ganztagsschulevon der Halbtagsschule vorgenommen. Zudem werden die offene, die teilgebundene und die voll gebundene Form der Ganztagsschule definiert. Vor diesem Hintergrund wurde die Rahmenvereinbarung zwischen dem Kultusministerium und dem LandesSportBund weiterentwickelt. In der aktuellen Fassung ist u. a. neu aufgenommen bzw. geregelt worden:


• Bewegung, Spiel und Sport sind unverzichtbarer Bestandteil ganzheitlicher Bildungsförderung, anzustreben sind regelmäßige, tägliche Bewegungs-, Spiel und Sportangebote.

• Vorrangig werden Kooperationsverträge im Bereich des Sportes mit Mitgliedern des LSB Niedersachsen und den Gliederungen abgeschlossen.

• Übungsleiterinnen und -leiter müssen qualifiziert und geeignet sein. Zur Verfügung stehen das Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebot des LSB Niedersachsen, der Sportjugend, der Sportbünde und Sportfachverbände.

• Die Finanzierung der Angebote der Sportvereine erfolgt über das Schulbudget.

• Eine stärkere Verzahnung von Sportunterricht, außerunterrichtlichen Sportangeboten des Ganztages mit den Sportangeboten der örtlichen Vereine wird angestrebt.

• Der Ansprechpartner des Vereins kann an Besprechungen und Konferenzen der Schulen teilnehmen.

• Auch die BeSS - Servicestellen werden in die Rahmenvereinbarung aufgenommen. Diese sollen initiieren, fördern und begleiten und die Zusammenarbeit von Schule und Verein verbessern.

• Schulsportassistenten können in Begleitung von Lehrkräften oder Übungsleitenden bei Angeboten mit unterstützen.

• Die Schule evaluiert in regelmäßigen Abständen ihr Ganztagsangebot und entwickelt es fort.

• Bei Veränderungen der Rahmenbedingungen soll der Ansprechpartner des Sportvereins frühzeitig informiert werden. Weiterhin beinhaltet die neue Rahmenvereinbarung einen regelmäßigen Erfahrungsaustauch beider Partner.


LSB-Vorstandsvorsitzende Reinhard Rawe wies auf ein drängendes und bislang nicht gelöstes Thema hin: „Wie erreichen wir Kinder und Jugendliche, die sich dem Spiel, der Bewegung abgewandt haben, die dem Sport negativ gegenübertreten?" Die Beantwortung dieser Frage werde eine zentrale Arbeit für den Sport in der Ganztagsschule sein. Denn es sei leichter, sportinteressierten Jugendlichen eine weitere Fußball-, Judo- oder Jazzdance-Arbeitsgemeinschaft anzubieten, als Jugendlichen, die dem Sport ablehnend gegenüber stehen. „Wir brauchen im Primarbereich die Einführung einer täglichen Bewegungszeit. Kinder und Jugendliche mit Bewegungsdefiziten müssen motiviert werden, neben den zwei Pflichtstunden Sport an zusätzlichen AG-Angeboten des Sports teilzunehmen. Der Ganztag bietet hier eine riesige Chance."


Auch Kultusministerin Heiligenstadt unterstrich abschließend die hohe Bedeutung von Bewegung, Sport und Spiel für Kinder und Jugendliche: „Lernen braucht auch Bewegung. Im Bewegungsspiel und über Bewegungsfreude werden Lernfähigkeit, Leistungsbereitschaft und Anstrengungswille gestärkt. Einen ganz wichtigen Beitrag kann der gemeinsame Sport im Ganztag auch für die Integration der neu zu uns kommenden Flüchtlingskinder leisten. Beim gemeinsamen Spiel und Sport wird das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt und nebenbei noch Deutsch gelernt. Sport im Ganztag kann so viel Gutes bewirken!"


Pressekontakte:

Niedersächsisches Kultusministerium

Susanne Schrammar

Pressesprecherin

Schiffgraben 12

30159 Hannover

susanne.schrammar@mk.niedersachsen.de.

Telefon: 0511-120-7145

LandesSportBund Niedersachsen e.V.

Katharina Kümpel

Leiterin Team Verbandskommunikation

Pressesprecherin

Ferdinand-Wilhelm-Fricke Weg 10

30169 Hannover

info@lsb-niedersachsen.de

Telefon: 0511 1268-221

Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung  
Bildrechte: Tom Figiel
Artikel-Informationen

22.02.2016

Ansprechpartner/in:
Susanne Schrammar

Nds. Kultusministerium
Pressesprecherin
Schiffgraben 12
30159 Hannover
Tel: 05 11/1 20-71 45
Fax: 05 11/1 20-74 51

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